Ermittlungen Razzia in Erfurt und Altenburg: Mutmaßliche Schleuser festgenommen

In den vergangenen Wochen waren in Thüringen und Sachsen aus mehreren Lkw illegal nach Deutschland eingereiste Menschen aufgegriffen worden. Ihre Aussagen führten Ermittler von Staatsanwaltschaften und Polizei offenbar auf die Spur von Schleusern. Gegen eine Bande mutmaßlicher Schleuser ging die Polizei am Mittwoch in Thüringen und anderen Bundesländern vor.

Hinweisschild zum Sitz der Bundespolizei in Erfurt
Die Ermittlungen zur Schleuserkriminalität werden von der Bundespolizei geführt. Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

Die Bundespolizei hat am Mittwochmorgen mehrere Häuser in Erfurt und Altenburg durchsucht. Dabei ging es nach Informationen von MDR THÜRINGEN um Ermittlungen gegen mutmaßliche Schleuser. In Erfurt wurde ein Verdächtiger festgenommen, zwei weitere in Altenburg.

Bei dem in Erfurt festgenommenen Mann handelt es sich um einen 41-jährigen Syrer. Er und die beiden in Altenburg Festgenommenen sollen nach MDR-Informationen zur unteren Ebene einer Bande gehören, die Menschen über die sogenannten Balkanroute nach Deutschland geschleust haben soll. Die Geschleusten sollen dafür insgesamt mehr als 200.000 Euro bezahlt haben. Weitere Durchsuchungen gab es in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) und Ronnenberg (Niedersachsen).

Angeordnet wurde die Razzia von den Staatsanwaltschaften in Görlitz und Dresden. Die Ermittler waren den mutmaßlichen Schleusern durch Flüchtlinge auf die Spur gekommen, die in Sachsen aufgegriffen worden waren. Nach Angaben der Bundespolizei in Halle/Saale richten sich die Ermittlungen gegen insgesamt fünf Beschuldigte syrischer, türkischer und serbischer Nationalität.

Ein Polizeibeamter steht vor einem mehrgeschossigen Wohnhaus in Erfurt.
In Erfurt wurde ein mutmaßlicher Schleuser festgenommen. Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

Sie sollen insgesamt mindestens 85 Ausländer nach Deutschland eingeschleust haben. Als Schleuserlohn sollen pro Person Beträge von 3.500 bis 12.000 Euro verlangt worden sein. Die Erlöse hätten die Verdächtigen wahrscheinlich dazu benutzt, ihren Lebensunterhalt in Deutschland zu bestreiten, so die Polizei. Bei ihnen soll es sich sowohl um Organisatoren als auch um Fahrer handeln.

Im Rahmen des heutigen koordinierten Einsatzes mehrerer Bundespolizeidienststellen und der Kooperation mit Europol konnte einer international agierenden Schleuserbande das Handwerk gelegt werden.

Romy Töwe, Polizeiführerin der Bundespolizei-Inspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle/Saale

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 17. März 2021 | 08:00 Uhr

19 Kommentare

hansfriederleistner vor 37 Wochen

Es wird immer von armen, mittellosen Flüchtlingen gesprochen und geschrieben. Wenn ich dann von 12000 € Schleusergebühr lese, frage ich mich, wo das Geld herkommt. Es gibt in Deutschland viele alte Rentner, die ein Leben lang gearbeitet haben, die kennen solche Zahlen nicht aus der Praxis.

Funkwerker vor 37 Wochen

@0815: Sollte dies bei Ihnen erfolgsversprechend sein von mir aus.
Ansonsten halte ich einfach mal fest, dass der Spruch "getroffene Hunde bellen" immer wieder im Leben bestätigt wird.

Funkwerker vor 37 Wochen

Armes Deutschland.
Wenn ich hier die Kommentare einiger Foristen lese muss ich leider feststellen, dass diese nicht zwischen gewerblichen Schleusen mit der Absicht Gewinne / Einkommen zu erzielen und ehrenamtlicher Hilfe unterscheiden können.
Ist einfach nur noch peinlich wie krass die geistigen Defizite bei einzelnen Foristen sind. Herr Holter, erabeiten Sie bitte kurzfristig ein Programm um diesen Meschen zu helfen!!!

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