Arnstadt Industriegebiet Erfurter Kreuz erhält neuen Güterbahnhof

Der stillgelegte Güterbahnhof in Arnstadt soll zu neuem Leben erweckt werden. Die Deutsche Bahn AG errichtet hier in den nächsten Jahren einen Güterterminal. Dieser soll vorrangig der Versorgung der neuen Batteriefabrik von CATL im nahegelegenen Industriegebiet Erfurter Kreuz dienen. Er ist aber auch für andere Nutzer offen, hieß es am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts.

Vertreter von Wirtschaftsministerium, Bahn AG, LEG Thüringen und Stadt Arnstadt präsentieren die Vereinbarung zum Bau des Güter-Terminals.
Vertreter von Wirtschaftsministerium, Bahn AG, LEG Thüringen und Stadt Arnstadt präsentieren die Vereinbarung zum Bau des Güterterminals. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Industriegebiet am Erfurter Kreuz soll einen eigenen Bahn-Terminal bekommen. Dieser soll einige Kilometer vom Industriegebiet entfernt auf dem Areal des früheren Güterbahnhofs im nahe gelegenen Arnstadt entstehen. Eine entsprechende Vereinbarung haben Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und Vertreter der Deutsche Bahn AG sowie der Stadt Arnstadt am Dienstag unterzeichnet.

Heruntergekommener alter Bahnhof in Arnstadt 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 26.10.2021 19:00Uhr 02:02 min

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Zubringergleis existiert schon

Das neue Terminal soll von der Bahn AG errichtet werden. Es wird durch Zubringerstraßen an das Industriegebiet angeschlossen. Vorgesehen ist auch ein Radweg zwischen Bahnhof und Industriegebiet. Ein Zubringergleis zwischen Güterbahnhof und Industriegebiet ist bereits vorhanden.

Verwucherte Gleise
Das Areal des ehemaligen Güterbahnhofs direkt am Bahnhof in Arnstadt Bildrechte: MDR/Mitteldeutscher Rundfunk

Hauptinitiator des Projekts ist der chinesische Batteriehersteller CATL, der derzeit im Industriegebiet Erfurter Kreuz ein Werk baut. Vertreter der Bahn betonten aber im Gespräch mit MDR THÜRINGEN, dass der Terminal auch von anderen Firmen genutzt werden könne. Das Wirtschafts- und das Infrastrukturministerium erklärten, durch die Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene verringere sich die Verkehrs- und Lärmbelastung.

Bürgermeister: Wichtig sind Ausgleichmaßnahmen

Arnstadts Bürgermeister Frank Spilling sagte jedoch dem MDR, anfänglich sei er skeptisch gegenüber dem Projekt gewesen, weil es mit Einschränkungen für Anwohner einhergehen werde. Umso wichtiger sei es für die Kommune gewesen, mit den Projektpartnern Ausgleichsmaßnahmen zu vereinbaren. "Es wird Lärmbeeinträchtigung geben, ein höheres Verkehrsaufkommen, das ist mir ganz bewusst." Spilling sagte, aus seiner Sicht könne die Kommune mit der getroffenen Vereinbarung zufrieden sein. Es seien Ausgleichsmaßnahmen im Millionenumfang vorgesehen. Wichtig für ihn sei, dass es im Stadtrat von Arnstadt eine klare Unterstützung für das Projekt gebe.

Plan des geplanten Güterterminals am Bahnhof Arnstadt
So soll das Güterterminal aussehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Baugenehmigungsverfahren soll laut Ministerien voraussichtlich Ende dieses Jahres beginnen. Derzeit gehe die Bahn von einem Betrag im unteren zweistelligen Millionenbereich für den Bau aus, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Der Güterterminal soll Ende 2023/Anfang 2024 in Betrieb gehen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

13 Kommentare

erfurterbahnfan vor 4 Wochen

Das passiert, wenn man viel zu wenig Gelder vom Bund für den ÖPNV erhält und sich am Ende zwischen Pest und Cholera entscheiden muss: Entweder keine Güter auf die Schiene oder keine Dampflokfahrten mehr.

Vor diesem Hinblick erscheint mir dann doch die Entscheidung für die Verlagerung von Gütern auf die Schiene sinnvoller, als einen regelmäßigen Dampflokverkehr anzubieten. Bzw. wer weiß, für welche weiteren ÖPNV-Projekte das Geld ausgegeben wird. Schade ists trotzdem;)

erfurterbahnfan vor 4 Wochen

Oh ja, man müsste im Hinblick auf den 2028 Verkehrsvertrag des Dieselnetzes Südthüringen dringen die Strecke Neudietendorf-Plaue elektrifizieren, um auf den Relationen Erfurt-Saalfeld und Erfurt-Ilmenau mit Batteriezügen fahren zu können.
Und den neuen Güterbahnhof sollte man gleich von Anfang an mit Oberleitung ausbauen, um nicht extra für das Teilstück Arnstadt-Neudietendorf mit Dieselloks ankommen zu müssen.

Harka2 vor 4 Wochen

Richtung Stadt steht da erst mal der Bahnhof mit seinen Nebengebäuden, dann kommt ein breiter Platz mit alten Bäumen und in den Häusern dahinter ist man mehr Lärm gewohnt. Auf dem Güterbahnhof war dereinst deutlich mehr los, da wurde rangiert, Dutzende Werksanschlüsse bedient, Züge wurden neu zusammengestellt, Wagons be- und entladen und überhaupt fuhren da viel mehr Züge als heute, insbesondere laute und lange Güter- und Personenzüge.

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