Feuerwehr-Einsatz Brand auf früherem Sowjet-Gelände in Weimar: Polizei setzt Spürhunde ein

Abgebrannt ist in der Nacht zu Donnerstag ein Gebäude auf dem früheren Gelände der Sowjetarmee in Weimar. Die Flammen waren weit zu sehen. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus - und sucht Zeugen.

Nach dem Brand der alten Mittelschule auf einem früheren Gelände der Sowjetarmee in Weimar ist die Schadenshöhe noch unklar. Das Gebäude an der Ettersburger Straße wurde nach Angaben der Stadtverwaltung in der Nacht zu Donnerstag völlig zerstört. Die Feuerwehr spricht von einem Totalschaden.

Die Brandursache ist unklar. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Sie sucht Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben.

Zudem will die Polizei nicht ausschließen, dass Personen zu Schaden gekommen sind. Spürhunde sollen ausfindig machen, ob sich jemand zum Zeitpunkt des Brandes in dem Gebäude aufgehalten hat. Allerdings konnten die Kriminalisten und Hundeführer das Objekt am Donnerstagvormittag noch nicht betreten, immer wieder musste die Feuerwehr nachlöschen.

Dachstuhl komplett in Flammen

Anwohner hatten die Flammen nachts gegen 1:15 Uhr im Dachgeschoss entdeckt und daraufhin die Feuerwehr alarmiert. Diese war mit 67 Helfern im Einsatz. Beim Eintreffen der Feuerwehren brannte der Dachstuhl bereits komplett. Die Einsatzkräfte konnten das Gebäude nur noch kontrolliert abbrennen lassen. Die Bundesstraße 7 wurde zwischen Ettersburger Straße und Industriestraße aufgrund der Löscharbeiten zwischenzeitlich gesperrt.

Nächtlicher Großeinsatz in Weimar

Feuerwehrautos stehen auf einer Straße
In Flammen stand in der Nacht zu Donnerstag ein Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Sowjetarmee in Weimar. Bildrechte: MDR/Johannes Krey
Feuerwehrautos stehen auf einer Straße
In Flammen stand in der Nacht zu Donnerstag ein Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Sowjetarmee in Weimar. Bildrechte: MDR/Johannes Krey
Luftbild eines großen Feuers, umgeben von Bäumen
Beim Eintreffen der Feuerwehren brannte der Dachstuhl bereits komplett. Wie die Landeseinsatzzentrale mitteilte, hatte ein Anwohner das Feuer gemeldet. Bildrechte: MDR/Johannes Krey
Feuerwehrleute löschen von einer Leiter aus
Die Feuerwehr konnte das Gebäude nur noch kontrolliert abbrennen lassen. Bildrechte: MDR/Johannes Krey
Luftbild eines in Flammen stehenden Gebäudes
Seit dem Abzug der Sowjetarmee wurde der Gebäudekomplex verschieden genutzt, meist als Lager für Firmen. Zuletzt stand das Gebäude leer. Dennoch könnte der Schaden enorm sein, denn das Gebäude ist eines von Weimars Einzeldenkmälern. Es stand unter besonderem Schutz. Bildrechte: MDR/Johannes Krey
Feuerwehrleute löschen mit Spritze des Feuerwehrautos
Die B7 wurde zwischen Ettersburger Straße und Industriestraße aufgrund der Löscharbeiten gesperrt. Bildrechte: MDR/Johannes Krey
Ein Feuerwehrmann hält einen Wasserstrahl in ein brennendes Gebäude
Brandursache und Höhe des Schadens waren Donnerstagmorgen noch unklar. Bildrechte: MDR/Johannes Krey
Löschfahrzeug vor ausgebranntem Gebäude
Bis in den Vormittag hinein musste die Feuerwehr Glutnester nachlöschen. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner
Feuerwehrkran vor einem ausgebrannten Gebäude
Die Polizei konnte daher den Schaden nur von außen in Augenschein nehmen. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner
Verbrannte Holzbalken liegen vor einer angekokelten Tür
Spürhunde sollen ausfindig machen, ob sich jemand zum Zeitpunkt des Brandes in dem Gebäude aufgehalten hat. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. August 2020 | 08:00 Uhr

Gebäude zählte zu Weimarer Einzeldenkmälern

Das Haus gehört dem Freistaat Thüringen und wird durch die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) verwaltet. Seit dem Abzug der Sowjetarmee wurde der betroffene Gebäudekomplex verschieden genutzt, unter anderem als Lagerstätte der Klassik-Stiftung Weimar. In den vergangenen Jahren stand das Gebäude leer. Dennoch könnte der Schaden enorm sein, denn das Objekt ist eines von Weimars Einzeldenkmälern. Es stand unter besonderem Schutz.

Weimar: Ehemalige Sowjetschule sollte ausgebaut werden

Wie ein Sprecher der Landesentwicklungsgesellschaft MDR THÜRINGEN am Donnerstag sagte, hatte sich das Genossenschaftsprojekt "Ro70" für die Immobilie interessiert. Zwischen der LEG und der Genossenschaft sei bereits eine Reservierungsvereinbarung getroffen worden, hieß es. Die "Ro70" hat bereits in der Weimarer Rosenthalstraße ein ehemaliges Klinikgelände ertüchtigt und dort Wohnungen gebaut.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. August 2020 | 08:00 Uhr

8 Kommentare

Weimar21 vor 34 Wochen

Ist schon interessant, dass die LEG nun plötzlich eine Perspektive für das Kasino aus dem Hut zaubert. Das Projekt "Ro70" wäre sicherlich eine gute Lösung gewesen. Allerdings muss sich die LEG deswegen trotzdem weiterhin den Vorwurf gefallen lassen, durch ihr Nichtstun 28 Jahre lang zumindest mitverantwortlich für den Verlust dieses Einzeldenkmales zu sein. Genauso wie die möglichen Verursacher des Feuers gehören die Verantwortlichen der LEG ebenfalls mit zur Rechenschaft gezogen.
Und wie es Harka2 schon richtig geschrieben hat: Mit dem Offizierskasino in Nohra ist ein weiteres Einzeldenkmal ebenfalls unwiederbringlich verloren. Wäre eigentlich Zeit für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß, der endlich einmal aufklärt, welche Kulturdenkmale bei der "Konversion" ehemaliger Standorte der GSSD/WGT unter Verantwortung der LEG verloren gegangen sind.

Harka2 vor 35 Wochen

Man hat sich in weimar fast immer für den Abriss entschieden. Nora ist komplett weg. Dort steht nur noch der Lenin. Das Denkmalgeschützte dortige Kasino wurde aus versehen gleich mit abgerissen, bzw. so schwer beschädigt, dass ein Erhalt sinnlos wurde. Über der Umgehungsstraße wurden alle Gebäude auch schon abgerissen, einzig der Kasernenkomplex südlich der Umgehungsstraße hat überlebt. Da wurde der Abriss gerade noch rechtzeitig gestoppt und recht nette Wohnungen da reingebaut. Das Offizierskasino hingegen ist auch schon weg.

Paule vor 35 Wochen

Das Haus wurde voriges Jahr von der LEG zum Verkauf gegen Höchstgebot angeboten, ebenso die ehemalige U-Haft in der Ossietzky-Straße. Verkauft wurden beide nicht. Ich denke auch nicht an Warmsanierung, aber in jedem Fall an Brandstiftung. Und wenn es - wie in der Viehauktionshalle - dumme jugendliche Pyromanen waren, denen geschichtliche Hintergründe nichts bedeuten.

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