Evangelische Grundschule Sömmerda Schulalltag während der Corona-Pandemie - ein positives Beispiel

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Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Seit Dienstag steht die Corona-Warnampel für die Schulen in Thüringen auf Gelb. Schüler dürfen nun nur noch in festen Gruppen zusammen sein und von von einem festen Lehrerteam unterrichtet werden. Doch, wie klappt das mit der Betreuung, wenn viele Lehrer selbst in Quarantäne sitzen? - Dass der Schulalltag in Pandemie-Zeiten gelingen kann, zeigt ein positives Beispiel aus Sömmerda.

die evangelische Grundschule Sömmerda im Online-Präsenz-Unterricht.
Die evangelische Grundschule unterrichtet derzeit im Klassenzimmer und per Livestream gleichzeitig. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Seit Dienstag gilt die neue Corona-Verordnung in Thüringen, die vor allem im Bereich Schulen viel Neues für Eltern, Lehrer und Schüler mit sich bringt. Dass das Ganze auch richtig gut funktionieren kann, zeigt die evangelische Grundschule in Sömmerda. In der Ganztagsschule lernen normalerweise 69 Kinder bei elf Lehrern. Derzeit sind allerdings drei Viertel von ihnen in Quarantäne. Trotzdem läuft der Unterricht ganz normal.

Medien-Konzept schon im Frühjahr entwickelt - Kontakt mit Eltern per App

Die Lehrerinnen sitzen zu Hause am Rechner, die Kinder im Klassenraum und dann wird Online-Unterricht gemacht. Vor Ort sind Erzieher und Referendarinnen. Eine davon: Anne-Kathrin Galander. Die ist begeistert: "Ich habe während meines Studiums schon viele Schulen kennen gelernt. Aber so etwas wie hier habe ich noch nie erlebt! Die haben echt ihre Hausaufgaben gemacht."

die evangelische Grundschule Sömmerda im Online-Präsenz-Unterricht.
Quarantäne ist für die evangelische Grundschule in Sömmerda kein Problem: Wer nicht in die Schule kommen darf, kann per Internet dabei sein. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Was sie damit meint, ist das Medienkonzept, das die Schule schon im Frühjahr, während der ersten Corona-Welle entwickelt hatte. Während sich viele Pädagogen allein gelassen fühlen, hat sich in der evangelischen Grundschule eine Arbeitsgruppe gegründet und losgelegt. Mit den Eltern kommuniziert die Schule über eine App, so dass jeder sich immer gut informiert fühlt. Der stellvertretende Schulleiter Benedikt Jung sagt: "Gerade in diesen Zeiten ist Kommunikation wichtig. Manche Informationen, die die Schulen betreffen, bekommen wir ja selber nur durch die Medien."

Keine Lücken im Lernstoff

Keine Klasse hängt dem Schulstoff hinterher, erzählt Jung: "Wir müssen natürlich immer mal wieder etwas wiederholen, aber das ist immer so in der Schule. Aber es sind absolut keine Lücken entstanden." Auf jedem Tisch liegt ein Tablet, die Kinder arbeiten in kleinen Gruppen. Einzige Einschränkung: Momentan müssen die Kinder 14 Uhr abgeholt werden, normalerweise ist die evangelische Grundschule in Sömmerda eine Ganztagsschule.

die evangelische Grundschule Sömmerda im Online-Präsenz-Unterricht.
Das ist anders als vor der Pandemie: Wegen Corona gibt es nun einen Lüftungsdienst an der evangelischen Grundschule in Sömmerda. Wer damit dran ist, daran erinnert das Schild auf dem Tisch. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

martin vor 20 Wochen

@anita: Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie mich meinen?

Ich finde das Nicht-Agieren unseres Ministeriums als ... (ich versuche gerade eine Formulierung zu finden, die für eine Veröffentlichung angemessen ist) ... nicht zielführend. Einerseits wird die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs als eine der sehr hohen Prioritäten herausgestellt. Und was hat das Ministerium zur Erreichung dieses Ziels beigetragen? Meine Kritik richtet sich in keinster Weise pauschal gegen die Kollegien in den öffentlichen Schulen - unbestritten gibt es auch dort sehr engagierte.

Aber das Ministerium hat die Zeit seit dem Frühjahr ungenutzt verstreichen lassen und hat Schulträger und Schulleitungen bei der Eingrenzung lokalen Infektionsgeschehens auch noch beschränkt - meiner Meinung nach aus dogmatischen Erwägungen, damit die Thüringer Landkarte nicht so schnell gelb-rot eingefärbt wird.

Mit dem Vorwurf der Naivität kann ich in diesem Zusammenhang gut umgehen - auch wenn ich ihn nicht teile.

Anita L. vor 20 Wochen

Oh, ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Antworten auf die Fragen nicht der Geheimhaltung unterliegen. Ich möchte diese Faktoren lediglich denen zu denken geben, die von diesem Beispiel ausgehend mal wieder auf Unfähigkeit der Schulen im Allgemeinen und Lehrern im Besonderen meckern. Den ersten entsprechenden Beitrag gibt es ja auch schon. Und Ihre Vorstellung, diese Schule da hätte nicht auf die Weisungen von "da oben" gewartet, empfinde ich als naiv. Ohne Mitarbeit und Hilfe des Schulträgers (evangelisch, also freier Träger) ist die Umsetzung eines solchen Projektes in so kurzer Zeit nicht zu stemmen.
Ich finde das, was die Schule da geleistet hat, absolut bewundernswert. Verallgemeinern kann man es nicht.

kleinerfrontkaempfer vor 20 Wochen

Heute (02.12.20) wieder an einem Schulhof zur Schulpause im Werratal vorbeigekommen.
Da sausen die Schulkinder ungebremst durcheinander. da wird gerangelt, gerannt und geschubst. Mobilphones werden emsig rumgezeigt und getuschelt. Was in den Klassenräumen halbwegs hygienisch abläuft wird draußen trotz Freiluftbereich gnadenlos und unbewußt zunichte gemacht.
Höhere Infektionszahlen aus dem Schulbetrieb verwundern mich nicht.

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