Deutschland gegen Ungarn Zum EM-Spiel: Steigerwaldstadion in Erfurt leuchtete in Regenbogenfarben

Rot und Weiß sind eigentlich die vorherrschenden Farben im Steigerwaldstadion in Erfurt. Am Mittwochabend ist ein Teil der Arena allerdings in Regenbogenfarben erstrahlt. Anlass war das EM-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn. Der FC Rot-Weiß Erfurt und die Betreiber der Arena wollen damit ein Zeichen gegen die Diskriminierung von schwulen, lesbischen und transsexuellen Menschen setzen.

Steigerwaldstadion leuchtet in Regenbogenfarben
Das Erfurter Steigerwaldstadion leuchtete Mittwochabend in Regenbogenfarben. Bildrechte: MDR/ Juliane Maier-Lorenz

Ein Teil des Erfurter Steigerwaldstadion hat am Mittwochabend in Regenbogenfarben geleuchtet. Organisiert hatten das der Fußballverein FC Rot-Weiß Erfurt und der Betreiber des Stadions, die das Hauptgebäude während des Spiels zur Fußball-EM zwischen Deutschland gegen Ungarn bunt erstrahlen ließen. Grund für die Aktion sei gewesen, dass der Klub und der Stadionbetreiber jegliche Form von Diskriminierung ablehnten und für Vielfalt und Toleranz stünden. Die Union der Europäischen Fußballverbände, die Uefa, hatte am Dienstag der Stadt München verboten, die Allianz-Arena anlässlich des dort ausgetragenen EM-Spiels in Regenbogenfarben zu beleuchten.

Rot-Weiß-Erfurt Logo bereits in Regenbogenfarben

Der FC Rot-Weiß Erfurt hatte bereits Anfang Juni das Vereinslogo in den Sozialen Medien mit Regenbogenfarben unterlegt - anlässlich des sogenannten Pride Month. In diesem Monat demonstrieren weltweit Menschen für die Rechte der LGBT-Community und gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. Der Erfurter Fußballverein war für dieses Bekenntnis zu "Toleranz und Vielfalt" auf Facebook und Instagram von einigen Fans scharf kritisiert worden, erfuhr aber vor allem Lob und Zuspruch für die symbolische Aktion.

Illustration - Steigerwaldstadion in Regenbogenfarben 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mi 23.06.2021 19:00Uhr 02:04 min

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Andere Stadien leuchten nicht in Thüringen

Andere Fußballvereine in Thüringen beteiligten sich nicht an der Regenbogenaktion. Wie Michael Liedke, Sprecher des Oberligist FSV Wacker 90 Nordhausen, am Mittwoch vorab mitteilte, sei der Verein mit dem Thüringenpokalspiel gegen Regionalligist FC Carl Zeiss Jena am Mittwochabend beschäftigt gewesen. Kapazitäten für die Leuchtaktion habe der Verein deshalb nicht gehabt. Auch das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena leuchtete nicht. Für die Beleuchtung sei der Stadionbetreiber zuständig, der für MDR THÜRINGEN nicht zu erreichen war. Außerdem werde das Stadion derzeit umgebaut.

Der ZFC Meuselwitz beteiligte sich ebenfalls nicht an der Regenbogenaktion. Der Verein erklärte schriftlich, dass sich die Flutlichtanlage der Bluechip-Arena nur mit Notstromanlage und nur in einer Farbe betreiben lasse. Grundsätzlich unterstütze der Verein aus seinem "Neutralitätsgebot heraus, die Aktionen für Toleranz genauso, wie die gegen alle links- und rechtsradikalen Tendenzen".

Thüringer Landtag leuchtet in Regenbogenfarben
Nicht nur das Steigerwaldstadion erstrahlte am Mittwoch in Regenbogenfarben. Auch der Thüringer Landtag setzte mit der bunten Beleuchtung ein Zeichen gegen die Ausgrenzung und Diskriminierung von LGTBIQA*-Menschen. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz

Hintergrund: Neues Gesetz in Ungarn

An der Aktion, das Stadion in bunten Farben erstrahlen zu lassen, wollten sich dagegen die Betreiber der Arenen in Köln, Ausgburg und Frankfurt am Main beteiligen. Die Stadt München hatte mit ihrer Aktion nach eigenen Aussagen ein "weithin sichtbares Signal" gegen die Benachteiligung von homosexuellen und transsexuellen Menschen in Ungarn setzen wollen. Hintergrund ist ein aktuell beschlossenes Gesetzespaket, das homosexuelle Darstellungen in Büchern und Filmen verbietet, die Jugendlichen zugänglich sind. In der Werbung darf Homo- oder Transsexualität zudem nicht als Teil einer Normalität gezeigt werden. 13 EU-Staaten, darunter Deutschland, haben die Europäische Kommission inzwischen aufgefordert, umgehend gegen das umstrittene ungarische Homosexuellen-Gesetz vorzugehen.

Ungarns Präsident Viktor Orbán ist am Mittwochabend nicht zum EM-Spiel nach München gereist. Er hatte Deutschland im Vorfeld außerdem gemahnt, das Verbot der Regenbogenfarben-Beleuchtung für das Münchner Stadion zu akzeptieren.


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Quelle: MDR THÜRINGEN/jml,mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 23. Juni 2021 | 08:30 Uhr

355 Kommentare

AlexLeipzig vor 22 Wochen

Die Regenbogenfahne ist einfach nur ein Statement für Freiheit und Gleichbehandlung. Mir erschließt sich nicht, was man damit für Probleme haben kann und schwerste Geschütze in mannigfachen Kommentaren auffährt, es sei denn, man(n) ist homophob?

SZ Rentner vor 22 Wochen

@ Der Matthias
Sie haben es nicht verstanden da wo man es meint es sich leisten zu können betreibt man diese Regenbogenaktion da wo es nötiger wäre es aber bestimmte Sachen kosten könnte traut man sich nicht darum ist es in meinen Augen verlogen. Nehmen wir nur mal die Bayern das Geld der Scheichs nehmen aber gegen Orban das Stadion beleuchten wollen.

Der Matthias vor 22 Wochen

@ SZ Rentner

"Absolut linker Qatsch!"

Q.e.d.! Sehen Sie, genau das meinte ich, da haben wir es wieder: Jeder, der nicht Ihr borniertes, reaktionäres Weltbild à la Orban teilt, ist in Ihren Augen gleich ein vermeintlich "Linker"! Mannomann, wie kann man ausgerechnet als Rentner nur so schlicht und eindimensional gestrickt sein?

"Die Mehrheit hat Orban gewählt und ich bin der Meinung sie werden ihn auch wieder wählen"

Würde mich auch nicht sonderlich wundern. Kein Wunder auch in einem Land, in dem die polit. Opposition weitgehend mundtot gemacht wurde, die Medienlandschaft zu über 80% in den Händen von Orbans polit. Busenfreunden liegt (der letzte größere, unabhängige Sender hat erst kürzlich auf politischen Druck hin seine Sendelizenz verloren), Minderheiten unterdrückt werden und die Wissenschafts- und Kulturfreiheit permanent weiter eingeschränkt wird. Von der Justiz will ich erst gar nicht anfangen! Was könnte man in so einem Land schon erwarten: Einen fairen Wahlkampf etwa?

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