Satzungsänderung abgelehnt Keine Mehrheit für Musikboxen-Verbot in Erfurter Parks

Im Streit um Ruhestörungen in Erfurter Parks haben sich die Befürworter einer Verbotslösung nicht durchsetzen können: Ein Antrag, elektronisch verstärkte Musik nachts zu untersagen, ist gescheitert.

Eine Boombox im Erfurter Nordpark.
In Erfurt wird um Boomboxen in Parks gestritten. (Archivfoto) Bildrechte: MDR Thüringen/ David Straub

Der Erfurter Stadtrat hat ein nächtliches Musikboxen-Verbot in den Grünanlagen und Parks der Kommune abgelehnt. Wie die CDU-Fraktion am Montag mitteilte, gab es keine Mehrheit für eine Vorlage der Stadtverwaltung, die Grünanlagensatzung entsprechend zu ändern. 27 Stadträte votierten dagegen, 15 dafür, ein Stadtrat enthielt sich. Das Dezernat für Sicherheit und Ordnung hatte vorgeschlagen, "elektronisch verstärkte Musik in der gesetzlich normierten Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr" zu untersagen.

Erfurter CDU sieht Rot-Rot-Grün am Zug

Das Verbot war von der CDU unterstützt worden. Die Fraktion beklagte, die Situation der Anwohner bleibe damit unverändert. Die Fraktion sieht nun die Fraktionen von Rot-Rot-Grün in der Pflicht, Lösungen zu präsentieren. Nach 22 Uhr müsse die Nachtruhe der Anwohner in den Fokus rücken.

Stadtjugendring wirbt um Verständnis

Der Vorstoß der Stadt war bei Jugendverbänden auf Kritik gestoßen. Der Stadtjugendring verwies darauf, dass sich der Bedarf nach Freiräumen im öffentlichen Raum unter der Corona-Pandemie für junge Menschen noch einmal verschärft habe. Junge Menschen sollten außerdem mehr in die Debatte eingebunden werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: Regionalnachrichten | 15. November 2021 | 15:30 Uhr

28 Kommentare

Anita L. vor 9 Wochen

Warum muss alles nur noch über ein Verbot oder eine Pflicht ausgehandelt werden müssen? Die vorhandene Regelung in der Stadtverordnung ist eindeutig: Wenn die Musik andere Menschen stört, ist sie verboten. Dieser Absolutismusgedanke in unserer heutigen Gesellschaft kann doch nicht gesund sein. Oder benötigen wir doch den Leviathan, der uns alle in Angst und Schrecken versetzt, damit wir in unserem Zusammenleben mit unseren Mitmenschen nicht ständig den Wolf raushängen lassen? Und wer jetzt schimpft, dass die Jugend ja diesen Anstand nicht habe, frage sich mal, woher sie ihn haben soll in einer Gesellschaft, in der jede Form von Regel permanent hinterfragt und abgelehnt wird.

Anita L. vor 9 Wochen

Wieso verzichten? Und meinen Sie nicht, dass die Verwendung von Walkman und Kassettenrekorder in der Öffentlichkeit nicht auch schon zu ihrer Zeit einer gesetzlicher Regelung unterlag, die trotzdem von der damaligen Jugend (und überlegen Sie mal, welche Jugend das war) missachtet wurde? Der Streit Jugend gegen Alter lässt sich aber auch noch weiter in der Menschheitsgeschichte zurückverfolgen und alle, die sich heute über den Lärm und das ungebührliche Verhalten der jungen Leute beschweren, sollten auch mal darüber nachdenken, wer ihre Eltern und deren Eltern und deren... zu genau denselben Beschwerden gebracht hat. Wir haben alle mal in diesen "Booten der Jugend" gesessen.

Harka2 vor 9 Wochen

@Frau K.
Ich fahre keinen Traktor. Ich kenne im ganzen Wohngebiet auch niemanden, der einen hat. Moderne Reifen sind schon seit Jahrzehnten praktisch geräuschlos, eher hört man den Motor, das Getriebe oder den Fahrtwind. Moderne Isolationen lassen den Schall zudem kaum mehr durch.

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