Ackerland oder Technologiepark? Erfurt: Pläne für Gewerbegebiet Urbich vorerst auf Eis

Der Plan zum Bau des Gewerbegebiets in Erfurt-Urbich liegt vorerst auf Eis. Wie Ortsteilbürgermeister Peter Fitzenreiter MDR THÜRINGEN sagte, wollen zwei Grundstücksbesitzer ihre Grundstücke nicht an die Landesentwicklungsgeselllschaft (LEG) verkaufen. Es handelt sich dabei nach Angaben der Gemeinde um acht Hektar.

Ein Feld vor einem Dorf.
Gegen die Pläne für das Gewerbegebiet in Erfurt-Urbich regt sich seit Jahren Widerstand. Bildrechte: MDR/Christoph Falkenhahn

In Urbich gibt es seit Jahren Widerstand gegen das geplante Gewerbegebiet. Im Januar hatten die Einwohner von Urbich knapp 4.000 Unterschriften gegen das Gewerbegebiet an den Petitonsausschuss des Landtags übergeben. Eine Antwort liegt bislang nicht vor.

Jahrelanger Streit um Pläne für Technologiepark

Seit 16 Jahren versucht die Landesentwicklungsgesellschaft auf 43 Hektar einen Technologiepark zu entwickeln. LEG-Sprecher Holger Wiemers sagte MDR THÜRINGEN, die LEG verfolge dennoch weiter die bekannten Entwicklungspläne. Der Stadtrat hatte ursprünglich bereits im vergangen Jahr das Gewerbegebiet gültig auf den Weg bringen wollen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 06. August 2021 | 08:30 Uhr

2 Kommentare

part vor 10 Wochen

Wir haben hier in Erfurt ein Gewerbegebiet, das zunehmend gewachsen ist aber nur unzureichend an die Verkehrsanbindung angegliedert wurde. Ein einziger verkehrstechnischer Störfall reicht aus, um Großunternehmen eine Zeitlang lahmzulegen und Staus für LKW und Beschäftigte zu erzeugen. Die Stadtverwaltung von Erfurt interessiert es nicht im geringsten neue Möglichkeiten zu schaffen für Unternehmen und Beschäftigte und Engpässe zu verringern. Wenn selbst existierende Gewerbegebiete verkehrstechnisch und Infrastrukturell nur als Steuereinnahme gesehen werden dann wird es Zeit für einen Wechsel in den Dezernaten und nicht nur im Stadtrat durch Neuwahlen.

erfurter-buerger vor 10 Wochen

In der Stellungnahme zum Landerwerb durch die LEG, dass zwei Familien aus Urbich die "Wohltat Gewerbegebiet" auf diesem besten Ackerboden, verhindern würden, könnte einen völlig falschen Eindruck vermitteln. Grundsätzlich geht es m. E. in Anbetracht fehlender Nachhaltigkeit des städtischen Umgangs mit seit Jahrzehnten reichlich vorhandenen Industrie- und Gewerbebrachen, in den Hauptargumenten um Boden-, Hitze-, Grundwasser- und Hochwasserschutz für die Gemeinde und das im Talkessel liegende Erfurt. In Anbetracht der an Wirkung zunehmenden Klimakrise mit den allenorts möglichen extremen Witterungserscheinungen, würde die Errichtung einer Infrastruktur mitten in der östlichen Kaltluftschneise einer Heizplatte gleichkommen. Völlig unverständlich. Zudem gibt es ausreichend Beispiele für mit Millionen an Steuergeldern errichteten Gewerbegebiete, die garnicht oder über Jahrzehnte mit großen Aufwendungen besiedelt wurden. Ein Beispiel, das durch die LEG errichtete Gewerbegebiet Goldene Aue.

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