Nach Brandanschlägen CDU-Fraktionschef warnt vor linker Terrorzelle in Thüringen

Der Thüringer CDU-Fraktionschef Mario Voigt warnt vor einer linken Terrorzelle im Freistaat. In den vergangenen Monaten hatte es gleich in mehreren Immobilien von Rechtsextremen gebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Die Ermittlungen laufen noch.

Mario Voigt im Plenum
Der Thüringer CDU-Fraktionschef Mario Voigt warnt vor linker Terrorzelle. Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Der CDU-Fraktionschef Mario Voigt hat vor einer linksextremen Terrorzelle im Freistaat gewarnt. Er forderte am Montag, dass der Staat auch die linke Gewalt mit aller Konsequenz bekämpfen müsse.

Mehrere Brandanschläge in den vergangenen Monaten

In den vergangenen Monaten hatte es gleich in mehreren Immobilien gebrannt, die von der rechtsextremen Szene genutzt werden. Zuletzt hatte es Ende Mai in der Gaststätte "Goldener Löwe" in Kloster Veßra gebrannt. Sie wird von dem Neonazi Tommy Frenck betrieben. Bereits im April waren auf das frühere Rittergut in Guthmannshausen im Kreis Sömmerda und eine ehemalige Ausflugsgaststätte in Sonneberg Brandanschläge verübt worden. Nach Ansicht von Voigt beweisen die Anschläge auf Immobilien von Rechtsextremen eine Radikalisierung der linken Szene.

CDU-Fraktionschef sieht Parallelen zu RAF und NSU

Auch im Falle der "Rote Armee Fraktion" Ende der 1960er-Jahre habe der Terrorismus mit Brandanschlägen begonnen, so der Fraktionschef. Und auch die spätere Mordserie des NSU sei 1995 mit der Schändung eines Friedhofs für die Opfer des Faschismus gestartet. Die Landesregierung müsse endlich umsteuern, bevor es wieder Mordanschläge einer Terrorzelle gebe.

Feuerwehren, Feuerwehrleute und Anwohner vor der qualmenden Gaststätte "Goldener Löwe" in Kloster Veßra
Löscharbeiten bei der Gaststätte "Goldener Löwe" in Kloster Veßra Ende Mai Bildrechte: MDR/News5

Auch Verfassungsschutzchef sieht Anzeichen von Linksterrorismus

Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer (SPD) hatte bereits Anzeichen von Linksterrorismus gesehen, aber auch gesagt, dass die Ermittlungen noch liefen und die entsprechenden Beweise erst noch erbracht werden müssten. Auch Innenminister Georg Maier (SPD) sieht die Gefahr weiterer Anschläge. Polizei und Verfassungsschutz würden personell verstärkt, um Objekte und auch Personen zu schützen. Die Gewaltspirale müsse durchbrochen werden. Auch in der politischen Auseinandersetzung dürfe Gewalt niemals ein Mittel sein. Laut Maier hat Anfang Mai bereits eine Sonderkommission beim Landeskriminalamt (Name: "Fokus") die Arbeit aufgenommen. Motive und mögliche Zusammenhänge der Taten müssten schnell geklärt werden.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/cfr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Juni 2021 | 13:00 Uhr

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen