"Born to be Wild" "Steppenwolf"-Sänger John Kay gibt Konzert in Arnstadt - und bekommt Denkmal

Dem Leadsänger der Rock-Band "Steppenwolf" soll in Arnstadt ein Denkmal gesetzt werden. Denn dort lebte der heute 78-jährige John Kay von 1945 bis 1948. Am 21. Mai gibt er ein Konzert in der Bachkirche.

Ein Mann mit Gitarre.
Mit "Steppenwolf" spielte er vor allem Hard Rock. Mittlerweile liebt John Kay wieder den Sound, mit dem einst alles anfing: Blues. Bildrechte: MDR/Jutta Maue-Kay

Gleich aus mehreren Gründen reist John Kay, Leadsänger und Gründer der US-amerikanisch-kanadischen Rock-Band "Steppenwolf" ("Born to be wild"), im Mai nach Arnstadt. In der Bachkirche gibt er am Samstag, 21. Mai, ein Konzert: Alleine und mit akustischer Gitarre wird er auch blueslastige Songs aus der Zeit vor "Steppenwolf" spielen.

Dass Kay das erste Mal seit vielen Jahren wieder nach Europa fliegt, ist Christoph Hodgson zu verdanken. Der Künstler lebt in Arnstadt und ist seit Jahrzehnten Fan von Kay und Steppenwolf. "Ich habe ihn einfach eingeladen", sagt Hodgson MDR THÜRINGEN, "und er hat freudig zugesagt - eine tolle Sache!" Dass der Musiker ein Konzert in Arnstadt und nicht etwa in München oder Berlin gibt, ist kein Zufall.

Musiker lebte als Kind in Arnstadt

Von 1945 bis 1948 lebt der kleine John - damals noch Joachim Fritz - in der Bachstadt. Geboren 1944 in Ostpreußen, flüchtete seine Mutter 1945, in den letzten Kriegsmonaten, mit ihm nach Arnstadt. Von dort ging es drei Jahre später nach Hannover, bevor die Familie in den 1950er-Jahren nach Nordamerika auswanderte.

Am Tag nach dem Konzert in der Bachkirche wird John Kay zudem ein Denkmal gesetzt. "Wir haben mit Bach ja bereits einen Weltkünstler", sagt Hodgson lachend, "da ist es doch eine feine Geste, einem weiteren Weltkünstler, der hier gelebt hat, ein Denkmal zu widmen."

Schließlich kenne man weltweit den Song "Born to be Wild". Hodgson, selbst Maler und Bildhauer, liebt auch die Arbeit mit Metall. So machte sich gleich an die Arbeit und leitete die Aufstellung des Denkmals in die Wege. Im Beisein von John Kay soll es am 22. Mai öffentlich präsentiert werden. Gezeigt wird es im Bereich der alten Gerberei. Auch Mitglieder des europaweit vernetzten "Steppenwolf"-Fanclubs "Wolfpack" haben ihr Kommen angekündigt, heißt es in Arnstadt.

Eine Metallwand zeigt eine Gitarre, ein Porträt und die Aufschrift "John Kay - Steppenwolf - Born to be wild".
Das aus schwerem Eisenblech gelaserte und bemalte Kunstwerk würdigt Steppenwolf-Sänger John Kay. Bildrechte: MDR/Christoph Hodgson

Band wird durch "Born to be Wild" weltberühmt

Dass Kay mit seiner Mutter 1944 in Arnstadt landete, sei Zufall gewesen, sagt Christoph Hodgson. Der Flüchtlingszug sei damals in Arnstadt angegriffen worden. Also habe Kays Mutter mit ihrem Baby irgendwo unterkommen müssen.

Bei seinem jetzigen Besuch sei auch ein Treffen mit Nachfahren der Familie geplant, die die Flüchtlinge damals aufgenommen hatte.

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In der Martin-Gitarren Manufaktur in Nazareth, Pennsylvania 29 min
In der Martin-Gitarren Manufaktur in Nazareth, Pennsylvania Bildrechte: Schmidtfilm / MDR

MDR (jn/mm), epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 10. Mai 2022 | 20:30 Uhr

4 Kommentare

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 2 Wochen

…nun ja, soooo grooooooß dürfte er damals wohl noch gar nicht gewesen sein, der junge J.S.B. ! 😉 🙃 Jedenfalls wäre er nicht der geworden, der er heute ist, wenn ihn die Arnschter weiter behalten hätten — ODER, liebe Harka ⁉️ Ohne
Bartholdy, wäre er sicherlich auch längst vergessen geblieben …. 🤓

Harka2 vor 2 Wochen

Arnstadt rühmt sich Bach, dabei hat Arnstadt den jungen Komponisten schon nach kurzer Zeit aus dem Amt vertrieben, weil er gar so modern war. Nun schmückt man sich mit dem Leadsänger der Rock-Band "Steppenwolf", der in Arnstadt auch nur auf der Durchreise war und dort nicht länger verweilte als der große Bach ...

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 2 Wochen

...und der Bundespräsident kommt auch zur Einweihung nach Arnstadt ?! ;-)

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