Bundesgartenschauen 2019 | 2021 | 2023 Erfurt will sich Seilbahn mit Heilbronn und Mannheim teilen

Um sich eine Seilbahn für die Bundesgartenschau leisten zu können, will sich Erfurt die Anlage mit den Buga-Städten Heilbronn und Mannheim teilen. Ab Ende 2020 soll es in bis zu 55 Metern Höhe von der Ega zum Petersberg gehen - wenn die Partnerstädte und die Grundstückseigentümer mitspielen.

Eine Seilbahn fährt über ein Parkgelände zu einer Aussichtsplattform.
Der Traum: eine Seilbahn wie in Berlin. (Archivbild) Bildrechte: Jens Haentzschel

Die Seilbahn-Pläne für die Bundesgartenschau in Erfurt 2021 werden konkret: Der Aufsichtsrat der Buga-gGmbH hat am Montagabend das Konzept für eine 1.100 Meter lange Verbindung für eineinhalb Jahre vom Ega-Gelände zum Petersberg bestätigt. Danach sollen sich Erfurt und die Buga-Städte Heilbronn (2019) und Mannheim (2023) die Seilbahn und die Kosten teilen. Allein auf Erfurt käme ein einstelliger Millionenbetrag zu.

Die Seilbahn in Erfurt soll vom Ega-Park unterhalb des Gartenbaumuseums zur Bastion Kilian auf dem Petersberg führen. Maximal 2.400 Fahrgäste pro Stunde würden in 43 Kabinen über den Gothaer Platz hinweg mit einer Geschwindigkeit von maximal 18 Stundenkilometern unterwegs sein. Sechs Stützen mit einer Höhe von elf bis 55 Metern sind geplant.

Chancen stehen 50:50

Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß räumte am Dienstag ein: "Die Chancen für die Seilbahn stehen 50 zu 50. So müssten die betroffenen Eigentümer das Überfahren ihrer Grundstücke gestatten, Angebote der Seilbahnhersteller eingeholt und Finanzierungsmodelle geklärt werden.

Die Gartenbauausstellung Ega südwestlich der Erfurter Innenstadt und der Petersberg über dem Domplatz sind jeweils Buga-Standorte. Erfurts Stadtentwicklungsdezernent Alexander Hilge sagte am Dienstag, mit der Seilbahn könnten Besucher in knapp sechs Minuten von einem zum anderen Standort gelangen. Damit hätten sie genügend Zeit, sich auch den dritten Erfurter Buga-Standort Nordpark anzusehen.

Weihnachten 2020 soll Anlage stehen

Erfurt wird vom April bis Oktober 2021 die Buga ausrichten. Die Seilbahn könnte schon zum Weihnachtsmarkt 2020 aufgebaut werden, sagte Hilge. Während der Buga solle die Eintrittskarte für die Gartenschau gleichzeitig Seilbahn-Fahrschein sein. Das Erfurter Buga-Gelände umfasst insgesamt ein Areal von 123 Hektar. Für die Ausrichtung der Bundesgartenschau hat die Stadt einen Etat von 39 Millionen Euro.

Heilbronn denkt noch darüber nach

Heilbronn als erste potenzielle Nutzer-Buga hat nach Angaben der Organisationsgesellschaft "großes Interesse" an einer Seilbahn. Pressesprecherin Suse Bucher-Pinell sagte MDR THÜRINGEN am Dienstag, allerdings habe man sich noch nicht festgelegt. Auch der Streckenverlauf sei noch nicht geklärt. Der Aufsichtsrat werde sich am 10. Oktober mit dem Seilbahnprojekt befassen.

Mehrfach-Bahn-Nutzung bei Gartenschauen gab es schon

Eine derartige Mehrfachnutzung von Bahnen bei Gartenschauen hat es in Deutschland schon einmal gegeben. So kam eine Einschienenbahn zunächst bei der Internationalen Gartenbauausstellung 1993 in Stuttgart zum Einsatz. Vier Jahre später fuhr die Bahn über die Bundesgartenschau in Gelsenkirchen. Von 1999 surrte die elektrische Bahn über die Bundesgartenschau in Magdeburg und blieb auch nach dem Ende der Gartenschau in Betrieb. 2014 fuhr die Bahn dort zum letzten Mal. Danach wurden die Züge verkauft und die Strecke verschrottet.

Mehr aus Mittelthüringen

Eine Frau hält eine Jeans hoch. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr aus Thüringen