Bundesgartenschau 2021 15.000 Besucher zum Buga-Start in Erfurt - Kritik an Coronatest-Prozedere

Das Wetter hat mitgespielt zum Start der Bundesgartenschau in Erfurt - und bescherte Egapark und Petersberg Tausende Besucher. Ärger gab es aufgrund der geforderten Corona-Tests.

Besucher der Bundesgartenschau auf dem Egapark-Gelände
Trotz Corona-bedingter Einschränkungen genossen Tausende Buga-Besucher am Wochenende die neu gestalteten Flächen im Egapark und auf dem Petersberg in Erfurt. Bildrechte: dpa

Die Bundesgartenschau in Erfurt haben seit Freitag etwa 15.000 Besucher gesehen. Etwa 90 Prozent waren Dauerkarten-Inhaber. Trotz der widrigen Umstände in der Pandemie sei das ein großer Erfolg, sagte Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß am Sonntag.

Mit 6.500 Besuchern am Eröffnungstag ist Erfurt damit dank gutem Wetter erfolgreicher gestartet als die Bundesgartenschauen in Hamburg (2013) und Schwerin (2009). Dort waren am ersten Tag etwa 3.000 beziehungsweise 4.000 Besucher gezählt worden.

Buga-Besucher 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL So 25.04.2021 19:00Uhr 01:55 min

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Fehlende Test-Möglichkeiten am Wochenende

Große Probleme machten laut Buga-Chefin Weiß aber der seit Samstag verlangte negative Corona-Test beziehungsweise die fehlenden Testmöglichkeiten. So drehten sich nahezu alle Fragen am Telefon und per Mail um das Thema, wo sich Besucher in Erfurt testen lassen können. Täglich seien bei der Buga-und Tourismus- Gesellschaft bisher rund 500 Anrufe und mehrere Hundert Mails dazu eingegangen.

Corona-Testzentrum auf Messe geplant

Aus Sicht der Erfurter CDU-Stadtratsfraktion hat die Bundesgartenschau einen Fehlstart hingelegt. Stadtrat Michael Hose sagte, Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) sei mit seinem dezentralen Testansatz "krachend gescheitert". Es räche sich, dass Erfurt im Gegensatz zu anderen Städten wie Weimar und Jena nicht genügend zentrale Teststationen eingerichtet habe. Hose fordert, den Buga-Besuch zunächst auf Dauerkarteninhaber zu beschränken.

Oberbürgermeister Bausewein verteidigte die Teststrategie der Stadt. Was Erfurt auf die Beine gestellt habe, um die Buga überhaupt öffnen zu können, sei enorm gewesen. Bis einen Tag vor Buga-Eröffnung sei er davon ausgegangen, dass das Bundesinfektionsschutzgesetz erst ab Montag greift. Er habe eine Allgemeinverfügung erlassen wollen, die doppelt Geimpften erlaubt, ohne Test die Buga zu besuchen. Das sei rechtlich aber nicht möglich gewesen.

Am Wochenende kam es zu langen Warteschlangen an den Teststellen, teilweise wurde Wartende abgewiesen. Ab Mitte nächster Woche soll ein Testzentrum auf der Messe für Buga-Besucher in Betrieb gehen.

Zu schnelle Rutschen auf dem Petersberg

Aber nicht nur bei den Testkapazitäten hakte es zum Eröffnungswochenende. Auch die Rutschen auf dem Petersberg - eine der Attraktionen dort - konnten nicht von Anfang an genutzt werden. Sie waren am Samstag noch einmal blank poliert worden, allerdings mit einem falschen Mittel. Dieses machte die Rutschen zu schnell - und so wurden sie aus Sicherheitsgründen zunächst gesperrt. Ab Samstagmittag waren sie wieder frei und große und kleine Besucher konnten zwischen den Frühlingsbeeten hindurch rutschen.

Die Bundesgartenschau in Erfurt ist bis zum 10. Oktober geöffnet. Wegen des Infektionsschutzes in der Corona-Pandemie sind derzeit pro Tag maximal 15.000 Gäste zugelassen.

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Bericht der Aktuellen Kamera zur Eröffnung der Internationalen Gartenschau 1961 in Erfurt

Fr 23.04.2021 15:57Uhr 01:30 min

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Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 25. April 2021 | 19:00 Uhr

128 Kommentare

Alexa007 vor 1 Wochen

Sorry, wenn es bei Ihnen anders gehandhabt wird. Aber das ist genau das, was ich meine. Einige buckeln sich ab, um etwas zu erreichen und schränken sich ein und die Landespolitik macht das alles kaputt. Da fehlt mir das Verständnis.

Alexa007 vor 1 Wochen

So ist es. Teilweise mache die Lehrer auch gern mit bei dem Unfug.

Die Sinnhaftigkeit der Schulschließungen mit umfassender Notbetreuung kann man den Kindern ohne dreist zu lügen nicht mehr erklären ("Mama, warum können die anderen Kinder und die Eltern das Virus nicht übertragen?, Mama, warum darf ich nicht zu den anderen in die Schule? Ich will auch wieder in die Schule.") Was soll man dazu sagen? Weil deine Eltern zu blöd sind, um die passende Hintertür zu finden oder weil sie an Staat oder Mitbürger denken? Dabei mag es durchaus sein, dass es nicht überall gleich gehandhabt wird. Aber auch dass zeigt nur, dass der Politik das Verantwortungsbewusstsein fehlt, um klare restriktive und einheitlich Notbetreuungsregelungen durchzusetzen.

martin vor 1 Wochen

@paul3: Einen dringenden Grund das Haus zu verlassen benötigen Sie tagsüber nicht. Und nachts dürften die eintrittspflichtigen BUGA-Bereiche geschlossen sein.

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