Energie Erfurt kippt Spar-Maßnahme - Licht am Anger leuchtet nachts wieder

Nach Hinweisen aus der Bevölkerung, dass der Erfurter Anger nachts zu dunkel sei, hat die Stadt beschlossen, die Hauptpost wieder zu beleuchten. Das Energiesparen dürfe nicht zulasten der Sicherheit der Bürger gehen.

Straßenbahn am Anger in Erfurt.
Die Lichter auf dem Erfurter werden wieder angeschaltet. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO/Bild13

Die Stadt Erfurt will die Beleuchtung der Hauptpost in der zentralen Flaniermeile der Innenstadt wieder leuchten lassen. Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) habe den Beschluss als Chef des Erfurter Energiebeirats nach einer nächtlichen Begehung auf dem Anger gefasst, teilte die Stadt am Freitag mit.

Viel zu dunkel! Vor allem neben der Hauptpost und vor dem Angerbrunnen - auch weil viele Geschäfte ihre Beleuchtung abgeschaltet haben.

Andreas Bausewein (SPD) Oberbürgermeister Erfurt

Die Stadt geht noch einen Schritt weiter: Die bisher bis Mitternacht vorgesehene Beleuchtung des Gebäudes soll jetzt die ganze Nacht über an bleiben. Das koste die Stadt im Jahr rund 6.000 Euro. "Das ist sicherlich viel Geld, aber es ist gut angelegt, wenn dadurch das Sicherheitsgefühl der Erfurterinnen und Erfurter drastisch erhöht wird", sagte der Sicherheits- und Umweltbeauftragte der Stadt, Andreas Horn.

Wir müssen selbstverständlich Energie sparen, aber nicht zulasten der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.

Andreas Horn Sicherheits- und Umweltbeauftragter der Stadt Erfurt

Vor dem Gebäude Anger 1 werde die Stadt zudem in den Laternen hellere LED-Einsätze einsetzen. Wie Horn sagte, hatte es zuvor etliche Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, dass der sogenannte Anger zu dunkel sei, seitdem die Hauptpost nicht mehr beleuchtet werde. "Wir müssen selbstverständlich Energie sparen, aber nicht zulasten der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger."

Der Domplatz in Erfurt, 2009
Auch der Erfurter Dom bleibt beleuchtet. (Archivbild) Bildrechte: imago images / Sylvio Dittrich

In Erfurt sind 18 Gebäude, darunter auch die Hauptpost, seit rund einer Woche nachts nicht mehr beleuchtet. Damit entspricht die Stadt einer geltenden Energiesparverordnung des Bundes. Diese schreibt vor, dass die Beleuchtung von Gebäuden oder Baudenkmälern von außen verboten ist, eine Ausnahme gibt es nur für Sicherheits- und Notbeleuchtung. Bereits bei Dom und Weihnachtsmarkt hatte Oberbürgermeister Bausewein angekündigt, nicht auf die Beleuchtung verzichten zu wollen.

Mehr zum Thema: Energiesparen in Thüringer Städten und Kommunen

MDR/dpa (caf)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 17. September 2022 | 08:30 Uhr

10 Kommentare

Vritra vor 19 Wochen

Falls *SIE* es nicht mitbekommen haben, geht es nicht um einen tatsächlich noch nicht vorhandenen Energiemangel, sondern darum möglichst viel Energie einzusparen, damit diese nicht teuer erzeugt werden muss und diese Ressourcen anderweitig zur Verfügung stehen.

Ich habe für diese Erfurter Querulanten keinerlei Verständnis und hoffe, dass der Bund gegen die Stadt Erfurt vor Gericht ziehen wird. Gesetze sind einzuhalten, auch und gerade von Vertretern staatlicher Organe!!!

Matthi vor 19 Wochen

Falls sie es nicht mitbekommen haben wir haben kein Energiemangel im Gegenteil wir exportieren Strom an Länder die bis jetzt günstigen Französischen Atomstrom gekauft haben und durch den Ausfall der Französischen Atomkraftwerke einen Mangel hätten wenn Deutschland nicht liefern würde. Wir haben hohe Strompreise was übrigens nicht gerechtfertigt ist da die Gaskraftwerke, die nur 15% des Strombedarf erzeugen den Strompreis bestimmen auch für günstige Stromerzeuger und das alles nur weil der Gesetzgeber das mal so festgelegt hat. Wenn die Stadt wirklich strom sparen wollte hätte sie schon vor Jahren mit der Umrüstung der Straßenbeleuchtung anfangen müssen.

Matthi vor 19 Wochen

Hier geht es nicht um Fußwege, falls sie eine Frau haben die im Handel bis spät abends wenn es schon dunkel ist arbeiten muss, würden sie es toll finden wenn sie durch halb dunkle Straßen gehen müsste jederzeit gefahrlaufend überfallen zu werden. Diese Frage sollte sich übrigens jeder verantwortliche stellen der über die Straßenbeleuchtung Entscheidungsgewalt hat.

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