KZ-Gedenkstätte Buchenwald Felsen freigelegt bei Grabung nach verschütteten Stollen

Am ehemaligen Steinbruch an der KZ Gedenkstätte Buchenwald haben am Mittwoch schwere Erdarbeiten stattgefunden. Auf der Suche nach bislang unbekannten Stollen haben Fachleute einen Felsen freigelegt, in dem sie vermutet werden. Um zu dem Felsen zu gelangen, mussten Tonnen von Erde bewegt werden, wie Bergbauexperte Ralf Haase sagte. Da die Einsturzgefahr groß war, habe der Bagger mit größter Vorsicht arbeiten müssen. Am Montag sollen die Arbeiten auf dem Areal des Steinbruchs weitergehen.

Ein Bagger gräbt mit seiner Schaufel an einer Felswand
Fast millimeterweise arbeitet sich der Bagger voran. Denn die Einsturzgefahr ist hoch. Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

Bei den Arbeiten wurden erneut zahlreiche kleine Funde gemacht. So wurde unter anderem ein Stahlhelm entdeckt, auch schwere Maschinengewehre sind dabei gewesen. Der Munitionsbergungsdienst hat die Waffen abtransportiert. Sie werden, wie auch die Patronenhülsen, ausgebrannt und damit unschädlich gemacht. Die Vermutung liege nahe, dass die Gewehre kurz nach Kriegsende an dem Ort gesammelt und gesprengt wurden, sagte ein Experte.

Nach MDR-Recherchen sprechen starke Indizien für die Existenz von bisher unentdeckten Stollen auf dem Areal des Steinbruchs. Sie könnten den Nazis als Versteck oder Depot gedient haben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh/kie

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 02. Oktober 2019 | 18:40 Uhr

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