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Vandalismus entgegenwirkenErfurter Petersberg wird nach der Buga mit Kameras überwacht

von Antje Kirsten, MDR THÜRINGEN

Stand: 04. Oktober 2021, 05:00 Uhr

Wenn die Zäune des Bundesgartenschau-Geländes fallen, wird der Erfurter Petersberg flächendeckend mit Videokameras überwacht. Die Stadt will so Vandalismus vorbeugen, der vor der Umzäunung des Geländes für die Buga alltäglich war.

Für viele ist er das Highlight der Bundesgartenschau in Erfurt: Der Petersberg. Knapp 46 Millionen Euro wurden investiert - davon nur 1,5 Millionen Euro in die temporäre Gartenausstellung. Alle anderen Millionen flossen in die Infrastruktur wie Wege, Springbrunnen, Fahrstuhl, barrierefreier Panoramaweg oder auch in das umgebaute Kommandantenhaus mit angebautem Besucherzentrum.

All das soll erhalten bleiben - und zwar sauber und attraktiv. Denn der Petersberg glich vor der Bundesgartenschau nach so manchem Sommerabend einer Müllhalde. Tagelang waren die Gärtner des städtischen Garten- und Friedhofsamtes bisweilen mit dem Aufräumen beschäftigt.

Vandalismus in Erfurt Einhalt gebieten

Glasflaschen waren zerschlagen, Lampen zerstört, zuweilen Bänke zersägt worden. Und Graffiti war gesprüht worden. Während der Egapark nach der Bundesgartenschau eingezäunt bleibt, fallen auf dem Petersberg bald die Zäune - und damit hoffentlich, sagen die Verantwortlichen, nicht auch wieder alle Hemmungen. "Seit 15 Jahren ringe ich darum, dem Berg eine andere Sicherheitsstruktur zu geben", sagt Erfurts Tourismuschefin Carmen Hildebrandt.

Überwachungskameras werden auf dem Petersberg in Erfurt installiert. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten

Monatelang jede einzelne Kamera diskutiert

Nun bekommt der Petersberg eine flächendeckende Videoüberwachung. Etwa 20 Kameras sind installiert worden und werden nach der Bundesgartenschau scharf geschaltet. Die Aufzeichnungen landen auf dem Rechner im Besucherzentrum. Für den wurde ein Extra-Raum gebaut, zu dem nur ein kleiner, ausgewählter Personenkreis Zugang hat.

Monatelang, sagt Carmen Hildebrandt, sei mit den Datenschützern der Stadt und dem Landesamt für Datenschutz jede einzelne Kamera diskutiert worden. "Für jede Kamera mussten wir begründen, warum sie dort hängen soll, was sie dort bewirken soll, jeder Kamerawinkel wurde letztlich abgenommen. Wir wollen mehr Sicherheit auf dem Berg, der jetzt mit viel Geld so schön geworden ist."

Polizei sichtet bei Bedarf das Videomaterial

Ein extra eingestellter Hausmeister wird jeden Morgen seine Runden über das 15 Hektar große Gelände drehen und nach Spuren der Nacht suchen. Stellt er nichts fest, werden die Aufnahmen umgehend gelöscht. Findet er Müll oder bemerkt Vandalismus, wird die Polizei eingeschaltet, die dann die Aufzeichnungen sichtet.

"Die Polizei war hocherfreut darüber, dass die Kontrolle über den Berg jetzt in professionelle Hände kommt", sagt Hildebrandt. Hunderte von Anzeigen gab es vor der Bundesgartenschau. "Die Polizei ist so oft gerufen worden, doch bevor sie an Ort und Stelle sein konnte, waren die Täter weg."

Die 20 Kameras haben vor allem sensible Bereiche wie die beiden Brücken zum Fahrstuhl im Blick. Dort gibt es kleine Tore. Die könnte jeder, der etwas sportlich ist, übersteigen. Damit dort keine Unfälle passieren, sollen die Kameras auch abschreckend wirken. Die Schilder "Dieses Objekt wird videoüberwacht" werden jeden Besucher darauf aufmerksam machen.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

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