Verkehr Erfurt ist Modellstadt fürs Zu-Fuß-Gehen

Die Stadt Erfurt ist zur Modellstadt für besseren Fußverkehr ausgewählt worden. Hier und in vier weiteren Kommunen in Deutschland soll eine Strategie entwickelt werden, um das Zu-Fuß-Gehen in der Stadt attraktiver zu machen. Erst vor wenigen Monaten stimmte die Stadt auch dem Radentscheid zu, der Fahrradfahrern in der Stadt mehr Platz einräumen soll.

Fußgänger in der Erfurter Innenstadt.
In Erfurt soll unter anderem eine Strategie entwickelt werden, um das Zu-Fuß-Gehen in der Stadt attraktiver zu machen. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz

Die Stadt Erfurt ist Modellstadt für besseren Fußverkehr. Laut Stadtverwaltung ist sie damit eine von fünf Kommunen, die vom Fachverband Fußverkehr Deutschland Fuss e.V. dabei unterstützt werden, eine Fußverkehrsstrategie zu entwickeln. Das Projekt mit dem Titel "Gut gehen lassen - Bündnis für attraktiven Fußverkehr" soll dazu beitragen, das Zu-Fuß-Gehen in der Stadt attraktiver zu machen.

Erfurt macht Fußverkehrs-Check

Ausgewählt wurden neben Erfurt auch Braunschweig, Flensburg, Meißen und Wiesbaden. Bis Anfang 2023 soll in jeder der fünf Städte unter anderem ein Fußverkehrs-Check durchgeführt werden. Außerdem soll es Strategie-Gespräche mit der Stadtverwaltung, Workshops und "Parteiengespräche mit Kommunalpolitikern auf dem Gehweg" geben. Die Stadt erhofft sich von dem Prozess fachkundige Unterstützung, um Fußgängern mehr Platz einräumen zu können:

Gleichzeitig bauen wir auf die fachkundige Unterstützung des Fuss e.V. im Umgang mit schwierigen Argumenten, denen wir beim Thema Flächenneuverteilung oft gegenüberstehen, um eine Fußverkehrsförderung und auch die Akzeptanz für entsprechende Maßnahmen zu erreichen.

Achim Kintzel, Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung Erfurt

"Quartiers-Geher" gesucht

Zudem werden Anwohner gesucht, die vom Fachverband Fußverkehr zu "Quartiers-Gehern" geschult werden sollen. Von ihnen erwartet sich die Stadt konkrete Tipps, was sich die Bewohnerinnen und Bewohner in den einzelnen Stadtteilen beim Zu-Fuß-Gehen wünschen.

Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird vom Bund gefördert. Bundesweit hatten sich 30 Städte beim Fuss e.V. als Modellstadt beworben.

Radweg- und Fußweg-Schild
Erfurt plant mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer. Bildrechte: IMAGO

Auch Radfahrer sollen auf ihre Kosten kommen

Auch den Radfahrern will Erfurt mehr Platz in der Stadt einräumen. Der Stadtrat stimmte im Sommer 2021 für die Ziele des Radentscheids. Darin werden unter anderem ein durchgängiges Radwegenetz und mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder angestrebt. Jährlich sollen außerdem mindestens fünf Kilometer Radwege geschaffen werden.

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MDR Wissen Clips autofrei Mobi9lität 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mo 08.10.2018 15:25Uhr 01:13 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/video-eine-stadt-fuer-fussgaenger100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. September 2021 | 14:00 Uhr

19 Kommentare

Becki vor 3 Wochen

Ich fühle mich als Fußgänger von den Radfahrern massiv bedroht und belästigt, meine Gesundheit und meine körperliche Unversehrtheit wird täglich massiv gefährdet. Ich bewege mich im Umfeld des Nordparks und der Magdeburger Allee. Ich bin nun dazu übergegangen, auf der Straße zu laufen, weil auf dem Bürgersteig nur noch rücksichtslose Radfahrer mit Tempo 50 unterwegs sind- obwohl für viel Geld Radwege gebaut worden sind. Die Autofahrer sind auch unterwegs, aber die nehmen wenigstens Rücksicht. Der Nordpark verkommt zum Radrennparcours, für Fußgänger sind der Nordpark und die Geraaue lebensgefährlich - übrigens auch für die Buga-Besucher. Polizeikontrollen? Fehlanzeige. In den Notaufnahmen der Stadt ist übrigens täglich der größte Anteil von Unfällen von Radfahrern verursacht. Damit entsteht ein nicht unerheblicher Schaden an Behandlungskosten und Arbeitsausfall, den die Allgemeinheit mitfinanziert. Und immer öfter sind leider unschuldige Fußgänger unter den Verletzten.

hansfriederleistner vor 4 Wochen

Macht es doch Baden - Württemberg nach. Dort bekommt jeder, der mit dem Rad diese Woche zur Arbeit fährt, bis 10 Uhr eine Breze. Als Nachweis dient der Radhelm. Gebt den Fußgängern ein Gechenk - Stadtplan oder Spazierstock - Nachweis, daß man zu Fuß geht eine Schuhsohle .

Karl Schmidt vor 4 Wochen

@Atheist:
Janeeistklar: in Erfurt sind nur Männergruppen unterwegs...
Es ist ja BUGA.
Atheist, die Bedeutung dessen ist aber nicht: BUrschen Gehen Aus.

Lach

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