Aus Tierschutzgründen Olli Schulz sagt Picknick-Konzert in Erfurt ab - Zoopark widerspricht Vorwürfen

In Erfurt sind am Wochenende die Picknick-Konzerte zu Ende gegangen - das für Sonntagabend geplante letzte Konzert mit Sänger Olli Schulz ist jedoch ausgefallen. Grund: Der Sänger hatte das Konzert kurz vorher selbst abgesagt. Aus Tierschutzgründen. Der Zoopark kann das nicht nachvollziehen.

Olli Schulz singt auf einer Bühne in ein Mikrofon.
Sänger Olli Schulz sagte sein Konzert in Erfurt am Sonntag ab. Bildrechte: MDR/Holger John

Seit Anfang Juli hieß es im Erfurter Zoopark: Endlich wieder feiern. Die Picknick-Konzerte fanden in diesem Jahr auf der Festwiese im Zoo statt. Die Besucher konnten es sich auf Picknick-Decken bequem machen und - nach vielen Monaten, in denen coronabedingt keine Veranstaltungen stattgefunden haben - wieder Live-Musik erleben. Auf den deutschen Singer-Songwriter Olli Schulz mussten die Erfurter am Sonntagabend dann aber verzichten. Das Konzert wurde kurzfristig abgesagt. In den Sozialen Medien erklärte Schulz, dass es für ihn nicht infrage komme, in einem Zoo aufzutreten.

Olli Schulz sagt Konzert in Erfurt ab - aus Tierschutzgründen

"Leider muss ich euch auf diesem Weg mitteilen, dass das Konzert in Erfurt ausfallen wird", ließ Schulz am Sonntag in einer Instagram-Story verlauten. "Das hat einen einzigen Grund: Das Gelände befindet sich in einem Zoo. Keine 500 Meter entfernt von unserer großen Bühne sind Tiere, und für Tiere bedeutet dieser Lärmpegel großen Stress." Schulz, der sich privat für Tierschutzorganistaionen einsetze, bat daher um Verständnis für die Konzert-Absage.

Thüringer Zoopark widerspricht Vorwürfen

Im Zoopark sei man über die Absage überrascht. "Der Argumentation des Künstlers, es würde für die Tiere Stress bedeuten, wenn auf der Festwiese Konzerte gespielt werden, widerspricht der Zoo ausdrücklich", stellt die Stadtverwaltung Erfurt in einer Stellungnahme klar.

Im Vorfeld sei mit dem Veranstalter das Beschallungskonzept abgestimmt worden. Bei vorherigen Veranstaltungen sei bereits kontrolliert worden, wie die Zootiere auf die Geräuschkulisse reagieren und es sei zu keinen Verhaltensauffälligkeiten gekommen. "Auch bei den bisher durchgeführten Picknick-Konzerten waren immer Mitarbeiter vor Ort und hatten einen Blick auf die Tiere in unmittelbarer Nähe", versichert die Stadt. Ein Gesprächsangebot des Zoos, mit dem Künstler über seine Bedenken zu sprechen, sei abgelehnt worden.

Mit großer Verwunderung haben wir auch die Stellungnahme des Künstlers aufgenommen, dass er sich dessen nicht bewusst war, dass das 'Picknick-Konzert im Erfurter Zoopark' auch an diesem Ort stattfinden soll.

Daniel Baumbach, Sprecher Stadt Erfurt

Nachhol-Termin für Schulz-Konzert: Steigerwaldstadion

Das Konzert wird am 30. August im Erfurter Steigerwaldstadion nachgeholt. Tickets behalten ihre Gültigkeit, können aber auch zurückgegeben werden.

Bei den Picknick-Konzerten waren zuvor Bands wie Giant Rooks, die Antilopen Gang und Von Wegen Lisbeth aufgetreten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 26. Juli 2021 | 10:30 Uhr

34 Kommentare

Nico Walter vor 7 Wochen

Ach so. Und das irgendwo noch einen Wald oder eine Wiese – auf denen es aber keine Zootiere gibt – noch rechtlich zum Zoo gehört ist jetzt in irgendeiner Weise relevant? Nach dieser Logik wären auf den Plätzen 4, 5 und 6 der größten Städte Deutschlands Möckern (12.935 Ew) , Zerbst/Anhalt (21.294) und Wittstock/Dosse (14.007) zu finden. Ich glaube nicht dass viele Menschen diesen Kriterien viel Bedeutung beimessen würden.

Abgesehen davon deckt sich die Größenangabe bei Wikipedia mit der, die der Zoo selbst auf seiner Homepage angibt und mit dem, was eine grobe Abschätzung (des von Tieren bewohnten Teils) bei Google Maps ergeben hat. Es gibt also keinen Grund, an den Angaben bei Wikipedia zu zweifeln.

Schleierhaft erscheinen mir aber immer noch, nach welchen Kriterien dies für den drittgrößten Zoos Deutschland reichen soll. Wenn Sie das wissen, erhellen Sie uns bitte. Ansonsten ist diese Angabe des Zoos wohl nicht mehr als plumpe Werbung (denen man vielleicht nicht glauben sollte).

Silver Ager vor 7 Wochen

Feine Sahne Fischfilet mag auch nicht jede - dem Tier Wohl zuliebe sollte Lärm grundsätzlich vermieden werden
drollig lesen sich hier rechthaberisch klugscheißende Besserwisser, statt selbstreflektierend über @Nico Walters’ Fakten nur mal nachzudenken

emlo vor 7 Wochen

Was hat die Tatsache, dass Sie Olli Schulz nicht kennen mit dem Inhalt des Artikels zu tun? Dieses herablassende Gehabe statt sachlicher Argumente geht mir echt auf den Keks! Alternativ hätten Sie sich Ihren Kommentar auch einfach sparen können.

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