Nach der Bundesgartenschau Erfurt: Buga-Minus deutlich kleiner als angenommen

Die Bundesgartenschau (Buga) 2021 in Erfurt hat deutlich weniger Verlust gemacht als zunächst angenommen. Die Endabrechnung weist laut Angaben der Stadt ein Minus von 500.000 Euro aus. Ursprünglich war von einem Finanzloch von fast vier Millionen Euro die Rede.

Eine Besucherin rutscht auf der Buga am Erfurter Petersberg die Rutsche hinunter.
Vom 23. April bis zum 10. Oktober 2021 war die Bundesgartenschau in Erfurt. Bildrechte: dpa

Buga in Erfurt: Weniger Ausgaben für Künstler - wegen Corona

Ex-Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß sagte am Freitag, erst jetzt lägen alle Rechnungen vor, seien Provisionen aus der Gastronomie nicht mehr nur geschätzt sondern auf den letzten Cent abgerechnet. Allein 900.000 Euro sparte die Buga demnach an Künstlergagen und für Bühnenbauer ein, weil Veranstaltungen wegen Corona erst Mitte Juni starten konnten.

Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß
Laut Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß hat die Buga in Erfurt ein Minus von rund 500.000 Euro gebracht - und damit deutlich weniger als zunächst angenommen. Bildrechte: IMAGO / Steve Bauerschmidt

Erfurt hofft auf Kostenübernahme durch das Land

Für die Beförderung der Buga-Besucher mussten außerdem 300.000 Euro weniger an die Verkehrsbetriebe gezahlt werden. Mit dem Verkauf des Buga-Inventars wie Liegestühle, Sonnenschirme, Computer wurden 175.000 Euro eingenommen. All das hat den Verlust minimiert. 1,5 Millionen Besucher hatten die Gartenschau in Erfurt besucht, rund 300.000 weniger als vor Corona erwartet.

Die Stadt Erfurt hofft nun, dass das Minus vom Land ausgeglichen wird - einen entsprechenden Brief hat Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) nach eigenen Angaben an die Staatskanzlei geschickt. An einer Neuauflage der Buga für 2026 hält er fest. Anfang nächsten Jahres soll das Finanzierungskonzept vorliegen.

MDR (kir/fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. September 2022 | 11:00 Uhr

8 Kommentare

martin vor 21 Wochen

Ich verstehe den Beitrag (und damit auch den Betrag) so, dass es "nur" um die Kosten für den BUGA-Betrieb geht und nicht um die Gesamtkosten. Zu den Gesamtkosten kämen für mich auch die von der Stadt (mit-) finanzierten Infrastrukturmaßnahmen.

Wenn das so wäre, sollte man die Gesamtkosten für die Stadt beziffern und der Summe dann den Nutzen (von Imagegewinn, über verstärkte Umsätze während der Buga bis hin zu bleibender Infrastruktur) gegenüber stellen. Damit könnten sich die Erfurter Bürger eine Meinung bilden, ob sich das Ihrer Meinung nach gelohnt hat oder auch nicht.

@MDR: Können Sie die Frage bei welchen Kosten das Defizit und 500.000 € entstanden ist, noch etwas klarer herausarbeiten oder mir eine entsprechende Lese- / Verständnishilfe geben? Danke.

Tpass vor 21 Wochen

Es ist nicht egal!!! Vetternwirtschaft ist eine Schande für Thüringen genau wie es in der Staatskanzlei gelaufen ist wo die Lebensgefährtin positioniert wurde!! Das wäre dann wohl ok

svono vor 21 Wochen

Ist da schon der Verlust der Vorjahre mit berücksichtigt? Das heißt die 16,2 Mio Euro nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag laut Bilanz 2020? Und wie sind die 9,4 Mio Euro Verbindlichkeiten ggü Gesellschafter zu bewerten? Sind das Gesellschafterdarlehen? Wurden diese zurückgezahlt? (Quelle: Bundesanzeiger 2.9.2022)

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