Jedes Spiel wird schwer Der SV 09 Arnstadt startet in seine erste Saison in der Fußball-Oberliga

Für den SV 09 Arnstadt beginnt mit der ersten Saison in der Fußball-Oberliga ein großes Abenteuer. Auf den Verein kommen viele neue Herausforderungen zu, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am Sonntag wird der VfL Halle 96 zum Saisonauftakt erwartet.

(Mannschaftstraining SV 09 Arnstadt)
Vorfreude und Anspannung liegen in der Luft. Das letzte Training des SV 09 Arnstadt vor dem Auftaktspiel gegen den VfL Halle 96 am Sonntag. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Es ist Freitagabend, 18:30 Uhr. Das letzte Training des SV 09 Arnstadt vor dem ersten Spiel in der Fußball-Oberliga beginnt im Stadion am Obertunk in Arnstadt. Trainer Martin Hauswald kommt gelassen und bestens gelaunt auf den Platz. Sollte er aufgeregt sein, lässt er es sich nicht anmerken. Doch da liegt was in der Luft. Seine Jungs sind konzentriert beim Training und dennoch irgendwie kribbelig. Eine gewisse Anspannung, aber gleichzeitig auch Vorfreude lässt sich nicht leugnen. Endlich Fußball-Oberliga. Das gab es vorher noch nie beim SV 09 Arnstadt.

Leichte Gegner gibt es nicht

Trainer Martin Hauswald sieht seine Mannschaft gut vorbereitet. Die sieben Monate Corona-bedingte Fußballzwangspause lassen sich nicht leugnen, sagt er. Die habe man schon gemerkt in den letzten fünf bis sechs Wochen Vorbereitung und sei noch immer dabei, das auszugleichen, nachzubessern und nachzuarbeiten. Aber, lächelt er, das gehe ja schließlich allen Mannschaften so. Und dennoch: Jeder Gegner sei in dieser Saison ein schwerer Gegner.

Doch darauf freue man sich. Wir haben es ja schließlich so gewollt, sagt Hauswald. Es sei eine tolle neue Liga, eine tolle Erfahrung und ein tolles Abenteuer für den gesamten Verein. Und wenn alle Spieler bei jedem Spiel an ihre Leistungsgrenzen gehen, dann seien auch ein paar Punkte drin. Doch Hand aufs Herz: Eigentlich wünscht Martin Hauswald sich und seinen Jungs mehr als nur ein paar Punkte. Ein Verbleib in der Oberliga auch in der nächsten Saison steht auf der Wunschliste. Dazu muss der SV 09 Arnstadt mindestens Tabellenplatz 13 erreichen. Denn sechs Mannschaften von 19 steigen ab.

Von der Mannschaft überzeugt

Einige der Spieler haben bereits Oberliga-Erfahrung. Für manche wird das Spiel am Sonntag gegen den VfL Halle 96 zur Oberliga-Premiere. Der Verein hat den Kader vor Saisonbeginn verstärkt. Sieben neue Spieler sind in der Mannschaft. Zuletzt kamen noch ein Torwart und ein Abwehrspieler dazu. Trainer Martin Hauswald ist zufrieden. Die Mannschaft sei jetzt in der Breite und in Sachen Qualität sehr gut aufgestellt. Sie sei zu einem klasse Team zusammengewachsen. Ein Außenstehender, sagt Hauswald, würde nicht erkennen, welcher Spieler neu dazu gekommen ist und welcher schon zwei oder drei Jahre zur Mannschaft gehört. Bei der Aufstellung für Sonntag lässt er sich nur bedingt in die Karten schauen. Auf die Frage, wer in der Startelf steht, antwortet er: ein Torwart und zehn Feldspieler. Und muss laut lachen. Um gleich noch hinterher zu schieben, dass eine voll besetzte Bank auch nicht schlecht wäre.

(Mannschaftstraining beim SV 09 Arnstadt)
Vor Saisonbeginn sind einige neue Spieler zum SV 09 Arnstadt gekommen. Wer am Sonntag zur Startelf gehört, wollte Trainer Martin Hauswald nicht verraten. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Oberliga stellt Verein vor neue Herausforderungen

Die Oberliga Süd umfasst 19 Mannschaften. Für den SV 09 heißt das 18 Mal Heimspiel. Helfer und Ehrenamtliche werden also alle Hände voll zu tun haben in dieser Saison. Der Aufstieg in die Fußball-Oberliga stellt den Verein vor jede Menge neue Herausforderungen. Dass gleich das erste Spiel ein Heimspiel ist, freut alle. Und während die Mannschaft ihr Abschlusstraining absolviert, bauen fleißige Helfer bereits auf für das Spiel am Sonntag.

Thomas Giese ist Vereinsmitglied und für die Sicherheit bei den Spielen zuständig. Er trägt mit zwei Helfern Absperrgitter vor die Umkleidekabinen. Denn mit dem Aufstieg in die Oberliga gelten jede Menge Auflagen vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV). Spieler und Fans müssen voneinander getrennt werden. Deshalb teilt er die Fläche vor der Vereinsbaracke. Auf der einen Seite gelangen die Spieler in die Kabinen und über den Kunstrasenplatz aufs Spielfeld. Auf der anderen Seite können die Fans zu den Toiletten gelangen. Auch Heim- und Gästefans müssen getrennt werden. 3.000 Zuschauer dürfen ins Stadion am Obertunk. Das könnte eng und kuschelig werden, meint Thomas Giese, aber auch schön.

(Drei Männer stellen ein Gitter auf)
Mit dem Aufstieg in die Oberliga gelten für den SV 09 Arnstadt einige neue Sicherheitsauflagen. Ein Absperrgitter soll Fans und Spieler voneinander trennen. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Das Sicherheitskonzept des NOFV verlangt auch mehr Sicherheitskräfte. Bei normalen Spielen reichen die Vereinsordner aus. Es müssen nur mehr sein. Bei Spielen, die der NOFV als gelb oder rot einstuft, müssen qualifizierte Ordner einer Sicherheitsfirma beauftragt werden. Als Sicherheitsstufe rot eingestuft wurden bereits die Spiele gegen den FC Rot-Weiß Erfurt, FSV Wacker Nordhausen, FSV Budissa Bautzen und VFC Plauen.

200 Bratwürste reichen nicht mehr

Yvonne Becher wuselt am Freitagabend zwischen großem Bierwagen und Bier-Dreirad hin und her. Sie ist Fördermitglied im Verein und macht die Buchhaltung. Auch sie bekommt mit ihrem Team mehr zu tun durch den Oberliga-Aufstieg. Bisher reichten ein Bierwagen und ein Rost. Jetzt muss es je ein Bierwagen und ein Rost bei den heimischen Fans und im Gästeblock sein. Auch das bindet mehr Personal. Reichten sonst bis zu 200 Bratwürste - muss jetzt größer gedacht werden in puncto Versorgung. Das gilt auch für die Getränke. Das Spiel gegen Halle sagt sie, ist eine Art Generalprobe. Man befinde sich noch in der Übungsphase. Gegen Halle rechnet sie noch nicht mit ganz so vielen Fans und Gästen. Beim Spiel gegen Großfahner allerdings werden schon 700 Zuschauer erwartet. Beim Spiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt sogar 1.200 bis 1.500.

(Yvonne Becher bereitet Bierwagen vor)
Yvonne Becher bereitet den Bierwagen für das Heimspiel am Sonntag vor. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Sportpark am Obertunk bleibt Heimspielstätte

Gespielt werden soll laut Verein die komplette Saison im Stadion am Obertunk. Das hätten auch die Spieler so gewollt. Spiele im Jahn-Sportpark seien zwar auch möglich, gelten aber nur als Ausnahmevariante. Am Obertunk gibt es einen Kunstrasen- und einen Rasenplatz. Außerdem sei das geforderte Sicherheitskonzept besser umsetzbar - mit weniger Personal. Und außerdem wolle man den Gegnern den Charme der Umkleiden, Toiletten und Duschen am Obertunk nicht vorenthalten. Parkplätze gibt es direkt am Stadion zwar nur bedingt. Aber die Parkplätze am Arbeitsamt, das gleich um die Ecke ist, könnten am Wochenende genutzt werden. Und außerdem sei es nicht weit zu den Parkplätzen an der Hammerecke und am Wollmarkt.

(Sportpark am Obertunk)
Der Sportpark am Obertunk bleibt Heimspielstätte des SV 09 Arnstadt. Bildrechte: MDR/Sandra Voigtmann

Sponsoren erhöhen Engagement

Und noch eine Herausforderung bringt der Oberliga-Aufstieg mit sich: die Finanzen. Vom Schiedsrichter angefangen wird alles teurer. Außerdem müssen sieben Prozent der Einnahmen pro Spiel an die NOFV abgeführt werden. Doch man habe ein gutes Sponsorenkonzept, sagt Vereinspräsident Lars Fabig. Die Sponsoren seien dem Verein auch weiterhin treu und haben ihr Engagement der Spielklasse entsprechend angepasst.

Und damit kann es los gehen - alles ist vorbereitet in Arnstadt für den ersten Anpfiff in der Fußball-Oberliga.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. August 2021 | 11:00 Uhr

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