Nach Messerattacke Erfurt: Bausewein lehnt Videoüberwachung am Anger ab

Nach Thüringens Innenminister Georg Maier hat sich auch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein gegen eine Videoüberwachung auf dem Anger ausgesprochen. Kameras bekämpften die Ursache von Kriminalität nicht, so Bausewein. Er befürworte mehr Polizei auf den Straßen.

Polizeieinsatz nach Messerattacke am Erfurter Anger
Sollte der Anger in Erfurt videoüberwacht werden? Nach dem tödlichen Messerangriff wird wieder darüber diskutiert. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann

Nach der tödlichen Messerattacke auf dem Erfurter Anger am Dienstag ist eine erneute Diskussion um die Videoüberwachung von Straßen und Plätzen entbrannt. Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) lehnt eine solche Überwachung des Angers nach wie vor ab.

Andreas Bausewein
Erfurts OB Andreas Bausewein sprach sich erneut gegen Videoüberwachung am Anger aus. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Kameras bekämpften die Ursache von Kriminalität nicht, argumentiert Bausewein. Allerdings räumte er ein, dass vermutlich die Täter schneller gefasst würden. Andererseits würden auch Tausende unbescholtene Bürger gefilmt. Auch eine komplett videoüberwachte Stadt wie London habe die Kriminalität nicht verringert.

Bausewein und Maier gegen Videoüberwachung

Nach der Bluttat auf dem Anger will Bausewein nun aber mit allen Fraktionen und der Polizei darüber reden, welche Möglichkeiten es geben könnte, um den Anger sicherer zu machen. Mehr Polizei auf der Straße wäre, so Bausewein, sicher auch nicht schlecht.

Auch Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sprach sich zunächst gegen eine umfassende Videoüberwachung aus. Maier sagte MDR THÜRINGEN, das mache nur Sinn, wenn es darum gehe, Vandalismus zu verhindern. Er befürworte stattdessen eine Waffenverbotszone. Seinen Angaben zufolge könnten Menschen, die gefährliche Gegenstände oder Waffen bei sich tragen, dann einen Platzverweis erhalten.

Messerattacke: Täter noch nicht gefasst

Am Dienstag war ein 28-jähriger Mann algerischer Herkunft niedergestochen worden. Das Opfer starb wenig später im Krankenhaus. Die Polizei sucht weiterhin nach dem Täter.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Oktober 2021 | 11:00 Uhr

42 Kommentare

emlo vor 8 Wochen

@Tacitus: Es gibt keine "Tätergruppe", sondern nur ganz konkrete Täter. Und die müssen zur Verantwortung gezogen werden, keine Frage. Aber der weitaus größte Teil Ihrer angeblichen "Tätergruppe" ist eben KEIN Straftäter.

Harka2 vor 8 Wochen

@REXt
Tja, das war den Flüchtlingen egal, sie wollte einfach nur deeskalieren und helfen. Leider haben sie es nicht geschafft, aber bei der Idendifizierung des Täters geholfen. Das passt jetzt gerade nicht so in ihr zementiertes Feindbild und auch nicht zu ihren soliden Vorurteilen, aber das sind die Fakten.

Harka2 vor 8 Wochen

@Tacitus
Denken sie ernsthaft, dass es in Köln weniger Übergriffe gegeben hätte, wenn da mehr Videokameras installiert wären? Denken sie ernsthaft, man hätte auf den Videobildern solcher Plätze rechtskräftige Beweise aufzeichnen können. Sind sie wirklich so naiv, dass sie denken, dass man in solchen Massenszenen aussagefähige Bilder finden würde, die zur Auffindung der Täter taugen, die größtenteils vor Ort unbekannt sind?

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