Domplatz Weihnachtsmarkt-Händler in Erfurt bauen nicht vor Montag ab

Isabelle Fleck
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Die Weihnachtsmarkthändler auf dem Erfurter Domplatz lassen ihre Buden noch bis mindestens Montag stehen. Sie wollen per Anwalt erreichen, dass der Markt wieder öffnen darf.

Weihnachtsmarkt Erfurt
Vorerst bleiben die Buden auf dem Erfurter Domplatz stehen. Bildrechte: MDR/Carmen Fiedler

Händler-Sprecher Dirk Kirchner sagte MDR THÜRINGEN, alle 103 Händler würden bleiben - egal, woher sie kommen. Sie warten darauf, "was der Anwalt für Signale sendet". Die Waren bleiben solange in den Hütten. Der Domplatz bleibt gesperrt - eine Streife passt auf, dass nichts passiert, die Hütten werden überwacht.

Händler sehen geringe Chancen für Wiedereröffnung

Spätestens am Montag soll klar sein, ob endgültig abgebaut wird - oder ob der Erfurter Weihnachtsmarkt vielleicht wieder öffnen kann. Händler-Sprecher Dirk Kirchner allerdings rechnet sich nicht allzu große Chancen aus. Vielmehr sei es "ein Signal, dass wir uns nicht alles gefallen lassen", so Kirchner.

Nach seinem Bauchgefühl gefragt, ob der Weihnachtsmarkt vielleicht wieder öffnen darf, sagte Kirchner: "Seien wir ehrlich - vom Gefühl eher nicht. Denn die Zahlen steigen, selbst wenn wir nochmal ein oder zwei Tage öffnen könnten, dann käme vielleicht schon die nächste Verordnung". Es sei aber wichtig, "symbolisch" etwas zu unternehmen. Er freut sich, dass die Händler zusammenstehen. Und auch der Deutsche Schaustellerbund habe Hilfe signalisiert, sei diese für die Klage nötig.

Schaustellerverband hat Überbrückungshilfen beantragt

Die Händler hätten große Hoffnungen in den Weihnachtsmarkt gesetzt, so Kirchner. "Wir kommen nicht zurecht mit unseren Überbrückungshilfen. Der Verband hat deshalb November- und Dezemberhilfen beantragt. Sie werden auch schon geprüft und bearbeitet - aber wir müssen über den Winter kommen."

Er sieht an steigenden Corona-Zahlen, an Anträgen für Überbrückungshilfen und Hartz IV, wie sich die Geschichte wiederholt. "Wir wissen schon, wie das ausgeht. Vor Juni können wir nix machen", so Kirchner. Dafür sorge auch die neue Verordnung. "Volksfeste und Pop-up-Parks wurden dort gleich mit reingeschrieben", beklagt er.

Der Erfurter Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz.
Der Erfurter Weihnachtsmarkt hofft auf eine Wiedereröffnung. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz

Klage noch nicht eingereicht

Der beauftragte Anwalt will im Auftrag von Erfurt und Weimar gegen die Schließung der Weihnachtsmärkte vorgehen. Dafür ist eine sogenannte Normenkontrollklage nötig. Bisher ist diese noch nicht beim Oberverwaltungsgericht in Weimar eingegangen. Anders als etwa bei Eil-Entscheidungen wegen Demonstrationen sind Normenkontrollklagen nicht so schnell zu entscheiden.

Erfurts Stadtsprecher Daniel Baumbach sagte, bislang habe der Anwalt noch keine Klage eingereicht. Wegen der Formulierung "alle Weihnachtsmärkte" seien zu schließen, könne man unter Umständen keinen "Ansatzpunkt" finden. Nun komme es "auf Kleinigkeiten" an.

Kleine Märkte in Erfurt müssen ebenfalls schließen

Bislang dreht sich die Diskussion in Erfurt um den Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz. Das Landesverwaltungsamt Weimar verlangt nun aber auch, die kleineren Märkte in der Stadt zu schließen. Das teilte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Silke Fließ, MDR THÜRINGEN am Freitag mit. Beim Luthermarkt auf dem Erfurter Anger und beim Mittelalterlichen Markt an der Thomaskirche handele es sich um "einem Weihnachtsmarkt vergleichbare Veranstaltungen". Diese seien nach der aktuellen Infektionsschutz-Verordnung des Freistaats untersagt. Die Stadt Erfurt sei am Freitag zur sofortigen Schließung aufgefordert worden.

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Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. November 2021 | 12:00 Uhr

12 Kommentare

Harka2 vor 8 Wochen

qReuter4774
Das ist nachgewiesenermaßen gelogen. Die bisherigen Lockdowns haben entgegen ihren Behauptungen positives bewirkt und nachweislich Menschenleben gerettet. Das mag einigen Querdenkern nicht ins Bild passen, ist aber bewiesenermaßen passiert. Es steht ihnen frei bewiesene Tatsachen nicht anzuerkennen, aber das stellt sie in die selbe Ecke wie die Aluhutträger.

Reuter4774 vor 8 Wochen

Da fehlt die Lobby bzw Gegenwehr der Bürger bei derart absurden Regeln. Zumal diese Weihnachtsmärkte auf denselben Plätzen statt finden, an denen 3x Woche ( i.d. Kleinstadt) der Wochenmarkt tobt, ohne Maske, mit Roster- und Broilerständen. Da hat die gefährdete Gruppe null Bedenken??? Hauptsache nach Kita und Schulschliessungen rufen!
Und bevor der Einwand kommt, Lebensmittel gibt's im Supermarkt und die Verkäufer könnten auch vor Ort/ zu Hause verkaufen.

Reuter4774 vor 8 Wochen

Kein Lockdown hat bisher gewirkt, sondern ist nur aussitzen. Und die ( böse) Wirtschaft, die auch die Sozialkassen füllt, kann sich das nicht mehr leisten. So ohne Arbeitnehmer/ Eltern. Wer Ausgaben hat braucht erstmal Einnahmen, simple Haushaltsführung. Und die vulnerablen Gruppen sind gerade die Menschen, die ihre Kontakte gut minimieren könnten . Das kann man aber auch ohne Verordnung oder ohne Andere in Sippenhaft zu nehmen, die eben nicht Rentner sind.

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