Volksfest-Bilanz Friedlicher 367. Weimarer Zwiebelmarkt mit 75.000 Gästen

Autorenbild Conny (Cornelia) Mauroner
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Weimar zieht eine positive Bilanz aus dem 367. Zwiebelmarkt. Insgesamt wurden rund 75.000 Besucher gezählt. In anderen Jahren waren es fünf Mal so viele. Nur sehr wenige Gäste hätten sich geweigert, einen Mund-Nasen-Schutz auf dem Veranstaltungsgelände zu tragen. Oberbürgermeister Peter Kleine machte u.a. das Alkoholverbot für den entspannten und friedlichen Verlauf verantwortlich.

Zwiebelmarktkönig Katrin Hartung
Die Zwiebelmarktkönig Katrin Hartung genießt ihte zweite Amtszeit. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

In Weimar ist am Sonntagabend der 367. Zwiebelmarkt zu Ende gegangen. Die Stadt zieht ein positives Fazit der fünf Veranstaltungs-Tage. Es sei ein sehr entspannter Markt gewesen, so Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos).

Ein friedlicher Markt zum Entspannen

Insgesamt wurden rund 75.000 Besucher gezählt, verteilt auf fünf Tage. Das habe die Situation erheblich entspannt. Nie habe der Ordnungsdienst eingreifen müssen und etwa Zugänge gesperrt, sagte Bürgermeister Ralf Kirsten.

Natürlich sind 75.000 Besucher fünfmal weniger als in den Jahren zuvor, aber ohne Bühnenprogramm fehlte ganz einfach das Publikum bei den Abendveranstaltungen.

Peter Kleine Oberbürgermeister Weimar

Das aber habe auch dazu geführt, dass die Polizei so gut wie nichts zu tun hatte. Zumindest Anzeigen wegen Körperverletzungen, Diebstählen oder Beleidigungen gab es keine. Auch der Rettungsdient war nicht im Einsatz. Die Beamten wurden an andere Stelle gebraucht. Gebetsmühlenartig erklärten sie den Zwiebelmarkt-Gästen die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Fast alle haben sich daran gehalten. Nur sieben Besuchern droht ein Bußgeld. Sie weigerten sich, eine Maske aufzusetzen.

Zwiebel-Kultur statt Zwiebel-Party

Auch aus Sicht der Touristiker war der Zwiebelmarkt ein voller Erfolg. Die Hoteliers sind zufrieden. Viele Betten waren bereits am Mittwoch belegt, berichtet Jens Braun, der Chef der Weimarer Tourist-Information.

Junge Frau auf dem Zwiebelmarkt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auffallend für ihn war in diesem Jahr das Publikum. "Es ist ein anderes gewesen, als sonst. Selten hat die Tourist-Information an einem Zwiebelmarkt-Wochenende so viele Weimar-Cards verkauft", sagt Braun. Das heißt, die Gäste haben den Markt mit Museumsbesuchen kombiniert. Im Mittelpunkt stand 2020 also die Zwiebel-Kultur, statt die Zwiebel-Party. Die ist in diesem Jahr den Verordnungen zum Opfer gefallen. Es gab weder Bühnenprogramm noch Live-Musik, auch nicht in den Gaststätten.

Auch Zwiebelbauern mit positivem Fazit

Den 50 angereisten Heldrunger Zwiebelbauern kam die Ruhe zu Gute. Sie haben den Markt genossen, der sich aufs Traditionelle besann. "Die Leute die gekommen sind, haben auch gekauft. Sie waren wegen uns hier", sagt einer von ihnen. Und der Absatz gab den Bauern recht. Vier von ihnen bauten vorzeitig ihre Stände ab. Sie waren schlichtweg ausverkauft.

Auch die beliebten Weimarer Zwiebelmarkt-Kalender waren bereits Samstagmittag vergriffen. Der Andrang war wie jedes Jahr, groß. Kein abschließendes Fazit gibt es von den Weimarer Gastronomen. Sie durften, anders als in den Jahren zuvor, auch ihre Terrassen bewirtschaften. Und die waren stets gut gefüllt. Zumindest immer dann, wenn das Wetter mitspielte.

Verkaufsstand mit Zwiebelzöpfen auf dem Zwiebelmarkt in Weimar
Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Zwiebelmarkt als Testballon

"Der Zwiebelmarkt", sagt Bürgermeister Ralf Kirsten, "war ein Testballon für die Zukunft. Und er hat gut funktioniert." Den Weihnachtsmarkt 2020 kann sich der Bürgermeister ähnlich organisiert vorstellen. Angst vor gestiegenen Corona-Zahlen haben er und sein Chef, Oberbürgermeister Peter Kleine nicht. Die Leute hätten sich gut an die Vorschriften gehalten. Und noch eine Erkenntnis kursiert in der Stadtspitze: "Kein Alkohol ist auch eine Lösung!", heißt es da. Der friedliche Verlauf habe wohl sehr viel mit dem geltenden Alkohol-Ausschankverbot zu tun.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachtrichten | 11. Oktober 2020 | 16:00 Uhr

13 Kommentare

Paule vor 49 Wochen

.... Zitat Großer Klaus: "Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wieso sie keine Auftritte bekommen. Ich würde ihnen auch kein Auftritt geben."
Keine Angst... ich habe bessere und besser bezahlte Auftritte, als den Zwiebelmarkt. Ich denke mal, auf Veranstalter wie Sie, kann jeder Musiker gerne verzichten.

Zitat: "Beim Weimarer Zwiebelmarkt geht man nur nach dem Prinzip, Masse statt Klasse"
Falsch! Beim Zwiebelmarkt in Weimar darf das Programm dem Veranstalter nichts kosten, denn die Nebenkosten für Standplatz und Bühne sind zu Hoch.

Paule vor 49 Wochen

... die Veranstalter vom Zwiebelmarkt müssen sich Gedanken machen, warum sie keine qualitativ guten Künstler mehr bekommen! Sie sagen ja selbst, dass das Nivau schlecht geworden ist! Es liegt nicht an den Bands! Die würden gerne dort spielen. Gerade die regionalen Bands! Aber die müssen neben den Instrumenten, Technik, Proberaum und Transport, eben auch ihre Krankenkasse, ihre Versicherungen und Rentenbeiträge bezahlen und das kann man nicht, wenn die Gage nur aus netten Worten und nichta us Geld besteht. Wissen Sie überhaupt wie lange man üben muss, um ein Instrument spielen zu können? Wie lange man proben muss, ehe ein Programm so steht, dass man es öffentlich aufführen kann?
Wenn man das auf dem Zwiebelmarkt nicht bezahlen will, dann spielt man eben auf den größten Wein-, Markt-, Schützen- und Oktoberfesten in anderen Städten Deutschlands. Schade für den Zwiebelmarkt.

Paule vor 49 Wochen

Lieber Großer Klaus, warum interpretieren Sie ständig Dinge in meine Kommentare, welche ich so nicht gesagt habe. Es gibt sehr viele und gute Hobby-Bands. Auch Unbekannte! Doch auch die stellen sich nicht auf die Bühne ohne entsprechende Gage oder Aufwandsentschädigung! Wissen Sie, ich habe seit über 35 Jahren in Apolda und Weimar zum Zwiebelmarkt Musik gemacht. Viele der Veranstalter, welche Bühnen gemietet haben, haben sich mittlerweile verabschiedet (z.B. Landeswelle Thüringen, Jump etc), da die Kosten für Standplatz (welches sich die Stadt einsteckt) in Höhe geschossen sind. Man muss sich nämlich beim Kulturamt für eine städtische Bühne bewerben..., mit einem fertigen Programm! Das heißt, alle Verträge müssen unter Dach und Fach sein und da weiß man noch überhaupt nicht, ob man die Bühne überhaupt bekommt! Ich spiele zwar nicht mehr auf dem Zwiebelmarkt, denn Geld nicht verdienen, kann ich zu Hause auf dem Sofa am besten. Ich habe mit meinen Bands genügend andere Veranstalter! ..

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