Religion Erfurter Moschee bekommt ihre Kuppel

Nach monatelangen Verzögerungen hat der Neubau der Moschee im Erfurter Stadtteil Marbach seine Kuppel bekommen. Mit einem Kran wurden die Einzelteile auf den Rohbau gehoben.

zwei Männer setzen ein Metallteil auf eine Kuppel
Die Kuppel wurde in Frankfurt am Main hergestellt, in einer eigenen Werkstatt der Ahmadiyya-Gemeinde. Bildrechte: MDR/Lars Sänger

Auf dem Moschee-Neubau der Ahmadiyya-Gemeinde im Erfurter Stadtteil Marbach ist die Kuppel montiert worden. Mit einem Kran wurden die 12 Einzelteile am Mittwoch auf den Rohbau gehoben. Die Kuppel ist vier Meter hoch. Das gesamte Gebäude misst damit jetzt acht Meter, ist etwa so groß wie ein Einfamilienhaus.

Hergestellt wurde die Kuppel in Frankfurt am Main, in einer eigenen Werkstatt der Ahmadiyya-Gemeinde. Dort wird aktuell auch am Zier-Minarett für Erfurt gearbeitet. Nach den Plänen der Gemeinde sollen noch in diesem Jahr erste Gebete in den neuen Räumen abgehalten werden können.

Junge setzt einen Ziegelstein
Bereits 2018 war der Grundstein für die Erfurter Moschee gelegt worden. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Immer wieder Verzögerungen

Der Grundstein für die Moschee war Ende 2018 gelegt worden – nach langer Standortsuche und vielen Diskussionen auch im Thüringer Landtag. Ursprünglich sollte die Moschee dann 2019 eröffnet werden. Allerdings kamen Probleme bei der Auftragsvergabe und die Corona-Pandemie dazwischen.

Ein Sprecher der muslimischen Religionsgemeinschaft erklärte, inzwischen sei es leichter, Firmen aus der Region zu finden, die sich am Moscheebau beteiligen. In der Vergangenheit war das schwierig, die Unternehmen fürchteten Übergriffe auf ihre Fahrzeuge und Anfeindungen von Moschee-Gegnern.

Welche Reaktionen gibt es auf das Moschee-Projekt?

Bei Vertretern christlicher Religionsgemeinschaften und der jüdischen Gemeinde sowie vor allem bei Politikern von Linke, SPD und Grünen stieß der geplante Moschee-Bau auf ein positives Echo. Der Bau eines Gotteshauses sei Teil der Religionsfreiheit, die im Grundgesetz verankert ist. Zudem sei es das Recht jeder Religionsgemeinschaft, Räume einzurichten, um ihrem Gott zu huldigen.

Auch die CDU befürwortete mit Blick auf das Grundrecht der ungestörten Religionsausübung den Bau. Allerdings beklagte die Partei eine unzureichende Debatte über das Projekt, was wiederum der AfD in die Karten spiele.

Die AfD sieht im Moschee-Neubau eine Bedrohung und wollte die Errichtung bis zuletzt verhindern. Zur AfD gesellten sich Vertreter der sogenannten Neuen Rechten und Rechtsextremisten, die gegen den Neubau vor Ort als auch in den sozialen Medien mobil machten. Der Ortsteil Marbach gilt in der Frage als gespalten. Nicht wenige Bürger lehnen den Neubau ab.

Nach der Fertigstellung ist der Moschee-Neubau der Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt-Marbach der erste seiner Art in den neuen Bundesländern außerhalb von Berlin. Ein weiterer Neubau ist unter anderem in Leipzig geplant.

Quelle: MDR Thüringen/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. September 2021 | 18:00 Uhr

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