Kran muss Gebäude sichern Guthmannshausen: Tagungsstätte von Rechtsextremen nach Brand einsturzgefährdet

Nach dem Feuer im Dachstuhl ist das Rittergut in Guthmannshausen im Kreis Sömmerda einsturzgefährdet. Der Brand in der Tagungsstätte ist der zweite in einer Immobilie von Rechtsextremen in Thüringen binnen weniger Tage.

Feuerwehrleute bei Brandbekämpfung
Feuerwehrleute im Korb einer Drehleiter am Sonnabend am früheren Rittergut in Guthmannshausen. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Nach dem Feuer vom Freitag ist das Gebäude des früheren Ritterguts in Guthmannshausen (Kreis Sömmerda) vom Einsturz bedroht. Eine Sprecherin der Polizei teilte am Montag mit, Kräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) sicherten das Haus mit einem Kran. Ermittler haben den Brandort noch nicht betreten können. Die Polizei geht inzwischen von Brandstiftung aus und ermittelt gegen Unbekannt.

Sachschaden auf sechsstellige Höhe geschätzt

Der Brand in der heutigen Tagungs- und "Gedächtnisstätte" von Rechtsextremen war am Freitagabend im Dachstuhl ausgebrochen und bis Samstagmorgen gelöscht worden. Verletzt wurde niemand. Die Polizei nimmt bisher einen Schaden in sechsstelliger Höhe an. Das Rittergut war 2011 von einem Verein aus Nordrhein-Westfalen gekauft worden, der seinen Sitz später nach Thüringen verlegte und die Immobilie zu einer Tagungs- und Veranstaltungsstätte umbaute.

Der Thüringer Verfassungsschutz stellte in seinem Jahresbericht 2019 fest, dass der Verein "unter dem Deckmantel des Gedenkens der deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs gegen den demokratischen Verfassungsstaat agitiert und versucht, mit geschichtsrevisionistischem Gedankengut Anschluss an weitere Kreise der Gesellschaft zu erlangen.

Zuvor Feuer in früherer Ausflugsgaststätte in Sonneberg

Der Brand in Guthmannshausen war der zweite innerhalb weniger Tage in einer Immobilie, die von Rechtsextremen genutzt wird. In Sonneberg war am vorvergangenen Wochenende eine ehemalige Ausflugsgaststätte niedergebrannt, die laut Verfassungsschutz in den vergangenen Jahren ebenfalls von Rechtsextremen als Treffpunkt genutzt worden war. Auch bei diesem Brand wird vermutet, dass er gelegt wurde. Die Polizei bestätigte nach dem Feuer, dass die Zufahrtswege vorher mutwillig mit Baumstämmen blockiert worden waren, um Löschfahrzeuge an der Anfahrt zu hindern.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 26. April 2021 | 16:30 Uhr

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