Erfurt Stadt hält am Gewerbegebiet Urbich fest

Im Erfurter Ortsteil Urbich soll ein Gewerbegebiet entstehen. Bereits seit elf Jahren will die LEG das Land erschließen, genauso lange gibt es auch Proteste dagegen. Zuletzt hatte der Petitionsausschuss im Thüringer Landtag zu einem Verzicht geraten. Doch die Stadtverwaltung hält an ihren Plänen fest. Fachgutachten hätten Gegenargumente widerlegt.

Ein Feld vor einem Dorf.
Die Stadt Erfurt hält am geplanten Gewerbegebiet im Ortsteil Urbich fest. Bildrechte: MDR/Christoph Falkenhahn

Die Stadtverwaltung Erfurt will am geplanten Gewerbegebiet im Ortsteil Urbich festhalten. Die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht und das Planverfahren akribisch erledigt, teilte Christoph Bimböse, Referent des Oberbürgermeisters, MDR THÜRINGEN mit.

Fachgutachten widerlegen Gegenargumente

Fachgutachten hätten einen Großteil der Argumente der Gegner des Gewerbegebietes widerlegt. Die bislang vorliegenden Informationen zur Entscheidung des Landtags-Petitionsausschusses sprechen aus Sicht der Landeshauptstadt nicht für einen sofortigen Abbruch des Vorhabens, heißt es.

Der Petitionsausschuss hatte empfohlen, Flächen nicht mehr großräumig zu bebauen und zu versiegeln. Das seien, heißt es aus der Stadtverwaltung, aber nur Empfehlungen für die zukünftige Ausrichtung der Entwicklungs- und Förderpolitik des Freistaates.

Ackerland oder Technologiepark?

Der Gewerbe- und Technologiepark in Urbich ist nach Stadtangaben ein Projekt von großer wirtschaftlicher Bedeutung. In Erfurt gibt es demnach keine alternativen Flächen in dieser Größenordnung. Die Flächenreserven des Altstandortes im Erfurter Südosten sind laut Bimböse erschöpft und Neuansiedlungen oder Ausgründungen könnten nicht mehr am Standort realisiert werden.

Seit elf Jahren will die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) im Auftrag der Stadt den Technologie- und Gewerbepark Urbich erschließen. Genauso lange protestieren Anwohner, Naturschützer und inzwischen auch Stadträte gegen das Projekt. Der Petitionsausschuss hat sie darin bestärkt, dass statt auf der "grünen Wiese" zu bauen, vielmehr Brachflächen entwickelt werden sollten. Die Petition hatten über 4.000 Menschen unterzeichnet. Ein Aus für "URB 638" muss allerdings der Stadtrat beschließen. Der Petitionsausschuss hat nur Empfehlungscharakter.

Quelle: MDR (mam)

7 Kommentare

Uborner vor 17 Wochen

Guten Ackerboden brauchen wir ja in Thüringen nicht mehr, wir können ja die Ernährung auch noch outsourcen. Wenn das Brot dann 10€ kostet und das Kilo Äpfel auch, werden die Befürworter der Bodenversieglung die ersten sein die quieken.

Uborner vor 17 Wochen

Wir haben die letzten Jahre täglich etwas mehr als 50ha Flächenversieglung in Deutschland gehabt, ein reichlicher halber Quadratkilometer. Wieviel fallen davon wohl auf Windräder? Ein noch dümmeres Beispiel wird kaum zu finden sein.

atomkraftwerk vor 17 Wochen

Die Entscheidung ist nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass hier vorrangig wirtschaftliche Interessen vertreten werden. Da bleibt der Rest eben auf der Strecke. Siehe hierzu den anderen Artikel '...Ackerland wird auch in Thüringen immer rarer und immer teurer...'.

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