Buga-Außenstandorte Parks und Schlösser in und um Weimar machen sich Buga-schick

25 Außenstandorte hat die Bundesgartenschau 2021 - allein sechs davon gehören zur Klassik Stiftung Weimar. Die Stiftung punktet in erster Linie mit ihren Parks. Der Park an der Ilm mit Goethes Garten, Schloss und Schlosspark Belvedere, Tiefurt, Ettersburg und Großkochberg gehören dazu. Jeder mit seinem eigenen Reiz.

Der Park an der Ilm in Weimar an einem frühen Morgen im Frühling
Der Park an der Ilm in Weimar liegt im Herzen der Stadt und ist frei zugänglich. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

In Ettersburg, ein paar Kilometer nördlich von Weimar, werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus. Rund ums Schloss wird gebaggert. Radlader schieben Erde und Bauarbeiter ziehen Wege. "Was entsteht, ist eine vollkommene Neuinterpretation", schwärmt Andreas Pahl, Gartenreferent der Klassik Stiftung Weimar. "Besucher können dort bald in die Zeit von Carl Alexander und Ettersburg eintauchen", so Pahl.

Bauarbeiten auf Schloss Ettersburg

Tatsächlich, die Gestaltung des romantischen Landschaftsgartens geht zum Großteil auf Carl Alexander zurück, der das Schloss im Jahr 1842 übernommen hat. Zuvor wurde der Jagd- und Sommersitz von der herzoglichen Familie von Sachsen-Weimar und Eisenach, allen voran von Carl Alexanders Urgroßmutter Anna Amalia genutzt.

Das Besondere an diesem Park ist der sogenannte Pücklerschlag. 1845/1846 wurde er auf Anregung von Fürst Hermann von Pückler-Muskau geschaffen. Dabei handelt es sich um eine Schneise, "einem mit kulissenartig gestaffelten Gehölzgruppen ausgeschmückten Wiesenraum auf einem dem Schloss gegenüberliegenden Hang", wie es die Klassik Stiftung beschreibt. Wer den Weg über den Pücklerschlag auf sich nimmt, kommt vielleicht etwas aus der Puste, muss aber ohnehin immer wieder innehalten, um den Ausblick zu genießen.

Bauarbeiten an Schloss Ettersburg bei Weimar
Bauarbeiten auf Schloss Ettersburg für die Buga 2021. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Alte Bäume im Park an der Ilm

Wie Ettersburg ist auch der Park an der Ilm Teil des Unesco-Weltkulturerbes "Klassisches Weimar". "Mit Bäumen, zum Teil über 200 oder 250 Jahre alt", sagt Gartenexperte Andreas Pahl. "Eine herkömmliche Gartenschau ist eher Neubau, da machen diese alten Bäume einen besonderen Reiz aus", so Pahl.

Er animiert die Spaziergänger, nicht nur Goethes Gartenhaus zu besuchen. Auch andere Winkel des 57 Hektar großen Landschaftsparkes seien faszinierend. Ganz besonders mag er persönlich die Umgebung am "Römischen Haus". Kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe hat sich mit dieser Architektur einen Traum erfüllt und einen Sehnsuchtsort geschaffen.

Neue Bitterorangen für Schloss Belvedere

Wer gut zu Fuß ist, kann im Anschluss an den Besuch im Park an der Ilm zwei Kilometer weiter gehen. Er oder sie steht dann vor dem Schloss Belvedere. Auch dieses Schloss wird von einem Park alter Bäume umrahmt.

Besonders sehenswert und zweifelsohne ein Höhepunkt der Weimarer Buga-Außenstandorte ist die Orangerie. Seit etwa 300 Jahren überwintern dort exotische Pflanzen. "Extra für die Bundesgartenschau wurden neue Bitterorangen angeschafft. Der Bestand wurde maßgeblich erhöht", berichtet Andreas Pahl. Die Kübel wurden maßgefertigt und barock verziert, passend zum barocken Lustgarten nebenan.

Schloss Belvedere in Weimar, Außenansicht
Die Orangerie von Schloss Belvedere. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Romantik und Spiele im Park Tiefurt

Romantisch ist der Park in Tiefurt, einem Weimarer Ortsteil etwa drei Kilometer östlich der Innenstadt gelegen. Auch durch ihn fließt die Ilm. Auf der einen Seite ein dicht bewachsener Steilhang, auf der andere Seite sanft abfallende Wiesen. Tiefurt war Musenort der Weimarer Hofgesellschaft. Hier lässt es sich wandeln. Kinder freuen sich über einen liebevoll gestalteten Spielplatz.

Großer Landschaftspark um Schloss Kochberg

Wer den Schlosspark Kochberg sehen mag und zuvor in Weimar war, der muss ins Auto steigen. Denn auch wenn dieser Park von der Klassik Stiftung Weimar verwaltet wird, ist er gut 35 Kilometer entfernt. Der ehemalige Landsitz der Familie von Stein, war einer von Goethes Lieblingsorten. Goethe kam selbst gern zu Fuß hierher. Wer durch den etwa sechs Hektar großen Landschaftspark um Schloss Kochberg spaziert, weiß auch, warum ihn Goethe so schätzte. Ein üppiger Baumbestand, verschlungene Wege und eine Turmruine - der Park hat geheimnisvolle Ecken. Zum Park gehört auch eine Gärtnerei, auf deren Freigelände noch heute die Obstbäume und Sommerblumen blühen.

Die Buga-Außenstandorte der Klassik-Stiftung versprechen Entspannung. Viele Wege schlängeln sich durch Parks und um alte Bäume. Es ist ein etwas anderes Bild der Bundesgartenschau 2021.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 27. März 2021 | 09:00 Uhr

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