Wirtschaft Hohe Nachfrage aus Autoindustrie: Chiphersteller Melexis investiert Millionen in Erfurt

Der belgische Mikrochiphersteller Melexis investiert fünf Millionen Euro in seinen Erfurter Standort. Damit reagiert das Unternehmen auf die stark gewachsene Nachfrage nach Halbleiterchips.

Blick in das Melexis-Werk in Erfurt. Viele Maschinen sind zu sehen. Vorn eine Gruppe Menschen in Schutzanzügen.
Blick ins Melexis-Werk in Erfurt. Die Qualitätskontrolle soll erheblich ausgeweitet werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit der Millionen-Investition in Erfurt reagiert der weltweit tätige Mikrochip-Hersteller auf die stark gewachsene Nachfrage nach Halbleiterchips vor allem aus der Automobilindustrie.

Geplant ist noch in diesem Jahr, neun neue Testanlagen und zwei Verpackungsmaschinen zu installieren. Die Testanlagen ermöglichen, die Kapazität bei der Qualitätskontrolle der fertigen Chips erheblich zu steigern.

Die erste Testanlage kam am Montag aus Italien an. Die nächsten sollen im Juni kommen. Jede einzelne dieser neuen Anlagen ersetze bis zu sechs herkömmliche, sagte Produktionsleiter Sven Linsel. Außerdem werden zwei Verpackungsmaschinen angeschafft.

Maschinen für eine neue Testanlage werden für den Mikrochiphersteller Melexis per Lkw angeliefert und ausgeladen.
Eine neue Testanlage für den Mikrochiphersteller Melexis wird per Lkw in Erfurt angeliefert und ausgeladen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Melexis mit 19 Standorten weltweit

Das belgische Unternehmen Melexis hat in den vergangenen fünf Jahren rund 30 neue Arbeitsplätze in Erfurt geschaffen. Insgesamt beschäftigt der Konzern an 19 Standorten, darunter in Shanghai, Kiew, Korea oder in den Philippinen, mehr als 1.700 Mitarbeiter. 250 Beschäftigte gibt es in Erfurt.

Melexis entwickelt Schaltkreise, produziert sie aber nicht selbst. Die Fertigung der Siliziumscheiben mit den Chips erfolge häufig bei der benachbarten Firma X-Fab, sagte eine Melexis-Sprecherin. Tests und Verpackung übernehme dann wieder Melexis.

Das Werk von Melexis in Erfurt.
Blick auf das Werk von Melexis in Erfurt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit der Produktion von Mikrochips hat der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von über 640 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Konzern zählt sich nach eigenen Angaben weltweit zu den drei größten Zulieferern für Halbleitersensoren.

MDR (anh/rom)

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 23. Mai 2022 | 18:00 Uhr

2 Kommentare

Niemann vor 4 Wochen

Das technologische Niemanndsland Deutschland wird mit der jetzigen Politik, und da spreche ich in Baerbocks dümmlicher Art, nun für immer von der Weltspitze fern bleiben. Die gesetzten Prioritäten sind ganz einfach darauf ausgerichtet und da helfen auch nicht ein paar Milliönchen Investition, wenn andererseits Milliarden und Abermilliarden in die Welt, ohne sichtbaren Nutzen, hinausgeballert werden. Deutschland befindet sich zur Zeit in einer Schulden- und Inflationsorgie in deren Flammen immer mehr Öl, Hauptsache kein russisches, gegossen wird.

Niemann vor 4 Wochen

Bin seit 30 Jahren in der IT-Branche beschäftigt und mal abgesehen davon das ich in der Hardware der betreuten Gerätschaften wirklich Nichts und Nie von einem Chiphersteller Melexis gesehen und gehört habe ist die mit dem Artikel verbundene Euphorie so wie Dampftuten ohne Dampf zu haben. Die grundlegende Technologie für die Chipherstellung in DE (oft nur durch ausländische Firmen!) ist zwar vorhanden aber in DE völlig verschlafen worden und auch weiterhin gilt nur "ruhe sanft". Und da helfen auch paar Milliönchen Investition nicht. Der technologische Rückstand zu den USA und vor allem zu Fernost ist so gravierend das man mindestens so viel wie zur Aufrüstung der Bundeswehr investieren müßte um wenigstens wieder an die Weltspitze ranzukommen. Doch das ist in einem Land wie DE, das auf einem großen Schuldenberg festsitzt, wobei die Schulden durch eine völlig verfehlte Energiewende, durch Weltrettungsphantasien, Coronawahnsinn und Kriegsbeförderung immer mehr wachsen nicht mehr möglich.

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