Kriminalität Erfurt: Schädelbruch nach Axt-Angriff - Neue Zeugenaussagen

Nach dem Überfall auf zwei Männer aus der rechtsextremen Szene in Erfurt haben sich mehrere Zeugen bei der Polizei gemeldet. Die Ermittler gehen von einem politisch motivierten Anschlag aus, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Mehrere maskierte Personen laufen auf einer Straße weg.
In dieser Szene aus dem Fahndungsvideo der Polizei sind fünf der Angreifer zu sehen. Bildrechte: MDR/Thüringer Polizei

Nach der öffentlichen Fahndung zu einem Angriff auf zwei rechtsextreme Männer in Erfurt sind erste Zeugenhinweise bei der Polizei eingegangen. Mit Videos und einem Phantombild wurde seit Dienstag nach den Tätern des Axt-Angriffs gesucht. In einem Video ist zu hören, wie einer der Täter beim Weglaufen "Scheißnazis sind das" ruft. Die Polizei ordnet die Opfer dem rechtsextremen Spektrum zu.

Zur Frage um wie viele Zeugenaussagen es sich handelt und wie vielversprechend diese sind, wollte sich die Polizei in Absprache mit der Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Tätersuche mit Phantombild

Das Video einer Zeugin - das nach einem Gerichtsbeschluss veröffentlicht werden darf - und ein Phantombild sollen bei der Suche nach den bislang unbekannten Tätern helfen. Einer von ihnen war nach Angaben der Polizei von einem Zeugen gesehen worden, bevor er sich vermummte. Von diesem Täter wurde das Phantombild gezeichnet.

Phantombild eines jungen Mannes
Einer der Täter wurde ohne Sturmhaube beobachtet, von ihm gibt es dieses Phantombild. Bildrechte: MDR/Polizei Thüringenv

Zahl der Angreifer offen

Der 24- und der 34-Jährige waren am Donnerstag von maskierten Angreifern mit einer Axt, Totschlägern und Pfefferspray attackiert worden. Einer der beiden erlitt einen Schädelbruch, der andere schwere Kopfverletzungen. Beide liegen im Krankenhaus.

Wie viele Angreifer es gab, steht noch nicht fest. Laut Polizei gibt es unterschiedliche Zeugenaussagen. In einem der Videos sind sechs Personen zu sehen, die wegrennen.

In Erfurt haben sich in der jüngsten Vergangenheit bereits zwei ähnliche Überfälle ereignet. So hatten Unbekannte im Mai 2021 einen 25 Jahre alten Rechtsextremen in dessen Wohnung überfallen und ihn misshandelt.

Im Frühjahr vergangenen Jahres gab es einen Überfall auf ein Bekleidungsgeschäft in der Neuwerkstraße. Dabei wurde eine Verkäuferin schwer verletzt. In dem Laden wurden Sachen der Marke "Thor Steinar" verkauft; die Marke ist in der rechten Szene beliebt.

MDR (ifl,seg)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. Januar 2023 | 16:00 Uhr

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