Besuch in Erfurt Generalmajor Breuer für Thüringer Vertreter im Corona-Krisenstab

Der Leiter des Corona-Krisenstabs, Generalmajor Carsten Breuer, würde gerne einen Thüringer Vertreter in das Gremium holen, um von den Thüringer Erfahrungen in der Pandemie zu profitieren. Bei einem Besuch in Erfurt rief er abermals zum Impfen auf und stellte einen Termin für den Novavax-Impfstoff in Aussicht.

Generalmajor Carten Breuer in einem Impfstofflager
Generalmajor Carsten Breuer beim Besuch im zentralen Thüringer Impfstofflager. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Thüringen soll künftig im Corona-Krisenstab im Bundeskanzleramt vertreten sein. Der Leiter des Krisenstabs, Generalmajor Carsten Breuer, sagte bei einem Besuch in Erfurt, er würde sich freuen, wenn ein Vertreter Thüringens in dem Gremium mitarbeiten würde. Dieser könnte über die Interessen und Erfahrungen des Bundeslandes im Pandemiemanagement berichten. Der Corona-Krisenstab im Bundeskanzleramt hat rund 20 Mitglieder, darunter Vertreter des Robert-Koch-Instituts und des Bundesgesundheitsministeriums.

Der Bundeswehr-General kam nach Erfurt, um sich unter anderem darüber informieren, wie Thüringen sein zentrales Impflager betreibt. Interessant findet Breuer das sogenannte Thüringer Modell bei der Beschaffung von Impfstoff. Während die anderen Bundesländer ihre Lieferungen vom Bund zugeteilt bekommen, kauft Thüringen nach Angaben von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) das Serum teilweise selbst auf dem Markt und bewahrt es in einem Zentrallager mit Reinraumtechnik auf.

Zentrales Impfstofflager in Thüringen
Breuer, Leiter des Corona-Krisenstabs, besichtigte am Mittwoch das zentrale Impfstofflager in Thüringen und traf Ministerpräsident Bodo Ramelow. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Breuer: Novavax-Impfstoff kommt Ende Januar

Ministerpräsident Ramelow sagte, es sei gut, wenn im Corona-Krisenstab des Bundeskanzlers eine ostdeutsche Stimme vertreten sei. Es gebe spezielle ostdeutsche Befindlichkeiten, etwa beim Thema Totimpfstoff. Die Zulassung des Vakzins der Firma Novavax habe Begehrlichkeiten geweckt, die jetzt bedient werden müssten, sagte er. Breuer stellte erste Lieferungen des Novavax-Impfstoffes bis Ende Januar in Aussicht. Beim Impfstoff Nuvaxovid von Novavax handelt es sich um einen sogenannten Protein-Impfstoff. Er wird oft auch als Totimpfstoff bezeichnet.

Breuer richtete bei seinem Besuch einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung. Impfen sei eines der "Bollwerke" gegen die Omikron-Welle, sagte er. Das andere Bollwerk seien konsequente Kontaktbeschränkungen. Auch Ramelow sagte, Impfungen gegen das Coronavirus seien nicht nur aus Selbstschutz wichtig. Mit einer Immunisierung, am besten einer Boosterung, würden auch Familien, Freunde und Kollegen geschützt, erklärten der Politiker und der General.

Ramelow erwartet keine schärferen Kontaktbeschränkungen

Ramelow erwartet von der Ministerpräsidentenkonferenz am Freitag keine Verschärfungen der Kontaktbeschränkungen im Freistaat. Das, was sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorstelle, beziehe sich darauf, was Thüringen ohnehin schon praktiziere.

Große Veranstaltungen und ähnliches seien in Thüringen zuletzt nicht mehr zulässig gewesen. "Wenn das die Voraussetzungen werden für die Bundesrepublik als Voraussetzung für Omikron, denke ich, dass das aus der Sicht von Thüringen mitgetragen wird", so der Ministerpräsident. Lauterbach hatte mit Blick auf die Omikron-Variante Vorschläge für schärfere Kontaktbeschränkungen angekündigt.

Ramelow sprach sich auch für eine Verkürzung der Isolationsfristen für symptomlose Corona-Infizierte aus, wenn diese bereits eine dritte Impfung haben. Das Land könne es sich nicht erlauben, auf Beschäftigte in Krankenhäusern, Kläranlagen oder Stromerzeugungsbetrieben zu verzichten.

Quelle: MDR(sar),epd,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 05. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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