Minusma-Einsatz 40 IT-Spezialisten der Bundeswehr von Erfurt nach Mali entsendet

In den nächsten zwölf Monaten werden aus Erfurt bis zu 150 IT-Spezialisten der Bundeswehr nach Mali entsendet. Sie sind dafür zuständig, dass die Kommunikation vor Ort und nach Deutschland sichergestellt ist.

Mit einem Appell werden die Bundeswehr-Soldaten in Erfurt nach Mali verabschiedet.
Der Einsatz der Erfurter Bundeswehr-Soldaten in Mali soll bis Anfang nächsten Jahres andauern. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Das Informationstechnik-Bataillon 383 der Bundeswehr in Erfurt hat am Montag rund 40 Soldaten und Soldatinnen in den Einsatz nach Mali verabschiedet. Sie werden im Bundeswehr-Camp in Gao dafür zuständig sein, dass die Kommunikation innerhalb der Truppe und nach Deutschland technisch sichergestellt ist - also Internet-Server, Telefonanlagen und ähnliches betreiben.

Ihr Einsatz wird bis Anfang des kommenden Jahres dauern, dann werden sie durch andere Soldaten des Bataillons abgelöst. In den nächsten zwölf Monaten wird die Einheit aus Erfurt bis zu 150 IT-Spezialisten in den Mali-Einsatz schicken.

Kommandeur spricht von schwieriger Situation in Mali

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Thomas Czada sprach angesichts der Spannungen zwischen der malischen Regierung und den Truppenstellern des UN-Einsatzes Minusma von einer schwierigen Situation für die Bundeswehr-Soldaten vor Ort. Das westafrikanische Land sei fragil und politisch instabil. Vor allem im Norden und Osten des Landes gebe es terroristische Aktivitäten. Das mache den Einsatz der deutschen Soldaten nicht einfacher.

Der UN-Stabilisierungseinsatz Minusma dauere aber nach wie vor an und die Beteiligung der Bundeswehr sei erst vor kurzem vom Bundestag um ein Jahr verlängert worden. "Ich erwarte Sie im Januar 2023 gesund zurück", sagte Czada zu den Soldaten.

Oberstleutnant Thomas Czada
Oberstleutnant Thomas Czada spricht von einem schwierigen Einsatz. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Gegenwärtig rund 1.000 Bundeswehr-Soldaten in Mali stationiert

Derzeit befinden sich nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr rund 1.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten im westafrikanischen Mali. Am 12. August hatte die Bundesregierung den Einsatz für ausgesetzt erklärt.

Hintergrund war ein Streit um Überflugrechte über das Land. Konkret bedeutet das laut Bundeswehr, dass das deutsche Kontingent derzeit keine Patrouillen zur Aufklärung von islamistischen Aktivitäten in der Region um Gao vornimmt.

Mit einem Appell werden die Bundeswehr-Soldaten in Erfurt nach Mali verabschiedet.
Zunächst wurden 40 Soldaten aus Erfurt nach Mali gesendet. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Der Aktionsradius sei vorerst auf maximal 20 Kilometer rund um das Bundeswehr-Camp beschränkt, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos MDR THÜRINGEN. Hintergrund dafür sei auch, dass die eigentlich zur Aufklärung vorgesehenen Kräfte "bei Bedarf" auch den Flughafen in Gao sichern sollen. Diese Aufgabe hatten bis zu ihrem Abzug aus Mali französische Truppen wahrgenommen.

MDR (rom)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 05. September 2022 | 19:00 Uhr

19 Kommentare

kleinerfrontkaempfer vor 20 Wochen

Kein Mensch führt Krieg aus Jux und Dollerei. Immer stehen knallharte wirtschaftliche Interessen dahinter. Frankreich will weiter Uranvorkommen und andere Bodenschätze nutzen. Also werden andere Verbände vors loch geschoben.
Was Militärkoalitionen gebracht haben verdeutlicht Afghanistan einmal mehr.
China und Russland sind für die Afrikaner halt das kleinere Übel gegenüber
einer westlichen Millitärarroganz. Auch wenn das mancher nicht wahrhaben will.

DER Beobachter vor 20 Wochen

Auch Ihre Behauptung ist Unsinn. Es betrifft genauso andere Einheiten, im Grunde alle einschliesslich gerade der afrikanischen Kontingente. Die offizielle Begründung sind die Menschenrechtsverletzungen von paar Soldaten aus den Sahelstaaten. Das war aber schon 2020. Und erst seitdem sich die djihadistische Militärjunta mit russischer Hilfe 2021 an die Macht geputscht hat, hat sich das Verhältnis zu den Blauhelmen wirklich verschlechtert, an deren Mission u.a. China, Schweden, Schweiz, Österreich, Norwegen, Dänemark, Finnland ... beteiligt sind...

DER Beobachter vor 20 Wochen

Für die Kommentatoren Schwurbler, 0000, Jackblack, Tamico, Sturm: das Internet, schon eine simple bekannte umfangreiche Informationsseite, informiert Sie bestens über Hintergründe und Beteiligte der UN-Mission und der zwei EU-Hilfsmissionen. Man könnte sich ja freilich mal informieren, ehe man hier Unsinn schwurbelt - übrigens auch zu anderen Themen...

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