Gedenkprojekt "1.000 Buchen" Buchenwald: KZ-Überlebender pflanzt neuen Erinnerungsbaum

Ein Mann und eine Frau pflanzen einen Wildkirschebaum zum Gedenken an die Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald
Naftali Fürst, Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald, pflanzt mit seiner Lebensgefährtin Tova Wagman Siegel eine Wildkirsche zum Gedenken an die Häftlinge des KZ. Bildrechte: dpa

In Weimar wird am Mittwoch das Gedenkprojekt "1.000 Buchen" fortgesetzt. Wie das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda als Initiator mitteilte, wird der KZ-Überlebende Naftali Fürst am Mittwochmittag einen Baum in Weimars Andersenstraße setzen. Es wird der 171. Baum des inklusiven Erinnerungsprojekts.

Erinnerungsaktion läuft bereits seit 20 Jahren

Seit über 20 Jahren pflanzen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Bäume. Sie sollen an Tausende Häftlinge des Lagers in Buchenwald erinnern, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten getötet wurden. Allein in das Lager Buchenwald verschleppten die Nazis 280.000 Menschen. Viele von ihnen starben. Das geschah auch, als am Ende des Kriegs Menschen auf einen Marsch in ein anderes Lager geschickt wurden. Zur Erinnerung daran wurden entlang des Wegs bisher 170 Bäumchen gepflanzt. In den nächsten Jahren sollen es insgesamt 1.000 Buchen werden.

Bodo Ramelow (l, Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, Claudia Roth (2.v.r), Staatsministerin für Kultur und Medien, und zwei Männer der Gartengruppe vom Lebenshilfewerk Weimar-Apolda pflanzen eine Buche bei der 73. Pflanzaktion des Gedenkprojekts "1000 Buchen" in Weimar.
Ministerpräsident Bodo Ramelow (links) pflanzte bereits mit der Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth (2.v.r), Anfang September einen Baum. Bildrechte: dpa

Naftali Fürst wurde 1944 zusammen mit seiner Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert und von dort aus auf einen "Todesmarsch" nach Buchenwald geschickt. Er lebte bis zur Befreiung des KZ im April 1945 im Kinderblock. Heute ist er Ehrenbürger der Stadt Weimar.

Naftali Fürst spricht im Thüriger Landtag.
Der KZ-Überlebende Naftali Fürst. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Erst im Juli diesen Jahres hatten Unbekannte bei drei Anschlägen insgesamt 13 Gedenkbäume beschädigt. Sie waren unter anderem getöteten Kindern von Buchenwald sowie sechs namentlich genannten Häftlingen gewidmet. Die Angriffe lösten eine Welle der Empörung, aber auch der Solidarität und Hilfsbereitschaft aus.

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MDR (jml)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Nachrichten | 21. September 2022 | 19:00 Uhr

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