Protest vor dem Rathaus Klimacamp kehrt nach Erfurt zurück

Am Samstag soll das Klimacamp wieder auf dem Fischmarkt in Erfurt aufgebaut werden. Die Umweltaktivisten wollen bis Ende April vor dem Rathaus bleiben.

Erfurt, Fischmarkt, vor dem historischen Rathaus campieren Umweltaktivisten rund um die Uhr in Zelten, um so in der Landeshauptstadt mehr Klimaschutz einzufordern
Das Klimacamp auf dem Fischmarkt im Frühjahr 2021 (Archivbild). Bildrechte: IMAGO / Karina Hessland

Das Klimacamp kehrt zurück nach Erfurt. Die Organisatoren teilten am Mittwoch mit, das Camp werde am Sonnabend unter dem Motto "Erfurt verschläft den Klimawandel" vor dem Rathaus auf dem Fischmarkt aufgebaut. Bis 30. April wollen die Klimaaktivisten vor dem Rathaus campieren. Sie fordern, dass Bürgerinnen und Bürger beim Erfurter Klimaschutzkonzept stärker beteiligt werden, dass die Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr gesenkt werden und die Stadtverwaltung sichere Radwege schafft.

Vor wenigen Wochen hatte sich Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) erstmals mit den Protestierenden getroffen. Er hatte die Stadtpolitik verteidigt und unter anderem auf die gestiegenen Ausgaben für den Bau von Radwegen verwiesen. So wolle Erfurt in den nächsten zwei Jahren etwa acht Millionen Euro ins Radwegenetz investieren. Das ist doppelt so viel wie in den Jahren davor.

Bereits 2021 vor dem Rathaus campiert

Bereits im Frühjahr 2021 hatten die Klimaaktivisten vier Wochen lang vor dem Erfurter Rathaus campiert. Sie hatten ihr Camp bei der Versammlungsbehörde angemeldet. Als sie eine Verlängerung beantragten, wurden ihnen das von der Stadt versagt. Ein Widerspruch dagegen schweiterte vor dem Verwaltungsgericht, so dass das Camp geräumt werden musste.

Die Stadt hatte argumentiert, Händler und Restaurants am Fischmarkt ärgerten sich über das Klimacamp. Die Aktivisten zweifeln diese Darstellung an. Sie erklären, mit zahlreichen Anwohnern und Gewerbetreibenden gesprochen zu haben. Nur wenige seien ihnen ablehnend gegenübergetreten. Anfang August 2021 kehrte das Klimacamp für eine Woche auf den Fischmarkt zurück.

Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version dieses Artikels hatten wir berichtet, dass Klimacamp bleibe ein Jahr auf dem Erfurter Fischmarkt. Dies ist nicht der Fall. Das Camp ist bis Ende April 2022 geplant. Wir haben dies korrigiert. Ferner haben wir diesen Beitrag inhaltlich überarbeitet. Unter anderem wurden die Forderungen der Klimacamp-Organisatoren von 2021 durch die aktuellen Forderungen ersetzt und ihre Position zu Angaben der Stadt Erfurt dargestellt.

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 20. April 2022 | 09:30 Uhr

5 Kommentare

astrodon vor 17 Wochen

Handelt es sich bei diesem "campieren" eigentlich noch um sgg. "Gemeingebrauch" nach ? Ist das Aufstellen von Bänken, Zelten oder auch das Aufstellen von Kunstgegenständen im Fußgängerbereich nicht schon eine straßenrechtliche "Sondernutzung", die erlaubnispflichtig ist ?
Wird durch diese Nutzung nicht das Recht anderer Nutzer zu sehr eingeschränkt ?
Sonst kommt noch jemand auf den Gedanken, im Brühler Garten oder im Luisenpark zu zelten ...

funkmesser vor 17 Wochen

Ich frag mich schon immer, von was leben die eigentlich? Gibt es da einen geregelten Verdienst, oder doch nur Spenden, Stütze vom Amt und damit liegen die dann auf unser "aller Geldbeutel" nämlich dem Steuersäckel? Wie wäre es denn wenn die aktiv an der Stadreinigung beteiligt wären, das wäre doch schon mal eine nützliche Aufgabe. Ich hab keine Ahnung und bevor ich noch mehr Blödsinn schreibe belasse ich es damit erst mal.

Kopfschuettler vor 17 Wochen

Wenn alle Aktivisten mit gutem Beispiel voran gehen würden und sofort jeglichen Konsum und Ressourcenverbrauch einstellen würden, wären sie doch einen großen Schritt weiter.

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