Neue Hochschule Medizinstudium in Erfurt ab 2022 möglich

Mit bis zu 200 Studierenden pro Semester will eine private Hochschule den Medizin-Standort Erfurt wiederbeleben. Kooperationspartner wird das Erfurter Helios-Klinikum. Die Studiengebühren sollen bei 1.500 Euro monatlich liegen.

Helios Klinikum Erfurt
Die medizinische Ausbildung soll in Kooperation mit dem Helios-Klinikum Erfurt erfolgen. Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Die private "Health und Medical University" HMU aus Potsdam will ab Herbst 2022 in Erfurt Humanmediziner ausbilden. Die Ausbildung werde teils in den Einrichtungen des Erfurter Heliosklinikums stattfinden, teils in Gebäuden in der Nähe des Klinikums, sagte HMU-Geschäftsführerin Ilona Renken-Olthoff.

Ziel: 1.300 Studenten und 150 Mitarbeiter

Pro Jahr könnten bis zu 200 Studierende im Fach Medizin aufgenommen werden. Die Studiengebühren sollen pro Monat bei 1.500 Euro liegen. Laut Renken-Olthoff sollen zudem in den Folgejahren Studiengänge in Psychologie, Psychotherapie und Hebammenkunde starten.

Ziel sei, ab dem Jahr 2027 insgesamt rund 1.300 Studenten in Erfurt auszubilden. Dafür müssten über 150 Mitarbeiter eingestellt werden, darunter 60 Professoren. Die HMU betreibt bereits in Hamburg und Berlin private medizinische Hochschulen.

Bedenken wegen Höhe der Studiengebühren

Renken-Olthoff wies Bedenken zurück, an der privaten Hochschule könnten nur Kinder reicher Eltern studieren. An den HMU-Standorten Berlin und Hamburg müssten etwa 80 Prozent der Studierenden die Studiengebühren über Nebenjobs verdienen oder über einen Kredit finanzieren.

Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee geht davon aus, dass auch Krankenhäuser auf dem Land, die teilweise unter Ärztemangel leiden, Absolventen der neuen Hochschule für sich gewinnen können, indem sie einen Teil der Studiengebühren übernehmen und die Absolventen dadurch verpflichten, zumindest für einige Jahre in dem jeweiligen Krankenhaus zu arbeiten.

Zweiter Humanmedizin-Studiengang in Thüringen

In Thüringen ist bislang die staatliche Universität in Jena die einzige Hochschule mit einem Studiengang Humanmedizin. Angesichts des wachsenden Ärztebedarfs soll die Zahl der Studienplätze dort aufgestockt werden.

Erfurt war von den 1950er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre Standort einer Medizinischen Akademie für die Ärzteausbildung. Nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung wurde sie geschlossen. Die Kliniken der Akademie übernahm der private Krankenhauskonzern Helios.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. September 2021 | 14:00 Uhr

2 Kommentare

Silent_John vor 42 Wochen

Das sehe ich auch so. Aber muß man das Feld den "Privaten" überlassen, und bei 1500 € Monatsgebühr erübrigt sich die Frage, woher denn die Studenten wohl kommen sollen.
Die Wirklichkeit wird es zeigen. Auch, was eine solche Ausbildung fachlich taugt.

Kleingartenzwerg vor 42 Wochen

Oh, das ist ja ganz was Neues!!! War wohl doch früher nicht alles ganz so schlecht dass nach zig Jahren in Erfurt wieder Mediziner ausgebildet werden.

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