Kriminalität Nach Brand in Treff der rechten Szene in Guthmannshausen: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Nach dem Brand in einem Treffpunkt der rechten Szene in Guthmannshausen am Freitag ermittelt die Polizei jetzt wegen schwerer Brandstiftung. Die Löscharbeiten in dem Rittergut dauerten mehrere Stunden. Der Schaden ist bisher noch nicht bezifferbar.

Feuerwehrleute bei Brandbekämpfung
Der Dachstuhl des Gebäudes stand Freitagabend in Flammen. Die Löscharbeiten dauerten bis in den Samstagmorgen. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Nach dem Feuer im Rittergut von Guthmannshausen im Kreis Sömmerda geht die Polizei von Brandstiftung aus. Ein Sprecher sagte, ermittelt werde wegen schwerer Brandstiftung gegen unbekannt. Der Brand in dem Treffpunkt der rechten Szene war am Freitagabend im Dachstuhl ausgebrochen und bis Samstagmorgen gelöscht. Verletzt wurde niemand.

Der Sachschaden durch Flammen und Löschwasser ist laut Polizei erheblich. Er dürfte sich in sechsstelliger Höhe bewegen. Für die Ermittler war es am Wochenende noch nicht möglich, den Brandort zu betreten, wie der Polizeisprecher sagte. 75 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren bei der Brandbekämpfung im Einsatz. Es ist der zweite Brand in einem rechten Szenetreff innerhalb weniger Tage in Thüringen.

Flammen schlagen aus dem Dachstuhl eines Hauses.
Bei dem Brand im Rittergut wurde niemand verletzt. Bildrechte: MDR/MAS Bildagentur/Privat

Landtag soll sich mit Bränden beschäftigen

Die Thüringer CDU will die Vorfälle im Landtag thematisieren. Damit solle sich der Innenausschuss des Landtags beschäftigen, kündigte die CDU-Landtagsfraktion am Sonntag an. Nach den jüngsten Vorfällen drohe die Gefahr einer Eskalation der politischen Gewalt im Land. Die Fraktion erklärte, sie wolle die Aufklärung weiter fassen und sich über "Brandanschläge und Sachbeschädigungen, auf tatsächliche oder vermeintliche Objekte der rechten und linken Szene" informieren lassen. Die Fraktion will auch Auskunft über die damit verbundenen polizeilichen und strafrechtlichen Konsequenzen.

In den vergangenen Monaten hatte es auch in Eisenach Anschläge auf eine Gaststätte gegeben, die als Treff der rechten Szene gilt. Schon dieser habe "eine neue Eskalationsstufe politisch motivierter Gewalt in Thüringen" dargestellt, so die CDU. Die AfD hat ebenfalls rückhaltlose Aufklärung gefordert.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | THÜRINGEN JOURNAL | 25. April 2021 | 19:00 Uhr

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