Polizei Mann nach Angriff in Straßenbahn in Erfurt festgenommen

Nach dem Angriff auf einen Jugendlichen in einer Straßenbahn in Erfurt ist Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter erlassen worden. Der Mann hatte den 17-Jährigen am Freitagabend getreten und rassistisch beleidigt. Er war am Montag festgenommen worden.

Blaulicht
Bildrechte: imago/Jochen Tack

Nach dem Angriff auf einen 17-jährigen Jugendlichen in einer Erfurter Straßenbahn ist gegen einen 40-jährigen Mann Haftbefehl ergangen. Das teilte die Polizei am Montag mit.

Den Angaben zufolge hatte der Mann den Jugendlichen am Freitagabend rassistisch beleidigt, bedroht und brutal angegriffen. Dabei erlitt der Jugendliche leichte Verletzungen. Danach gelang dem Mann zunächst die Flucht. Zeugen hatten das Geschehen in der Straßenbahn gefilmt und die Polizei gerufen, die den Angreifer wenig später ermitteln konnte.

Dem Erfurter wird außer gefährlicher Körperverletzung Nötigung und Beleidigung vorgeworfen. Er ist der Polizei zufolge als Drogenkonsument sowie wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannt. Der Mann sei am Montag festgenommen worden.

Politiker verurteilen Angriff scharf

Mehrere Politiker äußerten ihr Entsetzen über den Vorfall in Erfurt. "So ein feiger Mensch, stark und aggressiv gegen einen Wehrlosen", schrieb Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) auf Twitter. "Einfach widerlich!" Die CDU-Landtagsfraktion verurteilte den Übergriff in der Straßenbahn ebenfalls scharf.

Auch die CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat zeigte sich entsetzt. Das Verhalten sei widerlich und habe "nichts bei uns zu suchen", sagte die stellvertretende Fraktionschefin Lilli Fischer. Die Tatsache, dass nicht eingegriffen wurde, mache betroffen und wütend.

Evag: "Nein zu Rassismus"

Die Sprecherin für Antirassismus der Linksfraktion im Landtag, Katharina König-Preuss, forderte Konsequenzen: "Den zunehmenden rassistischen Übergriffen in Thüringen, welche auch Resultat eines insbesondere durch die AfD geschürten politischen Klimas in der Gesellschaft sind, muss endlich Einhalt geboten werden, den Tätern mit aller Konsequenz begegnet werden." Sie verwies zudem auf die kürzlich vorgestellte Statistik der Opferberatung Ezra. Nach deren Zählung blieben die Fälle rechter Gewalt in Thüringen im Jahr 2020 etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Die Organisation registrierte im vergangenen Jahr 102 rechte, rassistische oder antisemitische Angriffe.

Die Erfurter Verkehrsbetriebe AG (Evag) reagierten ebenfalls via Twitter: "Am Freitagabend kam es in einer Erfurter Straßenbahn zu einer widerlichen rassistischen Attacke - wir verurteilen das zutiefst. (...) #NeinZuRassismus."

Quelle: MDR THÜRINGEN/cf/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. April 2021 | 20:00 Uhr

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