Umfrage von Schülerparlament Corona-Pandemie: Schüler sehen Hygienekonzepte an Erfurter Schulen kritisch

Die Hygienekonzepte in Erfurts Schulen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden von vielen Schülern kritisch gesehen. Das geht aus einer Umfrage des Erfurter Schülerparlaments hervor, an der sich 1.011 Schülerinnen und Schüler beteiligt haben. Demnach wird unter anderem ein Mangel an Hygiene- und Desinfektionsartikeln wie Seife und Seifenspender beklagt, aber auch das Nichteinhalten des Mindestabstands von 1,50 Meter durch Schüler. Anlass für die Umfrage seien vermehrte Beschwerden, Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge gewesen, teilte das Schülerparlament mit. Die Umfrage wurde den Angaben zufolge in der zweiten Novemberhälfte gemacht.

Daraus geht unter anderem hervor, dass viele Schüler die Hygienekonzepte an ihren Schulen als wenig effektiv einschätzen. Hauptgrund ist demnach, dass sie nicht von allen Schülern eingehalten werden können. Zwar werden Maßnahmen wie häufigeres Händewaschen, Lüften von Klassenräumen und Abstandsregeln als durchaus sinnvoll erachtet. Jedoch fehle es häufig an Seife und Seifenspendern oder auch an der Zeit, sich vor Unterrichtsbeginn die Hände zu waschen. Zudem fürchten Schüler durch das häufige Lüften mit kalter Luft ein höheres Krankheitsrisiko.

Schild Maskenpflicht
Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken werden nicht von allen Schülern als sinnvoll angesehen. Bildrechte: imago images/Pius Koller

Abstandsregeln nur schwer einzuhalten

Auch die Tatsache, dass in einer Klasse Schüler aus 20 und mehr Haushalten in einem Raum zusammen sind, steht laut Umfrage im Widerspruch zu Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich, wo maximal zwei Haushalte erlaubt sind. Ebenso werde das Einhalten von Mindestabständen erschwert, wenn beispielsweise viele Schüler zum Unterrichtsbeginn in kurzer Zeit durch dieselbe Tür gehen müssten. Beschwerden gibt es demnach auch über das Einbahnstraßen-System in Schulen. Auch seien Seifenspender manchmal tagelang leer und Toiletten in den Pausen überfüllt - auch deshalb, weil die Toilettenbenutzung während des Unterrichts häufig nicht mehr erlaubt werde.

Schüler missachten Hygienekonzepte

Kritisch gehen die Schülerinnen und Schüler aber auch miteinander um. So kritisierten Befragte, dass Mitschüler das an ihrer Schule geltende Hygienekonzept missachteten, weil sie es unlogisch finden oder kein Verständnis dafür haben. Mindestabstände würden häufig nicht eingehalten, auch nicht in den Pausen auf dem Schulhof. Auch seien manche Schüler zu faul, sich die Hände zu desinfizieren. Zudem würden Verstöße nicht angesprochen oder hätten keine Konsequenzen.

In der Umfrage werden auch Verbesserungsvorschläge gemacht. Dazu gehören beispielsweise die Einführung eines Schichtsystems für Pausen, um die Anzahl der gleichzeitig auf dem Schulhof befindlichen Schüler zu begrenzen. Zudem könnten getrennte Aufenthaltsbereiche festgelegt werden. Auch eine strengere Aufsicht wird vorgeschlagen. Schülerinnen und Schülern soll auch die Benutzung privater Desinfektionsmittel erlaubt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten regional | 07. Dezember 2020 | 11:00 Uhr

21 Kommentare

Matthi vor 50 Wochen

Wenn die Zustände an unseren Schulen nicht in Ordnung sind hilft nur eins sofortiger Schulschluss, wäre schon anfang November zum Teil Lockdown sinnvoll gewesen, auch Kinder und Schüler sind Überträger.

brokkoli vor 50 Wochen


Stück Seife mitnehmen klingt perfekt, vorallem wenn der Großteil der Erfurter Schulen keinen Zugang zum fließenden/sauberen/warmen Wasser hat. Oder einfach 10l Wasser in die Schule mitschleppen und dann klappt das, oder haben Sie noch eine schlauere Lösung?
Am einfachsten wäre, gleich auch Toilettenschüssel mitzubringen, da viele Schulen aus dem Grund fehlendes Wasser die Toiletten sperren.
Es muss mehr in die Bildung und somit auch Versorgung der Schulen investiert werden, es gibt kein Grund, diese Situation und die Schüler auszulachen.
Ein Vorschlag meinerseits: bitte versuchen Sie, sich in die Situation aller Beteiligten hineinzuversetzen - die Schüler beklagen sich nicht, sie fordern Änderungen. Änderungen, die nicht nur seits der Mitschüler kommen muss, sondern auch vom Staat.

Matthi vor 50 Wochen

Das zeigt das es falsch war die Schulen im November offen zu lassen. Ich bin letztens an einer Schule vorbei gekommen da war große Pause. Auf dem Schulhof waren min. 50 Schüler ein Teil der Jungen spielte Fußball die Mädchen standen in Gruppen keine Masken und mindest Abstand war auch nicht hat vom Personal keinen interessiert. Bei solchen Umsetzungen der Co.19 Regeln brauchen wir uns nicht wundern das der November nichts gebracht hat.

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