Amtsgericht Senioren abgezockt: "Falsche Polizisten" in Erfurt verurteilt

Das Amtsgericht Erfurt hat am Dienstag drei "falsche Polizisten" verurteilt. Die Männer wurden wegen Beihilfe zu versuchtem bandenmäßigen Betrug schuldig gesprochen.

Die Angeklagten Mathias F. (hinten), Ahmed B. (dunkles Hemd) und Sebastian R. in einem Prozess gegen falsche Polizisten im Amtsgericht Erfurt.
Die Angeklagten vor Gericht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In einem Betrugsprozess gegen "falsche Polizisten" hat das Amtsgericht Erfurt am Dienstag drei Männer verurteilt. Sie wurden der Beihilfe zu versuchtem bandenmäßigen Betrug schuldig gesprochen. Die Täter im Alter von 25 und 26 Jahren waren nach Ansicht des Gerichts beim Trickbetrug mit Rentnern sogenannte Abholer.

Für das Abholen von telefonisch erpresstem Geld und Wertgegenständen sollten sie 500 Euro erhalten. Zwei der Angeklagten räumten im Laufe der Verhandlungen ein, dass sie in Erfurt Schulden eintreiben sollten. Über die Hintermänner machten sie keine Angaben und gaben an, diese nicht zu kennen. Auch von der Betrugsmasche mit "falschen Polizisten" hätten sie nichts gewusst.

Neun Monate Haft für Haupttäter

In dem Verfahren ging es um eine 81 Jahre alte Frau aus Erfurt. Sie sollte 200.000 Euro und Silberbarren von der Bank holen und vor ihrem Haus auf einer Mülltonne deponieren. Beim Versuch, Geld und Silber abzuholen, konnten die Männer von der Polizei festgesetzt werden.

Der Haupttäter muss nun neun Monate in Haft. Ein weiterer Angeklagter wurde zu einem halben Jahr Haft verurteilt, die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der dritte Angeklagte muss 900 Euro Geldstrafe zahlen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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