Blühende Teppiche Blumenfelder schmücken Erfurt zur Buga 2021

Noch sind es knapp drei Jahre hin zur Bundesgartenschau in Thüringens Landeshauptstadt. An den Straßen sollen dann Blumenfelder auf drei bis fünf Hektar blühen. Derzeit werden auf Testfeldern Samenmischungen erprobt.

Blumenfelder
Probefeld mit der Probesaat für die Buga. Bildrechte: Eberhard Czekalla

Kornblumen und Mohn, Malven und Astern, Ringelblumen, Johanniskraut, Sonnenhut - ein buntes Blütenmeer soll die Besucher in drei Jahren zur Bundesgartenschau in Erfurt begrüßen. Die Blumen sollen am Straßenrand erblühen - und zwar an den Erfurter Einfallstraßen. Noch ist das nur ein Plan, doch einer an den "Die Freunde der Bundesgartenschau 2021 e.V" fest glauben und kräftig in Erfurt und Umgebung die Werbetrommel rühren.

Die Blumenfelder sollen auf insgesamt drei bis fünf Hektar entstehen. Die Straßenränder unter anderem an der Leipziger Straße, der Weimarischen, der Gothaer Straße und auch der Binderslebener Landstraße sollen als florale Blumenbänder von der über 100-jährigen Saatgut-Tradition der Stadt künden. Immerhin tritt Erfurt 2021 mit dem Buga-Slogan "GartenKulturStadt" an.

Rückkehr blühender Teppiche

Die Fäden oder besser Samentüten in der Hand hält Gartenbauprofessor Eberhard Czekalla vom Verein "Freunde der Bundesgartenschau Erfurt 2021 e.V." An den Einfallstraßen hatten einst die großen Gartenbau- und Samenzuchtbetriebe ihre Blumen- und Gemüsefelder. Auf alten Postkarten sind die blühenden Teppiche zu sehen und warben für Erfurt als die Gartenbaustadt in ganz Europa. Zur Bundesgartenschau soll der Samen neu aufgehen. Dafür aber werden die Flächen an den Straßenrändern - sprich ein Stück Ackerland - gebraucht.

"Das wird wohl nicht ganz einfach", sagte Czekalla MDR THÜRINGEN. Die Flächen gehören mindestens zehn verschiedenen Agrargenossenschaften und die sollen sie möglichst als ihren Beitrag zur Buga kostenfrei für zwei, drei Jahre hergeben. Denn gepflanzt oder besser ausgesät werden müssen die Blumensamen bereits ein Jahr vor der Buga. Mit der Gartenbaufirma in Elxleben habe er bereits gesprochen. Sie will mitmachen, sagt Czekalla. Auch in Kerspleben hätte sich der Ortschaftsrat bereits für das Projekt interessiert. 

171 Tage bunt und schön

171 Tage wird die Buga in Erfurt dauern - und mindestens genauso lange soll es auf den Feldstreifen blühen. Damit das auch klappt und der Blütenflor 171 Tage bunt und schön aussieht, braucht es ganz spezielle Blumensamenmischungen. Die werden gerade im Erfurter Norden auf einem 350 Quadratmeter großen Testfeld erprobt. Auf einer der Flächen des Betriebes "Rose Saatzucht Erfurt" läuft der Pflanzenversuch. Die Testmischung enthielt 15 verschiedene Blumensamen: Früh- und Spätblüher. In der kommenden Woche wird begutachtet, wie die Saat aufgegangen ist und welche Blumen und Kräuter sich für die Buga-Mischung eignen. Auch auf dem großen Blumenbeet im Ega-Park werden 15 verschiedenen Blumensamenmischungen getestet und an der B4 soll eine Musterwiese schon mal zeigen, wie es 2021 aussehen könnte. Neben Blumen sollen auch Kräuter die Blühgirlanden ergänzen.

Es sei wichtig, dass möglichst früh schon etwas blüht und möglichst lange bis in den Herbst hinein, sagt Czekalla. Die Felder sollen "Eyecatcher", also ein Blickfang werden und schon von weitem sichtbar sein.

Nicht noch ein Sommer wie dieser...

Das Probefeld hat allerdings in diesem Sommer mächtig gelitten und musste beregnet werden, sonst wäre die Probesaat nicht aufgegangen. Die Blumenfelder selbst können nicht beregnet werden, sagt Czekalla, das wäre viel zu teuer. Ein Sommer wie dieser - und der Traum vom Blütenmeer am Straßenrand wäre ausgeträumt. Der Klimawandel in den letzten 150 Jahren sei schon erheblich, so Czekalla. In Erfurt kennt sich wohl kaum einer besser mit der Gartenbaugeschichte der Stadt aus. Jahrelang hat er die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau geleitet. Inzwischen ist er längst in Pension und Projektchef fürs Blumen-Felder-Vorhaben.

Neben den Flächen werden vor allem später dann fleißige Helfer gebraucht, die die Felder pflegen - zur Hacke greifen und Unkraut jäten. Nicht gerade ein Traumjob, aber da hoffen die Buga-Freunde auf viele Erfurter, die ihre Stadt bunt und als die Blumenstadt präsentieren wollen. Gelingt das Projekt, werden die Blumenfelder sicher auf manchem Selfie durch die Welt gehen und für Erfurt werben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 04. August 2018 | 09:45 Uhr

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