ÖPNV Neue Buga-Bahn aus Spanien in Erfurt eingetroffen

In der Nacht zum Mittwoch ist in Erfurt die erste von 14 neuen Buga-Straßenbahnen eingetroffen. Die neue Tram war fünf Tage lang mehr als 1.000 Kilometer von Valencia bis Erfurt unterwegs. Ursprünglich sollte sie bereits zum Start der Bundesgartenschau am 23. April durch Erfurt rollen, doch die Bahn muss nun zunächst zusammengesetzt und technisch geprüft werden.

Buga-Bahn auf einem Sattelschlepper in Erfurt.
Die Beklebung ist nur für den "Erlkönig" als Tarnung. Wie die Straßenbahn aussehen wird, ist noch geheim. Bildrechte: Antje Kirsten

In Erfurt ist in der Nacht zu Mittwoch die erste Buga-Straßenbahn aus Spanien eingetroffen. Kurz nach 1 Uhr rollten die beiden Schwerlasttransporte mit der in zwei Teile zerlegten Bahn auf den Betriebshof der Erfurter Verkehrsbetriebe. "Die neue Straßenbahn war über 1.000 Kilometer auf dem Straßenweg fünf Tage von Valencia bis Erfurt unterwegs", sagte der Betriebsleiter der Evag, Michael Nitzschke, MDR THÜRINGEN. In Frankreich ging es teilweise auch über die Landstraße durch Dörfer.

Coronabedingt ein Jahr Verzögerung

Die Bahn ist die erste von insgesamt 14 neuen Straßenbahnen und mit einer Länge von 42 Metern zehn Meter länger als die bisherigen Bahnen. Ursprünglich sollte sie bereits zum Start der Bundesgartenschau am 23. April durch Erfurt rollen, doch die Produktion im spanischen Werk hatte sich durch die Corona-Pandemie um fast ein Jahr verzögert.

Erster Einsatz voraussichtlich Ende Mai

Die Bahn muss nun zunächst zusammengesetzt und technisch geprüft werden. Dazu gehören Bremsproben mit leerer und "besetzter" Bahn. Um das Fahrgastgewicht zu simulieren, werden 30 Tonnen Sandsäcke zugeladen. "Ich rechne damit, dass die Bahn Ende Mai regulär auf der Buga-Linie vom Bahnhof über den Domplatz zur Ega fahren kann", sagte Nitzschke. Bis Jahresende sollen alle 14 neuen Bahnen im Einsatz sein. Sie wurden extra für Erfurt gebaut und können 250 Fahrgäste befördern.

Warum die "Neuen" nicht mit der Eisenbahn transportiert werden

Dass die neuen Straßenbahnen auf der Straße und nicht mit der Eisenbahn von Spanien nach Deutschland transportiert werden, hat nach Angaben von Betriebsleiter Nitzschke mehrere Gründe. Vertragsgemäß liefere der Hersteller an - er könne damit auch das Transportmittel wählen.

Ein Transport auf einem Eisenbahnwaggon wäre wesentlich komplizierter als mit dem Lkw: Weil die Schienen im traditionellen spanischen Eisenbahnnetz jenseits neuer Schnellfahrstrecken einen höheren Abstand aufweisen als im französischen und deutschen, müsste an der Grenze umgeladen werden.

Ein Waggon mit Straßenbahn würde das zugelassene Lademaß überschreiten. Der Zug wäre als Sondertransport doppelt so lange unterwegs wie der Lkw. Unter anderem wegen höherer Versicherungsgebühren für einen Bahntransport wären die Kosten höher. Zudem würden sich Eisenbahnunternehmen nicht gerade um einen solchen Sondertransport reißen - für sie wäre es finanziell und logistisch interessanter, 3.000 Tonnen Kies zu transportieren.

Zu guter Letzt würde die Laderampe der Evag an einem Eisenbahngleis in der Stotternheimer Straße nicht mit den Transportwagen zusammenpassen - es müsste aufwändig eine Hilfskonstruktion errichtet werden.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 31. März 2021 | 06:30 Uhr

6 Kommentare

kc85 vor 17 Wochen

Die Bahnen kommen aus Spanien, weil halt Stadler mit dem Tramlink und nicht Bombardier Transportation die Erfurter Ausschreibung gewonnen hat. Und Stadler produziert den Tramlink nun mal in Valencia, hat aber Werke in halb Europa. Und die Folie ist, wie man schon öfter lesen konnte, nur für die Zeit der Erprobung in Erfurt angebracht, um das endgültige Design, u.A. das des Fahrzeugkopfes für EF, noch ein wenig zu tarnen. Vor dem ersten echten Einsatz im Linienbetrieb kommt die Folie runter.

Critica vor 17 Wochen

Sehr schön. Aber zwei Fragen:
Warum kommen die Bahnen aus Spanien? In Deutschland kann man auch Straßenbahnen bauen (Waggonbau Görlitz)?
Warum sind die Fenster verklebt? Darf man nicht mehr rausschauen? :)

part vor 17 Wochen

Was nützt es, wenn auch in dieser Bahn kein Fahrkartenautomat mehr verbaut ist, alte Leute oder Behinderte zusehen sollen, wo sie ihr Billett herbekommen und niemand den Mut das Ganze als Exklusion der EVGA zu bezeichnen, während die Manager des Unternehmens mit öffentlichem Versorgungsauftrag weiterhin auf steigende Vergütungen hoffen können. Außen Hui, innen pfui...

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