Kreis Sömmerda Buttstädt: Positive Bilanz für Landmobil nach halbem Jahr

Seit einem halben Jahr ist das Landmobil im Kreis Sömmerda unterwegs: Die Buttstädter können sich damit kostenfrei in ihrer Landgemeinde fahren lassen. Das Angebot kommt offenbar an.

Ein Mann steht neben einem Elektroauto.
Jürgen Mende aus Großbrembach, einer der ehrenamtlichen Fahrer. Bildrechte: MDR/Samira Wischerhoff

Nach sechs Monaten zieht die Landgemeinde Buttstädt eine positive Bilanz zum Einsatz des Landmobils. Wie Sprecherin Julia Deubler MDR THÜRINGEN sagte, sind die Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen worden. Demnach gab es im ersten halben Jahr bereits rund 150 Fahrten zwischen Buttstädt und den umliegenden Dörfern. Auch in Kindelbrück ist ein solches Landmobil unterwegs, wird allerdings noch nicht so genutzt, wie gewünscht. Laut Landratsamt ist das Mobil dort einfach noch nicht so bekannt.

Elf Fahrer im Einsatz

Bei dem Angebot handelt es sich um ein Pilotprojekt des Landkreises, bei dem das elektrische Landmobil den Busverkehr ergänzen soll. Interessierte müssen ihre Fahrten 24 Stunden im Voraus telefonisch oder online buchen und werden dann kostenfrei zu ihrem Ziel innerhalb der Landgemeinde und ihren Ortsteilen gebracht.

Elf ehrenamtliche Fahrer wechseln sich dabei ab. Der Fahrbetrieb wird Montags bis Freitags täglich zwischen 08:00 und 18:00 Uhr angeboten. Standort des Mobils ist in Großbrembach, wo es auch an einem Stromkasten über Nacht geladen wird. Als nächster Schritt soll hier auch eine Ladesäule entstehen. Das Angebot wird maßgeblich vom Bund und vom Land Thüringen finanziert.

Fahrten sind oft unterhaltsam

Jürgen Mende aus Großbrembach gehört zu den ehrenamtlichen Fahrern, die meisten von ihnen sind Rentner. Jürgen Mende macht das Fahren mit dem elektrischen Auto Spaß, vor allem aber geht es ihm auch darum, Menschen zu helfen, die selbst nicht mehr mobil sind. Dabei bekommt er meist große Dankbarkeit zurück.

Oft sind die Fahrten im Landmobil auch unterhaltsam, hat Mende festgestellt: "Und dann redet man schon, wie man das eben so macht, übers Wetter, über Corona natürlich, der eine will einkaufen - für was brauchen Sie die Sachen, für 'ne Familienfeier? Oder wie Weihnachten: Was gibt's zu Essen? Und die Leute freuen sich auch, dass sie sich mit jemandem anders unterhalten können."

Ziel-Altersgruppe bewusst offen gehalten

In den Sommerferien hat er auch schon Jugendliche nach Buttstädt ins Freibad gefahren. Die Ziel-Altersgruppe sei bei dem Projekt bewusst offen gehalten worden, meint Gemeindesprecherin Deubler. Es hätte sich aber herauskristallisiert, dass vor allem die ältere Generation das Landmobil nutzt: "Das könnte natürlich auch coronabedingt sein, es gibt für die Jugend gerade nicht so viele Orte, wo sie hinkann, Veranstaltungen erleben... dadurch ist natürlich gerade für Arztbesuche und Einkaufsfahrten das eher in die ältere Generation gerutscht von der Zielgruppe."

Auch der Ortschaftsbürgermeister von Großbrembach, Rolf Vinup, engagiert sich als ehrenamtlicher Fahrer des Landmobils. Er weiß, wie wichtig dieses zusätzliche Mobilitäts-Angebot für die Region ist. Vor allem Orte mit schlechter ÖPNV-Anbindung würden das Mobil nutzen: Dazu zählten Kleinbrembach, Großbrembach, Eßleben und Rudersdorf.

Manche Menschen hätten auch schon Angst davor, dass das Pilotprojekt Landmobil wieder endet, so Vinup. "Denn es ist wirklich so, dass die Leute sehr glücklich darüber sind, dass das ermöglicht worden ist. Denn in einem gewissen Alter kann man nicht mehr selber Auto fahren und da ist man froh, wenn jemand da ist, der einen dort hinfährt und wieder gut nach Hause bringt."

Öffentlicher Nahverkehr soll verbessert werden

Laut Landratsamt läuft das Pilotprojekt offiziell noch bis Juni 2023, der Fahrdienst bis März 2023. Der Projektverantwortliche des Landratsamts, Konrad Braun sagt, dass es gegebenenfalls auch verlängert werden kann. Im Hintergrund laufen außerdem bereits Planungen, wie der ÖPNV in der Region weiter verbessert werden kann.

Perspektivisches Ziel des Landkreises ist es laut Braun, einen Taktfahrplan anzubieten, wo Busse in einem festen Stunden- oder Zweistundentakt fahren. Dort könne das Landmobil dann weiter eine Ergänzung sein. Dies müsste aber erst vom Landkreis beschlossen werden.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. Januar 2022 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

Thueringer Original vor 1 Wochen

Wer sagt denn, dass das Projekt auf Langzeit angelegt ist?

Kennen Sie die Förderrichtlinie, von der das Projekt seine Fördergelder erhält? Falls nicht, dann bitte informieren. Dann können Sie faktenblegt Kritik üben.

Hobby-Viruloge007 vor 1 Wochen

Wie soll den das Konzept langfristig funktionieren? Auf Jahrzehnte ein 100% geförderter kommunaler Taxibetrieb?

Wenn man ein Projekt aufsetzt, dann bitte auch so, dass es nachhaltig funktioniert.

Thueringer Original vor 1 Wochen

Weil es dann gewerblich wäre.

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