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Mitarbeiter der Thüringer Kliniken protestierten am Mittwoch vor dem Landtag in Erfurt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

GesundheitswesenHilfen vom Bund gefordert: Klinikmitarbeiter protestieren vor dem Landtag

von MDR THÜRINGEN

Stand: 14. September 2022, 20:11 Uhr

Am Mittwoch haben Beschäftigte der Thüringer Krankenhäuser angesichts steigender Kosten vor dem Landtag in Erfurt demonstriert und mehr finanzielle Unterstützung gefordert. Politiker unterstützten den Protest.

Rund 350 Mitarbeiter Thüringer Krankenhäuser und einige Politiker haben vor dem Landtag in Erfurt demonstriert und Finanzhilfen vom Bund gefordert. Mit dem Geld sollten die Kosten von Inflation und Energiekrise ausgeglichen werden, hieß es auf der Demonstration.

Die 45 Thüringer Krankenhäuser hätten 71 Millionen Euro zusätzliche Kosten in diesem und weitere rund 280 Millionen Euro im nächsten Jahr für Strom und Gas, aber auch für Medizinprodukte oder Medikamente.

Gundula Werner, die Vorsitzende der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen, warnte vor einer wirtschaftlichen Schieflage der Kliniken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das könnten die Kliniken nicht mehr ausgleichen, sagte Gundula Werner, die Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft. Die Krankenhäuser bräuchten schnellstmöglich wirtschaftliche Planungssicherheit, andernfalls gerieten die Kliniken flächendeckend in eine gravierende wirtschaftliche Schieflage.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) unterstützte den Protest der Krankenhausmitarbeiter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) erklärte, es sei ein Unding, dass der Bundesgesundheitsminister bislang nicht reagierte. Schon im Juni hatte die Gesundheitsministerkonferenz der Länder einen Ausgleich für die Mehrkosten gefordert und einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Wir erwarten, dass die Krankenhäuser wirtschaftlich gesichert werden.

Heike Werner (Linke) | Thüringer Gesundheitsministerin

"Wir erwarten, dass der im Juni 2022 einstimmig gefasste Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz, die Krankenhäuser mit einem Inflationsausgleich zu unterstützen, nun endlich umgesetzt wird und die Krankenhäuser wirtschaftlich gesichert werden", sagte Werner.

Rund 350 Beschäftigte nahmen an der Demonstration teil. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch die Landtags-Fraktionsvorsitzenden der Linken, der CDU und der FDP sowie Kommunalpolitiker unterstützten die Demo. Mario Voigt, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, sagte MDR THÜRINGEN: "Lauterbach muss reagieren. Es braucht einen Inflationsausgleich und Solidarität mit unseren Kliniken."

Die Demonstration war Teil bundesweiter Protestaktionen der Krankenhäuser gegen die Berliner Politik. Schon jetzt machen 60 Prozent der deutschen Krankenhäuser Verluste.

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MDR (dpa/caf)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Thüringen Journal | 14. September 2022 | 19:00 Uhr