Missbrauchsskandal "Sündige Kirche": Erfurter Bischof räumt Schuld katholischer Amtsträger ein

Zum Auftakt der Bistumswallfahrt vor dem Erfurter Dom kritisierte Bischof Ulrich Neymeyr die katholische Kirche scharf. Im Missbrauchsskandal hätten ihre Amtsträger schwere Schuld auf sich geladen.

Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr während der Bistumswallfahrt
Bischof Ulrich Neymeyer hat die katholische Kirche scharf kritisiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr hat eine schwere Schuld katholischer Amtsträger an sexualisierter Gewalt eingeräumt. Zum Auftakt der Bistumswallfahrt vor dem Erfurter Dom sagte Neymeyr, die katholische Kirche sei eine sündige Kirche geworden.

Das Entsetzen sei berechtigt, auch über den Umgang der Verantwortlichen mit Beschuldigten und mit Betroffenen.

Unsere Kirche ist dadurch eine sündige Kirche geworden. Das nicht wahrzunehmen, ist die tiefste systemische Ursache des Missbrauchs­geschehens in unserer Kirche.

Bischof Ulrich Neymeyr

Fortschritte bei Prävention

Gleichzeitig sprach der Bischof von Fortschritten beim Vorbeugen solcher Taten. Schutzkonzepte, Präventionsschulungen und Führungszeugnisse seien unerlässliche Bausteine.

Er verwies auf ein Netz von Ansprechpartnern und Experten und nannte die seit elf Jahren existierende Missbrauchskommission im Bistum Erfurt. Es sei aber trotzdem noch nicht alles erreicht, so Neymeyr.

Schutzkonzepte, Präventions­schulungen und Führungszeugnisse sind unerlässliche Bausteine.

Bischof Ulrich Neymeyr

Wallfahrtauftakt in Erfurt

Die Wallfahrt des Bistums Erfurt steht in diesem Jahr unter dem Motto "Ins Herz gesät". Wegen der Corona-Pandemie ist die Teilnehmerzahl auf 1.000 beschränkt. Der Gottesdienst fand auf den Domstufen statt. Die Kollekte im Gottesdienst ist für die Erdbebenopfer auf Haiti bestimmt. Nach der Messe sollte es ein Picknick mit selbst mitgebrachten Speisen und Getränken geben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno/kna

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. September 2021 | 11:00 Uhr

31 Kommentare

part vor 5 Wochen

Der Missbrauch von Schutzbefohlenen kommt leider in der ganzen Gesellschaft vor, nicht nur in den Kirchen. Missbräuchlich ist aber das Menschen ein Zölibat aufgezwungen wird seit Jahrhunderten, um die Eigentumsfolge zu regeln zwischen Adel und Klerus, dass aber wider die Natur ist, denn reine Asexualität ist nur sehr gering verbreitet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche hat eine lange Tradition, angefangen bei gewissen Päpsten. Missbräuchlich ist aber auch das dies damals wie heute unter dem Mantel des Schweigens gehüllt wurde und der weltlichen Gerichtsbarkeit entzogen war. Kein höheres Wesen hat bisher eingegriffen, um diesen Missbrauch zu beenden und die Täter zu bestrafen, statt dessen erhalten die Staatskirchen neben ihrer subsidiären Tätigkeit über Unterorganisationen im sozialen Bereich zusätzlich jährlich Millionenzahlungen von den einzelnen Bundesländern, obwohl in der Weimarer Republik beschlossen wurde, dies zu beenden.

DermbacherIn vor 5 Wochen


Wenn hier über den Missbrauch in der Institution Kirche geschrieben i wird, sollte auch zu bedenken sein, dass die überwiegenden Missbrauchsfälle im familiären Umfeld geschehen.

Matthi vor 5 Wochen

Es ist wie mit allen, die Idee die Jesus hatte war gut was daraus geworden ist kann man als fragwürdig bezeichnen. Die größte Fehlerquelle in jedem System, Religion oder Staatsform ist nunmal der Mensch.

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