Laptops verschenkt Erfurter Firma unterstützt Mitarbeiter-Kinder beim Online-Unterricht

Der digitale Unterricht während des Corona-Shutdown brachte viele Schulen an ihre technischen Grenzen. Nicht jedes Kind verfügt über einen eigenen Computer. Das erschwert das Lernen zu Hause sehr. Jetzt gibt es immer mehr Initiativen, den Schülerinnen und Schülern zu helfen.

Kinder mit Laptop liegen vor einem Holzhaus auf einer Wiese
Nicht jedes Kind in Thüringen hat einen eigenen Computer, das erschwert das Lernen zu Hause in Pandemiezeiten. Bildrechte: colourbox.com

Bei Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren etwa hat ein Drittel keinen eigenen Computer oder Laptop, mit dem sie digitale Angebote ihrer Schule wahrnehmen könnten. Das sagt die Stiftung Bildung. Bundesweit wären davon rund 88.000 Jugendliche in den Klassen 6 bis 13 betroffen.

Mitarbeiterkinder mit Laptops versorgt

In Erfurt hat eine Firma 200 nicht mehr benötigte Laptops an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschenkt. Damit sollen deren Kinder beim Online-Unterricht unterstützt werden. Das Unternehmen Modis ITO übergab die Geräte kostenlos, lediglich die anfallenden Steuern mussten übernommen werden.

zwei Frauen stehen vor einem Regal mit Laptops und halten einen in der Hand.
Barbara Schärli holt ihren Laptop ab. Bei ihr zuhause wird der neue Rechner schon sehnsüchtig erwartet. Ihre Tochter bekommt ihn fürs Homeschooling. Bildrechte: MDR/Franziska Eichholz

Innerhalb von vier Wochen wurden bereits 134 Geräte abgeholt. Katharina Hübner koordinierte die Übergabe der Geräte: "Der überwiegende Teil unserer Laptops wird bei den Kindern und Enkeln, Nichten und Neffen unserer Mitarbeiter im Homeschooling zum Einsatz kommen". Ziel war es, einen Beitrag zu einem besser funktionierenden Alltag in der Corona-Pandemie zu leisten.

In Weimar werden Rechner für Schulkinder gesammelt

Auch in Weimar werden Computer für Schulkinder gesammelt. Eine Privatinitiative konnte dort schon die ersten 15 Laptops übergeben. Über soziale Medien wurde aufgerufen, nicht mehr benötigte Geräte abzugeben. Die sollten nach Möglichkeit jünger als zehn Jahre sein. Den Spendern wird zugesagt, dass alle Rechner entsprechend der Vorschriften des Datenschutzes von einem Techniker professionell gelöscht werden.

Bei der Entscheidung, wer die gespendeten Computer bekommt, arbeiten die Initiatorinnen eng mit den Klassenleitern und sozialen Einrichtungen der Stadt zusammen.

Viele Kinder immer noch ohne Endgeräte

Der digitale Unterricht während des Corona-Shutdown brachte viele Schulen an ihre technischen Grenzen. Nun müssen Landkreise, Städte und freie Träger für ihre Schulen die technische Ausstattung planen, um an die Fördergelder des Digitalpakts zu kommen. Jeder Unterrichtsraum muss mit schnellem Breitbandinternet versorgt werden, per Netzwerkkabel und drahtlosem WLAN. Nur so können Schüler und Lehrer Tablets und Notebooks jederzeit nutzen.

Quelle: MDR/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Mai 2021 | 16:00 Uhr

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