Ein ganzes Jahr beim Landwirt Ich glaube, bei Dir hackt’s!

Autor Jens Roder
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Bei den Landwirten von der Geratal Agrar ist es im Mai tatsächlich so. Dann wird von Hand gehackt. Sehr beliebt ist das nicht - manchmal ist das "Unkraut" nämlich größer als die Hacke.

Menschen auf einem Feld. 1 min
Bildrechte: MDR/Jens Roder
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Bei den Landwirten von der Geratal Agrar "hackt's" im Mai - und zwar wegen der Bio-Bewirtschaftung per Hand! Sehr beliebt ist das nicht - manchmal ist das "Unkraut" nämlich größer als die Hacke.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Do 26.05.2022 06:40Uhr 01:21 min

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Info zur Serie "Ein ganzes Jahr beim Landwirt" Von der Aussaat bis zur Ernte und darüber hinaus: MDR THÜRINGEN-Reporter Jens Roder begleitet ein Jahr lang Landwirte in Thüringen und berichtet über ihr Leben und ihre Arbeit.

"Ich glaube, bei Dir hackt’s!" - So begrüßt man umgangssprachlich einen Menschen, den man gut kennt und eigentlich auch gut leiden kann. Mit dessen aktuellem Verhalten man aber nicht einverstanden ist. Hacken steht hier also für unbeliebtes Verhalten.

Bei unseren Landwirten von der Geratal Agrar ist das so ähnlich. Hacken mit der Hand ist absolut unbeliebt. Es lässt sich aber nicht vermeiden - wegen der Biozuckerrüben.

Wann Zuckerrübe und Unkraut sich um das Wasser streiten

Jetzt Mitte Mai sind die kleinen Rübenpflanzen genauso groß wie ihre Nahrungs- und Wasserkonkurrenten auf dem Feld, die Unkräuter. Es muss also von außen nachgeholfen werden, damit die Rüben den Wettkampf gegen die Unkräuter gewinnen. 

Menschen arbeiten auf einem Feld.
Noch ein weiter Weg bis zum Feldrand. Biozuckerrüben gedeihen nur mit anstrengender Handarbeit. Bildrechte: MDR/Jens Roder

Handhacke, Muskelkraft und Rückenschmerzen

Auf einem normalen Feld würde man dafür ein klein wenig Chemie einsetzen. Auf einem Biofeld geht das natürlich nicht, und so bleiben nur Handhacke, Muskelkraft und am Ende des Tages die Rückenschmerzen. Denn Bücken gehört auch zum Biogeschäft, größere Unkräuter werden per Hand aus dem vorher gelockerten Boden herausgerissen. 

Manchmal ist das Unkraut größer als die Zuckerrübe. Jetzt hilft nur noch die Handhacke.
Einer von uns beiden muss gehen. Die Hacke holt das Unkraut aus der Erde. Bildrechte: MDR/Jens Roder

Ohne Saisonarbeitskräfte aus Polen oder Rumänien wäre das Biorübenhacken gar nicht zu schaffen. Manchmal helfen auch Leute aus dem Büro mit. Oder die Traktoristen, für ein paar Stunden wenigstens.

Doch ein kleiner Trost bleibt: Im Herbst wird wieder mit Maschine geerntet. Wenn dann alles vom Feld geholt wurde, werden die Andislebener Biozuckerrüben zur Zuckerfirma Nordzucker gefahren und landen dort später in Bio-Limonaden oder Bio-Backwaren.

Menschen arbeiten auf einem Feld.
Rückenschmerzen bleiben dabei nicht aus... Bildrechte: MDR/Jens Roder

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MDR (ifl)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 02. Juni 2022 | 14:30 Uhr

1 Kommentar

Tamico161 vor 4 Wochen

Und all die Mühe ohne W-LAN und Laptop! Hier sollten sich unsere Ökojugend mal verdingen! Vorher werden aber die Handys eingesammelt!

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