Eröffnung "Queeres Zentrum" in Erfurt offiziell eröffnet

Im September hat das "Queeres Zentrum" in Erfurt seine Arbeit aufgenommen und schon mehr als zwei Dutzend Beratungsgespräche geführt. Die Interessenten kommen aus ganz Thüringen. Der Beratungsbedarf im Land ist hoch.

Das Logo des Queeres Zentrums in Erfut liegt als Aufkleber auf einem Tisch
Das Zentrum ist zunächst nur bis Jahresende gesichert, dann läuft die Förderung aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Erfurt ist am Dienstagabend Thüringens erstes "Queeres Zentrum" offiziell eröffnet worden. Damit ist laut Landtagspräsidentin Birgit Keller eine Begegnungs- und Bildungsstätte für alle Generationen geschaffen worden. "Das Zentrum ist ein Statement für ganz Thüringen. Seine Gründung war höchste Zeit", sagte Keller. Damit sei für die queere Gemeinschaft in Thüringen "ein Ort entstanden, der Toleranz lebt".

Bisher 26 Beratungsgespräche durchgeführt

Bereits im September hat das Zentrum seine Arbeit aufgenommen und seitdem mehr als zwei Dutzend Beratungsgespräche geführt und Schulungen angeboten. Interessenten seien unter anderem aus Gotha, Bad Sulza und Leinefelde gekommen, so die Berater. Das Zentrum fungiert als eine zentrale Anlaufstelle für lesbische, schwule, bisexuelle, trans, intergeschlechtliche und andere queere Menschen.

Bei den bisher insgesamt 26 durchgeführten Beratungsgesprächen habe der Schwerpunkt auf Beratungen von Transmenschen und nicht-binären Menschen und deren Familienangehörigen gelegen, wie das Zentrum mitteilte. Neben den Einzelberatungen sind nach Zentrumsangaben aber auch 75 Menschen in insgesamt fünf Bildungsveranstaltungen geschult worden.

Transmenschen sind Personen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen. Nicht-binäre oder non-binäre Menschen ordnen sich nicht oder nur teilweise in die Kategorie Frau oder Mann ein.

Das Queere Zentrum Erfurt hat Publikum zur Eröffnung. 1 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 19.10.2021 19:00Uhr 00:24 min

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Beratungsbedarf ist hoch

Das Zentrum teilt sich die Räume in Erfurt mit der seit Mai dort ansässigen Thüringer Geschäftsstelle von Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland (Tiam). Hier wurden zusätzlich 25 Fachberatungen für Menschen aus der Kinder- und Jugendhilfe oder etwa für Gesundheitspersonal gegeben. Tiam zählte seit Mai zudem 72 Einzelberatungen.

Schon jetzt zeichne sich ab, dass der Beratungsbedarf perspektivisch so hoch und im Land verteilt sei, "dass wir gar nicht alle erreichen können", hieß es aus dem Zentrum. Aktuell freue man sich aber erst einmal über den Start in Erfurt - und die gemeinsame Feier mit Interessierten und Involvierten. Für die Zukunft sei wünschenswert, dass man in ganz Thüringen erreichbar sei.

Das Zentrum beschäftige in Erfurt fünf Berater in Voll- und Teilzeit und werde von der Staatskanzlei gefördert, so Koordinatorin Marina Schulz. Allerdings sei das Zentrum zunächst nur bis Jahresende gesichert, dann laufe die Förderung aus. Aber alle hofften auf eine Fortsetzung in 2022, da der Bedarf sehr groß sei.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

38 Kommentare

Brigitte Schmidt vor 6 Wochen

Wichtige Themen, die die Mehrheit der Gebührenzahler betreffen und interessieren, haben beim Öffentlich-rechtlichen immer einen Top-Platz und erfreuen sich breitester Unterstützung.

Fakt vor 6 Wochen

@ule:

Beratungstätigkeiten sind auch Arbeit. Oder gehören Sie auch zu denen, für die Arbeit zwangsläufig mit Hammer, Schaufel oder Besen verbunden sein muss?

Fakt vor 6 Wochen

@ule:

Sie sollten schon zwischen Homosexualität und Transsexualität unterscheiden. Und bei Transsexualität, von der Harka2 schrieb, handelt es sich zwar nicht um eine Krankheit, nichtsdestotrotz spielen medizinische Aspekte hier eine nicht untergeordnete Rolle, zudem gibt es dabei auch einen enormen Beratungsbedarf und auch die Psychologie ist hier involviert. Insofern fällt Harka2 hier niemandem in den Rücken.
Man sollte sich eventuell schlau machen bevor man alles in einen Topf wirft und zusammenpanscht.

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