Haupteingang der Universität Erfurt
An der Universität Erfurt studieren etwa 6000 Studenten. Bildrechte: MDR/Patricia Geissler

Verwaltungsgericht Uni Erfurt: Professor wird nach sexuellen Annäherungen Gehalt gekürzt

04. November 2020, 16:05 Uhr

Ein Professor der Uni Erfurt hatte sich an mehrere Studentinnen rangemacht. 2016 meldeten Studentinnen den Vorfall, der Beschuldigte räumte die Taten weitgehend ein. Auf einen Teil seines Gehalts muss er nun verzichten.

Nach sexuellen Annäherungen auf Studentinnen muss ein Professor der Universität Erfurt vorübergehend auf einen Teil seines Gehalts verzichten. Das Verwaltungsgericht Meiningen verhängte gegen den Professor eine Kürzung seiner Bezüge um 20 Prozent für den Zeitraum von 30 Monaten. Beamter darf er dennoch bleiben und auch weiter unterrichten.

Das ist das Ergebnis einer Disziplinarklage des Wissenschaftsministeriums gegen den Professor. Er war zuvor vom Amtsgericht Erfurt wegen Vorteilsnahme und versuchter Nötigung mit sexuellem Kontakt zu einer Geldstrafe von 23.000 Euro verurteilt worden.

Professor räumte Taten weitgehend ein

Im Frühjahr 2016 hatten mehrere Frauen den Professor und sein Verhalten gemeldet. In der Verhandlung vor der Disziplinarkammer des Verwaltungsgerichts hatte der Professor die Taten weitgehend eingeräumt. Die Kammer bewertete die Vorfälle als "achtungs- und vertrauensunwürdiges Verhalten des verbeamteten Professors".

Wissenschaftsministerium will Berufung prüfen

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Thüringer Wissenschaftsministerium will prüfen, ob es Berufung einlegt. Dazu wolle es aber erst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. "Aus unserer Sicht liegen gravierende Verstöße gegen die Dienstpflichten eines Professors vor, die einer Weiterbeschäftigung an der Universität Erfurt entgegenstehen", teilte das Ministerium mit.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. November 2020 | 13:00 Uhr

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