Energie Warum Gas in Erfurt jetzt noch strenger riecht

Gas ist geruchlos. Um bei einem Austritt zu warnen, werden ihm deshalb "Duftstoffe" beigemischt. Erfurter Gas ist jetzt noch sicherer - weil es noch mehr nach faulen Eiern riecht.

Gasherd
Gasherd: Ein neues Gemisch im Erfurt Gas führt zu einem noch strengeren Geruch (Symbolfoto). Bildrechte: colourbox.com

In Erfurt riecht Erdgas aus der Leitung jetzt anders. Wie die Stadtwerke als Netzbetreiber mitteilten, mischen sie dem Gas seit Montag einen anderen Geruchsstoff zu. Die Substanz mit der Bezeichnung "Sentinel E" rieche noch unangenehmer als der Vorgänger, sagte Martin Rudolf von den Stadtwerken.

Bei der Umstellung geht es den Stadtwerken zufolge vor allem um die Sicherheit. "Weil er noch strenger und intensiver riecht, wird er besser wahrgenommen", sagte Rudolf. Um sich ein besseres Bild zu machen: Der alte Geruchsstoff habe wie zwei faule Eier gerochen. Der neue Geruchsstoff "Sentinel E" rieche nach drei faulen Eiern.

Umweltfreundlicher und günstiger

Geruchsstoffe werden Gasen ohne Eigengeruch als Alarm- oder Warnsignal beigemischt. Im Fachjargon spricht man hier auch von Odorierung. In Erfurt wurde bisher "THT" zugesetzt. Dabei handelt es sich laut Rudolf um einen jahrzehntealten Geruchsstoff. "Sentinel E" sei neuer und habe noch weitere Vorteile: Den Angaben nach ist der neue Stoff schwefelarmer und dadurch umweltfreundlicher.

Zudem spart die Stadt Kosten: "Wir müssen nur noch ein Drittel im Vergleich zum vorherigen Stoff ins Erdgasnetz beimengen", sagte Rudolf. Dadurch habe die Stadt eine Ersparnis von rund 60 Prozent. Auch in einigen anderen Thüringer Städten wie Jena werde "Sentinel E" eingesetzt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. November 2020 | 07:00 Uhr

1 Kommentar

part vor 37 Wochen

Wohl dem der noch Gas zum Kochen, Heizen und zur Warmwasserversorgung hat. Die Preise gestalten sich dabei transparenter als die Versorgung von zentraler Stelle mit Fernwärme, mal mehr, mal weniger und oft ziemlich laut dank schlecht gewarterer Wärmepumpen. In vielen Wohngebieten in Erfurt wurde nach dem Verschleudern an private Finanzinvestoren billige Modernisierungen durchgeführt und die Umstellung auf E- Herde und später auf Fernwärmeversorgung, kein wirklicher Gewinn für die Betroffenen aber wohl Gewinn für einige Beteiligte bis auf Weiteres. Wie war es damals schön als die Kochzeit nur die Hälfte betrug und Duschwasser noch richtig heiß werden konnte, neben einer Notheizung im Winter. Heute wird die Abhängigkeit der Gesellschaft von Elektroenergie und Stadtwerken immer prädistenierter. Ich hoffe daher auch auf die Fertigstellung von Nord- Stream II und dem Ausbau der Gasversorgung in diesen Land unabhängig von Fracking- Produkten.

Mehr aus der Region Erfurt - Arnstadt

Mehr aus Thüringen

Zwei Personen restaurieren ein Fahrrad. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK