Prozess Nach Angriff vor Staatskanzlei in Erfurt - Angeklagte legen Geständnisse ab

Im Juli 2020 hatte mehr als ein Dutzend Angreifer eine Gruppe junger Leute vor der Staatskanzlei mit brutaler Gewalt attackiert. Sechs von ihnen stehen jetzt in Erfurt vor Gericht. Sie müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs verantworten, zwei Angeklagte zudem wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte. Drei der Angeklagten haben jetzt gestanden.

Vor der Staatskanzlei in Erfurt stehen Polizeifahrzeuge.
Zwei Jahre nach der Tat vor der Staatskanzlei in Erfurt wurde nun erstmals vor Gericht darüber verhandelt (Archiv). Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Im Prozess um den Überfall auf eine Gruppe junger Leute in Erfurt haben drei der sechs Angeklagten ein Geständnis abgelegt. Ein vierter kann sich seinen Aussagen zufolge nicht erinnern, zwei weitere Angeklagte schwiegen.

Drei Angeklagte entschuldigten sich bei den Opfern. Keiner der Angeklagten konnte oder wollte erklären, warum die Situation derart eskalierte. Sie räumten jedoch ein, geschlagen und getreten zu haben. Verhandelt wird vor dem Erfurter Jugendschöffengericht.

Anklage: Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung

Die Angeklagten waren zur Tatzeit im Sommer 2020 zwischen 17 und 19 Jahre alt. Sie müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch verantworten, zwei Angeklagte zudem wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte. Bei dem Überfall waren drei Zivilbeamte den Opfern zu Hilfe gekommen und ebenfalls angegriffen worden. Der Prozess wird am 13. Juli fortgesetzt.

Im Juli 2020 hatte mehr als ein Dutzend Angreifer eine Gruppe junger Leute vor der Staatskanzlei mit brutaler Gewalt attackiert. Für die Gruppe kam der Überfall völlig überraschend. Laut Anklage wurden die Opfer zu Boden gerissen, geschlagen und getreten. Überwachungskameras hatten den Angriff aufgezeichnet. Mehrere Opfer wurden schwer verletzt.

Staatsanwaltschaft: Kein rechtes Motiv bei Angriff

Es ist der erste Prozess zu diesem Überfall. Acht erwachsene Täter müssen sich später vor dem Erfurter Landgericht verantworten.

Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft sind die in diesem Verfahren Beschuldigten teilweise wegen rechtsmotivierter Straftaten polizeibekannt beziehungsweise wegen Gewaltstraftaten bereits vorbestraft. Laut Hannes Grünseisen, Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, hatten die Ermittlungen allerdings keinen rechtsmotivierten Hintergrund ergeben.

MDR/dpa (gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Juli 2022 | 14:00 Uhr

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