Schmierereien Erfurt will Graffiti an der Krämerbrücke entfernen

Die Stadt Erfurt will die Graffiti-Schmierereien an der Rückseite der Krämerbrücke beseitigen lassen. In Zukunft wird auch die Videoüberwachung des Bereichs geprüft. Die Stadt zahlt nach eigenen Angaben einen fünfstelligen Betrag pro Jahr, um Gebäude von Schmierereien reinigen zu lassen.

Schmierereien an der Erfurter Krämerbrücke
Für die Stadt ein Ärgernis: Schmierereien an der Erfurter Krämerbrücke. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Stadt Erfurt will die Graffiti an der Rückseite der Krämerbrücke noch in diesem Sommer entfernen lassen. Wie Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) am Freitagmittag vor Ort sagte, wird die Beseitigung zwischen 30.000 und 50.000 Euro kosten.

Da viele der Schmierereien auf den Naturstein der Brücke gesprüht wurden, ist eine Spezialreinigung notwendig. Katja Sterzl von der Unteren Denkmalschutzbehörde sagte, es müssten verschiedene chemische Reinigungsmittel getestet werden. Eine Oberflächenreinigung durch Sandstrahlverfahren sei beispielsweise nicht möglich.

Stadt prüft Videoüberwachung

Laut Bausewein wird auch die Installation einer Videoüberwachung geprüft, um das Wahrzeichen der Stadt zukünftig vor Schmierereien zu schützen. Andreas Horn, Dezernent für Sicherheit und Umwelt, kündigte darüber hinaus verschärfte Kontrollen durch den Stadtordnungsdienst in den Morgen- und Abendstunden an. Dieser solle neue Graffiti direkt dokumentieren.

CDU begrüßt Vorstoß

Die Stadtratsfraktion der CDU begrüßt den Vorschlag. Der Fraktionsvorsitzende, Michael Hose, sagte MDR THÜRINGEN, man freue sich, dass nun auch Oberbürgermeister Bausewein eine Videokontrolle befürwortet. Über die Kehrtwende gebe es allerdings Verwunderung. Bausewein habe erst jüngst im Stadtrat eine Videoüberwachung des Erfurter Angers abgelehnt. Die CDU fordert seit Jahren eine Videoüberwachung verschiedener Plätze.

Einer Videoüberwachung muss der Erfurter Stadtrat zustimmen. Bislang waren derartige Vorstöße von der rot-rot-grünen Mehrheit abgelehnt worden.

Porträt Michael Hose
Michaelhose ist Vorsitzender der Erfurter CDU-Stradtratsfraktion. Bildrechte: MDR/Michael Hose

Reinigung kostet fünfstelligen Betrag im Jahr

Nach Angaben der Stadt haben in den vergangenen Wochen und Monaten die Schmierereien an der Brücke stark zugenommen. Verschiedene politische aber auch private Botschaften und Kraftausdrücke sind zu lesen.

Der Leiter vom Amt für Gebäudemanagement, Arne Ott, sagte, pro Jahr gebe die Stadt einen hohen fünfstelligen Betrag für das Entfernen von Graffiti aus. Außerdem würden jährlich rund 100 Strafanzeigen gestellt. Die meisten blieben aber ergebnislos.

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MDR (cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. Juli 2022 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

Ralf G vor 2 Wochen

Ein SPD-Bürgermeister, der jahrelang Videoüberwachung verhindert hat und Schmierereien, die größtenteils aus der linken Szene stammen. Das passt doch.

Quantix vor 2 Wochen

Toll! So ruiniert man das Image von Streetart. Wissen diese Deppen eigentlich, wie schwer es Künstlern gemacht wird, Freiflächen zu finden, wenn überall dieses hässliche, an Reviermarkierungen erinnernde Geschmiere klebt?

Wer so was macht, der hat sein Leben echt nicht mehr im Griff.

Norbert 56 NRW vor 2 Wochen

Ich werde das nie begreifen was man von diesen sinnlosen Schmierereien hat, ein Freund von mir hat sein Haus bis auf 2 mtr. Höhe mit Teflonfarbe lackiert, da hält keine Schmiererei mehr drauf. Gartenschlauch raus draufhalten und weg..

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