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Am Neideckturm in Arnstadt ist ein Saugbagger im Einsatz. Er soll herabgefallene Steine beseitigen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Lisa Wudy

SanierungSaugbagger am Neideckturm in Arnstadt im Einsatz

von Lisa Wudy, MDR THÜRINGEN

Stand: 22. September 2022, 10:20 Uhr

Anderthalb Jahre dauern die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände rund um die Schlossruine Neideck in Arnstadt bereits an. Am Neideckturm sind im Laufe der Zeit Steine herunter gefallen. Ein Saugbagger soll diese nun beseitigen - aus Sicherheitsgründen.

In Arnstadt soll ein Saugbagger herabgefallene Steine am Neideckturm beseitigen. Wie die Stadt mitteilte, kommt in dieser Woche ein spezielles Arbeitsgerät für den Erhalt des Arnstädter Wahrzeichens zum Einsatz. Seit knapp anderthalb Jahren ist das Gelände rund um die Schlossruine Neideck aufgrund von Sanierungsarbeiten und einer Sicherheitsgefährdung gesperrt.

Mit dem Saugbagger wird Schutt entfernt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK/Lisa Wudy

Türme an Schlossruine haben sich verschoben

Bei ersten statischen Vermessungen war aufgefallen, dass sich die beiden Türme um gut 25 Zentimeter verschoben hatten. Die Schuttablagerung im Spalt zwischen den beiden Türmen beeinträchtigt die thermische Ausdehnung und dessen Umkehr, die Wärmeschrumpfung.

Das bedeutet, dass sich das Gemäuer nicht mehr richtig aus- und zurückdehnen kann. Die beiden Türme hätten sich ineinander verhakt, heißt es. Um dieses Problem zu beheben, sei der Einsatz des Saugbaggers nötig. Dieser soll in den nächsten Tagen etwa acht Kubikmeter Schutt aus dem Spalt entfernen. Wie danach mit dem Versatz der Türme umgegangen werden soll, sei noch unklar.

Die Türme haben sich so verschoben, dass sich der Treppenturm leicht nach vorne gebogen hat und der andere sich leicht gedreht hat und nicht mehr zurückkommt.

Diana Henning | Restauratorin

Vor 20 Jahren falscher Mörtel verwendet

Seit fast anderthalb Jahren dauern die Sanierungsarbeiten des Mauerwerks an. Die historische Anlage mit dem gut 1.000 Jahre alten Neideckturm wird Schritt für Schritt restauriert. Da während der ersten Sanierung vor 20 Jahren falscher Mörtel verwendet wurde, hatte sich in den Fugen Ettringit gebildet. Dieses Kristall entsteht durch Zement, Gips und Feuchtigkeit und sprengt das Mauerwerk. Zahlreiche Stellen konnten bereits erneuert werden.

Wahrzeichen von Arnstadt bis Jahresende geschlossen

Die Gesamtkosten für die Arbeiten seien noch nicht abzuschätzen, so Bauamtsleiter Stefan Fricke. Da der Turm ein Wahrzeichen von Arnstadt ist, soll das Gelände so schnell wie möglich der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Bis zum Jahresende bleibt es jedoch noch für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Eine mögliche Öffnung sei auch von den Ergebnissen der Bestandsgutachten abhängig.

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MDR (co)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 22. September 2022 | 06:30 Uhr

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