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Die Junge Gemeinde Stadtmitte Jena hat gegen AfD-Chef Höcke auf Unterlassung geklagt. (Archivbild) Bildrechte: dpa

"Landolf Ladig"

Erfurter Landgericht verhandelt Unterlassungsklage gegen Björn Höcke

von MDR THÜRINGEN

Stand: 02. Juni 2021, 05:25 Uhr

Die wahre Identität des Autoren mit dem Pseudonym Landolf Ladig ist unbekannt. Dieser hatte Texte in einer einer NPD-nahen Zeitung verfasst. Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke behauptete im MDR-Sommerinterview 2019, der Geburtsort von Landolf Ladig befände sich in der Jungen Gemeinde Stadtmitte Jena. Die hat deswegen auf Unterlassung geklagt. Viele vermuten Höcke selbst hinter dem Pseudonym. Ab Mittwoch wird in Erfurt verhandelt.

Das Erfurter Landgericht verhandelt am Mittwoch eine Unterlassungsklage gegen den AfD-Politiker Björn Höcke. Kläger ist die Junge Gemeinde Jena. Es geht darum, wer hinter dem Pseudonym Landolf Ladig steckt. Unter diesem Pseudonym wurden in der Vergangenheit Texte in einer NPD-nahen Zeitschrift veröffentlich.

Verfassungsschutz: Texte zweifelsfrei verfassungsfeindlich

Der Verfassungsschutz hat die Texte analysiert. "Sie bringen eine zweifelsfrei verfassungsfeindliche Haltung zum Ausdruck", hieß es im Urteil der Behörde. Wegen der Wortwahl und des Schreibstils wurde öffentlich diskutiert, ob sich hinter Landolf Ladig der Thüringer AfD-Chef Höcke verbirgt. Höcke hat das stets bestritten und mit juristischen Schritten gedroht.

Auch das "Zentrum für politische Schönheit" hatte mit einer Plakataktion Höcke mit Landolf Ladig in Verbindung gebracht. Bildrechte: Zentrum für Politische Schönheit

JG Jena klagte gegen Höcke auf Unterlassung

Am 25. August 2019 behauptete Höcke dann im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview, der Geburtsort von Landolf Ladig befände sich in der Jungen Gemeinde Stadtmitte Jena (JG). Dies sei eine absurde Falschbehauptung, so die JG. Die Kirchengemeinde klagte im Oktober 2019 auf Unterlassung. Für die Prozesskosten wurde ein Spendenaufruf gestartet - es kam deutlich mehr Geld zusammen als nötig ist, gut 8.000 Euro. Die Spender kamen aus ganz Deutschland.

JG Stadtmitte: Höcke und AfD kommen schon zu lange durch

Anne Neumann von der JG Stadtmitte sagte zur Klage: "Schon viel zu lange kommen Höcke und die AfD damit durch, in hoher Frequenz Falschbehauptungen zu streuen, deren jeweilige Überprüfung für die meisten Leute gar nicht zu leisten ist. Und gerade wegen der Brisanz der Texte, um die es geht, haben wir für uns beschlossen, diese absurde Falschbehauptung nicht einfach so stehen zu lassen."

Fast zwei Jahre nach Höckes Behauptung wird nun am Landgericht Erfurt verhandelt. Die Junge Gemeinde Stadtmitte als Kläger hofft, dass der Prozess neue Erkenntnisse darüber bringt, wer wirklich hinter dem Pseudonym Landolf Ladig steckt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Juni 2021 | 05:00 Uhr

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